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Eishockey-WM: IIHF vertagt Russland-Entscheidung nach Boykott

Entscheidung zur Russland-Zulassung bei der Eishockey-WM vertagt. Mehrere europäische Länder drohen mit Boykott nach CAS-Urteil.

Fakten im Überblick

Die IIHF hat die Entscheidung über Russlands WM-Zulassung vertagt.

Mehrere europäische Eishockey-Nationen drohen bei Russlands Teilnahme mit Boykott.

Die Bundesregierung verweist auf ihre "restriktive Visumpolitik gegenüber Russland".

Die Eishockey-Welt steht vor einer Zerreißprobe: Nach den massiven Boykottankündigungen von Weltmeister Finnland sowie Schweden, Norwegen, Dänemark, Lettland und Tschechien hat der Eishockey-Weltverband IIHF seine Entscheidung über die Zulassung Russlands zur Weltmeisterschaft in Deutschland und weiteren Turnieren vertagt. IIHF-Präsident Franz Reindl sagte: "Wir setzen unser Meeting am Donnerstag fort". Dem vorausgegangen war ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, das Russland grundsätzlich wieder die Teilnahme an Weltmeisterschaften erlaubt.

Am Dienstag formierte sich breiter Widerstand. Finnland kündigte an, nicht gegen Russland spielen zu wollen. Im Laufe des Tages schlossen sich Schweden, Norwegen, Dänemark, Lettland und Tschechien dem Boykott an. Die Reaktionen waren offenbar heftiger als vom Verband erwartet. Aus Kanada heißt es zudem, dass Russland nicht an der Junioren-WM in Edmonton und Red Deer teilnehmen werde. Die kanadische Regierung stellt dafür keine Visa aus.

Zur geplanten WM in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim von 13. bis 30. Mai 2027 äußert sich die Bundesregierung zurückhaltend. Sie bewerte die CAS-Entscheidung "sehr kritisch" und wolle sich mit dem Deutschen Eishockey-Bund "zeitnah austauschen". Zudem verweist die Regierung auf ihre "restriktive Visumpolitik gegenüber Russland" und betont: "In Einklang mit den EU-Leitlinien werden russischen Antragstellenden Visa für kurzfristige Aufenthalte nur unter sehr engen Voraussetzungen erteilt." Der Vorsitzende des DEB, Frank Lutz, der auch eine Rückgabe der WM als Option nannte, ist in Berlin für Gespräche mit der Politik.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Sport gerät zwischen Politik und Weltverband

Die Vertagung der IIHF zeigt, wie sehr politische Konflikte inzwischen den internationalen Sport dominieren. Der drohende Boykott führender europäischer Eishockey-Nationen ist ein klares Signal an den Weltverband: Ein verwaltungstechnisches Festhalten an juristischen Urteilen genügt in einer aufgeheizten Lage nicht. Die restriktive Visumpolitik in Deutschland und Kanada verschärft die Lage zusätzlich. Ohne eine tragfähige, politisch abgestimmte Lösung droht der Eishockey-WM ein erheblicher Imageverlust. Alles deutet darauf hin, dass eine rasche Einigung nicht in Sicht ist und die Debatte weiter eskalieren könnte.

Historischer Hintergrund

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde die russische Eishockey-Nationalmannschaft von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Das CAS-Urteil hebt diese Sperre grundsätzlich auf. Die IIHF berät nun über die konkrete Umsetzung, stellt sich aber massiven Protesten europäischer Staaten sowie einer restriktiven Einreise- und Visapolitik etwa in Deutschland und Kanada gegenüber.

Zukunftsprognose

Es ist möglich, dass die IIHF von weiteren politischen Signalen beeinflusst wird und die Entscheidung erneut aufschiebt. Ein geschlossener Boykott großer europäischer Teams könnte das WM-Turnier erheblich schwächen oder isolieren. Gastgeberländer wie Deutschland könnten unter Druck geraten, die WM zurückzugeben oder organisatorisch zu verändern. Auch die internationale Teilnahme russischer Teams bleibt von der Visa-Situation abhängig.

Erklärungen

Was ist die IIHF?

Die IIHF ist der internationale Eishockey-Weltverband und organisiert die Weltmeisterschaften sowie andere große Turniere.

Was ist das CAS-Urteil?

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) entschied, dass Russland wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen darf.

OZD-Extras

Der Boykottaufruf betrifft nicht nur Europa, sondern auch Kanada verweigert mit Hinweis auf das Visa-Regime Russlands Teilnahme an der Junioren-WM. Für Sponsoren und TV-Partner bleibt die Lage angespannt. Ob und wie sich dies auf Einnahmen und Zuschauerzahlen auswirkt, bleibt abzuwarten.

Gewinnspiel

In welchen deutschen Städten ist die Eishockey-WM 2027 geplant?

A) Berlin, Köln, Hamburg

B) Gelsenkirchen, Düsseldorf, Mannheim

C) München, Nürnberg, Leipzig

D) Frankfurt, Stuttgart, Bremen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.