Fakten im Überblick
Super E10 kostet im bundesweiten Mittel 2,084 Euro je Liter und damit 2,6 Cent weniger als eine Woche zuvor.
Diesel verteuert sich binnen einer Woche um 3,4 Cent auf durchschnittlich 2,289 Euro je Liter.
Der ADAC nennt den gestiegenen Ölpreis, angespannte Dieselmärkte und die Heizölnachfrage als wichtige Faktoren.
Die Spritpreise in Deutschland entwickeln sich derzeit in unterschiedliche Richtungen. Nach einer Auswertung des ADAC vom 28. Oktober 2026 ist Super E10 im Vergleich zur Vorwoche günstiger geworden, während Diesel deutlich zugelegt hat. Autofahrer zahlen bundesweit im Mittel 2,084 Euro für einen Liter Super E10. Diesel kostet durchschnittlich 2,289 Euro je Liter und ist damit mehr als 20 Cent teurer als Benzin.
Der Preis für Super E10 sank innerhalb einer Woche um 2,6 Cent je Liter. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum um 3,4 Cent. Diese gegenläufige Entwicklung ist besonders auffällig, weil auch Rohöl teurer geworden ist. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete laut ADAC rund 114 US-Dollar. Dass Benzin trotzdem erneut nachgab, deutet nach Einschätzung des Automobilclubs auf zuvor vorhandenen Spielraum für Preisnachlässe hin.
Beim Diesel wirken mehrere Belastungen zusammen. Neben dem höheren Rohölpreis verweist der ADAC auf die angespannte Lage an den internationalen Dieselmärkten. Mit Beginn der kälteren Jahreszeit steigt außerdem die Nachfrage nach Heizöl. Diesel und Heizöl sind chemisch eng verwandte Mitteldestillate und konkurrieren teilweise um dieselben Raffineriekapazitäten. Eine höhere Heizölnachfrage kann deshalb auch den Dieselmarkt unter Druck setzen.
Für Verbraucher bleibt nicht nur die Wahl der Tankstelle entscheidend, sondern auch der Zeitpunkt. Der ADAC empfiehlt, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt seien die Preise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr komme es zu einem kräftigen Anstieg, bevor die Preise anschließend schrittweise wieder sinken. Über die App ADAC Drive lassen sich nach Angaben des Clubs die aktuellen Preise von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Die Entwicklung zeigt, dass sich Veränderungen am Rohölmarkt nicht bei jeder Kraftstoffsorte gleich und nicht immer sofort auswirken. Raffinerieauslastung, saisonale Nachfrage, Wettbewerb und regionale Preisunterschiede beeinflussen den Betrag an der Zapfsäule zusätzlich. Eine belastbare unmittelbare Reaktion einzelner Aktien oder Finanzmärkte lässt sich aus der ADAC-Auswertung nicht ableiten. Für Haushalte und Unternehmen können dauerhaft hohe Dieselpreise jedoch Transport- und Mobilitätskosten erhöhen.
OZD/ADAC
OZD-Kommentar - Der Preisvergleich lohnt sich wieder
Die große Preisdifferenz zwischen Diesel und Super E10 macht deutlich, wie wenig eine pauschale Aussage über steigende oder fallende Spritpreise hilft. Entscheidend sind Kraftstoffart, Ort und Uhrzeit. Wer Preise vergleicht und nicht erst mit fast leerem Tank reagieren muss, kann die Schwankungen zumindest teilweise abfedern. Bleiben Rohöl und Dieselmärkte angespannt, dürfte Diesel vorerst stärker unter Preisdruck stehen als Benzin.
Historischer Hintergrund
Diesel war in Deutschland über viele Jahre an der Zapfsäule meist günstiger als Benzin. Dazu trug vor allem die niedrigere Energiesteuer auf Dieselkraftstoff bei. Seit den starken Verwerfungen auf den europäischen Energiemärkten im Jahr 2022 ist dieses gewohnte Verhältnis zeitweise gekippt. Raffineriekapazitäten, Importströme und die saisonale Heizölnachfrage haben für Diesel ein größeres Gewicht bekommen.
Zukunftsprognose
Wie sich die Spritpreise in den kommenden Wochen entwickeln, hängt vor allem vom Rohölpreis, der Versorgung der Raffinerien, der Nachfrage nach Heizöl und dem Wettbewerb zwischen den Tankstellen ab. Sollte der Ölpreis hoch bleiben und sich der internationale Dieselmarkt nicht entspannen, könnte Diesel vergleichsweise teuer bleiben. Bei Super E10 sind weitere Nachlässe möglich, wenn der Wettbewerb den vom ADAC erkannten Preisspielraum ausschöpft. Sicher vorhersagen lässt sich diese Entwicklung jedoch nicht.
Warum ist Diesel teurer als Super E10?
Diesel und Heizöl stammen aus ähnlichen Bereichen der Rohölverarbeitung. Eine hohe Nachfrage nach Heizöl kann deshalb das Angebot an vergleichbaren Produkten verknappen. Hinzu kommen die Lage an internationalen Märkten sowie Kosten für Rohöl, Verarbeitung und Transport.
Wann ist Tanken am günstigsten?
Nach der aktuellen Empfehlung des ADAC sind die Preise kurz vor 12 Uhr besonders niedrig. Da Preise regional und täglich schwanken, sollten Autofahrer zusätzlich die Angebote mehrerer Tankstellen vergleichen.
Was ist der Brent-Ölpreis?
Brent ist eine wichtige Referenzsorte für Rohöl aus der Nordsee. Ihr Preis wird in US-Dollar je Barrel angegeben und dient weltweit als Orientierung für den Handel mit Rohöl. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern.
OZD-Extra - Mehr als 14.000 Tankstellen im Vergleich
Der deutsche Tankstellenmarkt verändert seine Preise mehrfach am Tag. Digitale Markttransparenzdaten ermöglichen es Apps, aktuelle Angebote vieler Stationen nahezu in Echtzeit gegenüberzustellen. Laut ADAC umfasst der Vergleich in ADAC Drive mehr als 14.000 Tankstellen. Der Preisabstand zwischen nahe gelegenen Stationen kann deshalb ebenso wichtig sein wie die allgemeine Wochenentwicklung.
Gewinnspiel
Welche Kraftstoffsorte wurde laut ADAC binnen einer Woche um 2,6 Cent günstiger?
A: Diesel
B: Super E10
C: Heizöl
D: Autogas
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026
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