Fakten im Überblick
Netanjahus Block erreicht im frühen Zwischenstand 56 von 120 Sitzen.
Eisenkots Opposition kommt auf 49, arabische Listen auf 15 Mandate.
Die Teilergebnisse können sich während der weiteren Auszählung deutlich verändern.
Bei der Parlamentswahl in Israel liegt der Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Auszählung von etwa der Hälfte der Stimmen vorn. Nach dem frühen Zwischenstand der Wahlkommission erreicht sein Lager 56 der 120 Sitze. Für eine absolute Mehrheit fehlen damit fünf Mandate.
Das Bündnis von Oppositionsführer Gadi Eisenkot kommt demnach auf 49 Sitze, die Listen arabischer Israelis auf 15. Nachwahlbefragungen hatten beide großen Lager zuvor bei etwa 51 Mandaten gesehen. Die Abweichung zeigt, wie vorläufig der Stand ist.
Die Reihenfolge und Sitzverteilung können sich durch weitere Wahlbezirke und später ausgezählte Stimmen noch erheblich ändern. Deshalb lässt sich aus der halben Auszählung weder ein endgültiger Wahlsieger noch eine tragfähige Koalition ableiten.
Die Wahl ist stark von Sicherheitsfragen, der Aufarbeitung des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023, der Gewalt im Westjordanland und dem Wehrdienst ultraorthodoxer Juden geprägt. Für eine Regierung braucht jeder Kandidat Partner über das eigene Kernlager hinaus.
OZD/AFP
OZD-Kommentar - Einordnung
Frühe Zahlen erzeugen Schlagzeilen, aber noch keine Regierung. Entscheidend sind das Endergebnis und die Fähigkeit, 61 Abgeordnete hinter einer Koalition zu vereinen. Politische Deutungen sollten der Auszählung nicht vorgreifen.
Historischer Hintergrund
Die Knesset hat 120 Sitze. Israels Verhältniswahlrecht führt regelmäßig zu Mehrparteienkoalitionen und langen Verhandlungen. Netanjahu ist der am längsten amtierende Regierungschef des Landes.
Zukunftsprognose
Die Wahlkommission veröffentlicht fortlaufend neue Zwischenstände. Nach dem Endergebnis beginnen Parteiengespräche und die Vergabe des Regierungsauftrags. Auch Neuwahlen bleiben möglich, falls keine Mehrheit entsteht.
Warum reichen 56 Sitze nicht?
Für die absolute Mehrheit in der Knesset werden mindestens 61 Mandate benötigt.
Warum ändern sich Zwischenstände?
Wahlbezirke und besondere Stimmzettel werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgezählt.
OZD-Extra - Prognose und Auszählung sind verschieden
Nachwahlbefragungen beruhen auf befragten Wählern. Die amtliche Auszählung erfasst tatsächlich abgegebene Stimmen und ist letztlich maßgeblich.
Gewinnspiel
Wie viele Sitze hat die Knesset insgesamt?
A: 100
B: 120
C: 150
D: 200
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.