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Netanjahus Block führt bei Israel-Wahl ohne Mehrheit

Nach Auszählung von rund zwei Dritteln führt Netanjahus Lager, verfehlt aber 61 Sitze. Arabische Parteien bleiben für Mehrheiten entscheidend.

Fakten im Überblick

Netanjahus Block kommt im Zwischenstand auf etwa 54 bis 56 Sitze.

Eisenkots Oppositionslager erreicht rund 48 Sitze, arabische Listen etwa 16 bis 18.

Für eine Mehrheit in der Knesset sind 61 von 120 Mandaten nötig.

Bei der Parlamentswahl in Israel liegt der Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Auszählung eines großen Teils der Stimmen vorn, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Die offiziellen Teilergebnisse verändern sich während der Auszählung; deshalb sind die genannten Sitzprojektionen noch nicht endgültig.

Nach Angaben der Wahlkommission kam Netanjahus Lager bei rund zwei Dritteln der ausgezählten Stimmen auf ungefähr 54 bis 56 Sitze. Das Bündnis von Gadi Eisenkot lag bei etwa 48 Mandaten, die arabischen Listen erreichten 16 bis 18. Für eine Mehrheit in der 120 Sitze umfassenden Knesset sind 61 Mandate erforderlich.

Oppositionspolitiker Jair Golan sprach sich für Gespräche mit arabischen Parteien aus. Eisenkot hatte eine gemeinsame Regierung mit ihnen im Wahlkampf jedoch abgelehnt. Netanjahu weist Regierungen zurück, die sich auf arabische Stimmen stützen. Diese Positionen machen eine Koalitionsbildung besonders schwierig.

Bis zum endgültigen Ergebnis können sich die Kräfteverhältnisse durch später ausgezählte Stimmen noch verschieben. Ein Patt würde Netanjahu kurzfristig im Amt halten, bis eine neue Regierung gebildet ist. Scheitern alle Bündnisse, sind langwierige Verhandlungen oder Neuwahlen möglich.

OZD/AFP

OZD-Kommentar - Einordnung

Ein Vorsprung ist noch keine Regierungsmehrheit. Die Wahl zwingt beide Lager, ihre Ausschlüsse und Koalitionsgrenzen zu überprüfen. Besonders die Stimmen arabischer Israelis dürfen demokratisch nicht zu Stimmen zweiter Klasse erklärt werden.

Historischer Hintergrund

Israels Parlament, die Knesset in Jerusalem, besitzt 120 Sitze. Die politische Landschaft ist stark zersplittert, weshalb Regierungen fast immer aus mehreren Parteien bestehen. Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 prägt die aktuelle Wahl besonders stark.

Zukunftsprognose

Nach dem Endergebnis konsultiert der Staatspräsident die Parteien und vergibt den Regierungsauftrag. Möglich sind eine Mehrparteienkoalition, eine gestützte Minderheitsregierung oder Neuwahlen. Ein Sieger lässt sich aus dem Zwischenstand nicht seriös ableiten.

Was ist die Knesset?

Die Knesset ist das israelische Parlament mit 120 Abgeordneten.

Warum sind 61 Sitze wichtig?

Sie bilden die kleinstmögliche absolute Mehrheit im Parlament.

OZD-Extra - Späte Stimmen können viel verändern

Stimmen von Soldaten und anderen Gruppen werden teilweise später ausgezählt. Bei knappen Ergebnissen können sie die Sitzverteilung noch verschieben.

Gewinnspiel

Wie viele Sitze sind für eine Mehrheit nötig?

A: 51

B: 60

C: 61

D: 70

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.