Forschung zeigt erstaunlich große Einigkeit bei gesunder Ernährung
Pflanzen, gute Fette und Kohlenhydrate bilden neue Leitlinie
Eine internationale Ernährungspyramide bündelt Forschung aus sieben Regionen und setzt auf Pflanzen, hochwertige Fette und gute Kohlenhydrate.
Fakten im Überblick
Das Forschungsteam verglich Empfehlungen aus sieben Ländern und Regionen.
Mehr als 250 Fachpublikationen flossen in die Auswertung ein.
Pflanzliche Lebensmittel bilden die Grundlage der vorgeschlagenen Pyramide.
Ein internationales Forschungsteam hat eine Ernährungspyramide entwickelt, die Empfehlungen aus Kanada, Deutschland, Australien, China, den Niederlanden, den USA und den nordischen Ländern zusammenführt. Beteiligt ist auf deutscher Seite Prof. Dr. Anette Buyken von der Universität Paderborn. Die Forschenden werteten mehr als 250 Fachpublikationen aus.
Drei Grundprinzipien ziehen sich nach Angaben des Teams durch die untersuchten Empfehlungen: Pflanzliche Lebensmittel sollen die Basis bilden, bei Fetten und Proteinen zählen hochwertige Quellen und bei Kohlenhydraten ist die Qualität entscheidend. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse nehmen deshalb einen großen Stellenwert ein.
Buyken erklärt: „Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse bilden die Basis des Tellers. Tierische Produkte rücken in eine Nebenrolle, auch im Fall von Proteinen. Die Pyramide lässt sich problemlos auf die vegetarische und vegane Küche übertragen“.
Bei kohlenhydratreichen Lebensmitteln berücksichtigt das Modell neben Zucker und Ballaststoffen auch die Wirkung auf den Blutzucker. Vollkorn und ganze Körner schneiden dabei günstiger ab als stark verarbeitete Produkte. Die Pyramide soll zugleich Raum für unterschiedliche Esskulturen lassen und Gesundheits- mit Klimazielen verbinden.
Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „Advances in Nutrition“ veröffentlicht. Sie bündelt vorhandene Evidenz und fachlichen Konsens, liefert aber keinen neuen individuellen Therapieplan. Für Kinder, Schwangere oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen können besondere Empfehlungen gelten.
Universität Paderborn/OZD
OZD-Kommentar – Orientierung muss im Alltag erreichbar sein
Eine verständliche Pyramide kann Wissen bündeln, doch gesundes Essen hängt nicht nur von guten Vorsätzen ab. Preise, Werbung, Verfügbarkeit und Zeit beeinflussen die Auswahl. Deshalb ist der Hinweis der Forschenden auf passende Ernährungsumgebungen wichtig: Empfehlungen entfalten erst Wirkung, wenn Menschen sie praktisch umsetzen können.
Historischer Hintergrund
Ernährungspyramiden werden seit Jahrzehnten genutzt, um komplexe Empfehlungen anschaulich darzustellen. Nationale Modelle unterschieden sich lange in Gewichtung und Gestaltung. Neu ist der Versuch, internationale Gemeinsamkeiten systematisch herauszuarbeiten und zugleich ökologische Aspekte einzubeziehen.
Zukunftsprognose
Ob Gesundheitsbehörden die internationale Pyramide übernehmen, ist offen. Wahrscheinlich ist, dass ihr Fokus auf pflanzliche Lebensmittel und Lebensmittelqualität in künftige Leitlinien einfließt. Weitere Forschung muss zeigen, wie gut sich das Modell in unterschiedlichen Kulturen und Einkommensgruppen umsetzen lässt.
Was ist der glykämische Index?
Der glykämische Index beschreibt, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu einem Referenzwert ansteigen lässt. Er ist nur ein Teil der ernährungswissenschaftlichen Bewertung eines Lebensmittels.
OZD-Extra – Sieben Perspektiven, drei gemeinsame Grundsätze
Die Auswertung zeigt, dass nationale Empfehlungen trotz kultureller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten besitzen. Der zusätzliche Wert der Pyramide liegt daher weniger in einer völlig neuen Diät als in einer gemeinsamen internationalen Orientierung.
Gewinnspiel
Wie viele Fachpublikationen wurden ausgewertet?
A: Mehr als 25
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild Universität Paderborn/Besim Mazhiqi.