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Freiheitspreis für Reza Pahlavi löst Proteste in Frankfurt aus

Reza Pahlavi erhält in Frankfurt den Preis der Naumann-Stiftung. Tausende demonstrieren für und gegen den Schah-Sohn. Polizei meldet ruhigen Verlauf.

Fakten im Überblick

Reza Pahlavi erhielt den Friedenspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Rund 20.000 Menschen demonstrierten in Frankfurt, darunter viele Unterstützer.

Die Polizei berichtete von einem weitestgehend störungsfreien Ablauf.

Der iranische Exil-Oppositionelle und Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, ist in Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung geehrt worden. Nach eigenen Worten hält er den Preis "vorübergehend treuhänderisch" und werde ihn "eines Tages" in die Hände des iranischen Volkes legen. Dabei betonte er: "Und zwar nicht auf fremdem Boden, sondern in unserer Hauptstadt Teheran." Die Ehrung des 65-Jährigen sorgte in Frankfurt für große Resonanz. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 20.000 Menschen an einer Demonstration zur Unterstützung Pahlavis. Gleichzeitig gingen auch zahlreiche Gegner auf die Straße – die iranische Opposition gilt als tief gespalten. Während einige Exil-Iraner dem Schah-Sohn Hoffnung zusprechen, sehen andere in ihm eine spaltende Figur, nicht zuletzt wegen seiner Haltung zu Israel und der fehlenden Distanzierung zur Herrschaft seines Vaters.

Kritik kam unter anderem von der Gesellschaft der Deutsch-Iraner in Hessen. Deren Sprecherin Sahar Sanaie nannte die Preisverleihung einen "Skandal" und sprach von einer "Beleidigung des iranischen Volkes" sowie aller, "die für die Freiheit im Iran kämpfen". Die Polizei musste umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen treffen. Entlang der Demonstrationsroute kam es zu Einschränkungen im Verkehr. Bereits im Vorfeld hatte die Polizei mit "mehreren zehntausend Teilnehmenden" bei Versammlungen "teils unterschiedlichen politischen Positionen" gerechnet. Trotz der hohen Teilnehmerzahl verliefen die Aktionen laut Polizei "weitestgehend störungsfrei". Lediglich eine Festnahme meldete die Behörde. Zu dem Verdächtigen gab es einen "Hinweis auf einen Livestream", wo Straftaten angekündigt worden sein sollen.

Die Polizei erklärte am Nachmittag, dass durch das Sicherheitskonzept und den Einsatz der Kräfte in ganz Frankfurt "sicheren Verlauf der Preisverleihung in der Paulskirche" sowie die Teilnahme Pahlavis an der Unterstützer-Demo gewährleistet werden konnten. Pahlavi hielt dazu im Ostpark eine Rede und reiste anschließend ab.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Preisverleihung bleibt Symbol der Spaltung

Die Übergabe des Friedenspreises an Reza Pahlavi hat sichtbar gemacht, wie unversöhnt die Lager in der iranischen Diaspora sind. Während ihm viele Hoffnungen auf einen politischen Neuanfang entgegenbringen, bleibt seine Vergangenheit als Schah-Sohn und das Schweigen zur Herrschaft seines Vaters für andere eine Provokation. Die Gegensätze entluden sich friedlich auf Frankfurts Straßen – ein Erfolg für die Demokratie, aber auch ein Alarmzeichen für den inneren Zustand der Opposition. Ob der Preis Brücken baut oder die Kluft vertieft, wird von der Entwicklung der Debatte in den nächsten Monaten abhängen. Es zeichnet sich ab, dass der Streit um Legitimität und Verantwortung nicht mit einer Ehrung gelöst werden kann, sondern einen langen gesellschaftlichen Diskurs verlangt.

Historischer Hintergrund

Reza Pahlavi ist der älteste Sohn des früheren iranischen Schahs. Nach der Islamischen Revolution 1979 verließ er mit seiner Familie den Iran und lebt seitdem im Exil. Die Friedrich-Naumann-Stiftung ist mit der FDP verbunden und vergibt Preise an Persönlichkeiten, die sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzen. Die Frankfurter Preisverleihung war vor allem in der iranischen Exil-Community umstritten und hat langjährige Kontroversen sichtbar gemacht.

Zukunftsprognose

Die Preisverleihung an Pahlavi könnte zu einer stärkeren Politisierung in der Exil-Community führen. Ein Fortbestehen der Spaltung innerhalb der Opposition ist wahrscheinlich, solange grundlegende Fragen zur Vergangenheit und Rolle Pahlavis ungeklärt bleiben. Politisch und gesellschaftlich dürften die Debatten um die Legitimität seiner Position weitergehen und weitere Proteste sind möglich. Auswirkungen auf Iran selbst oder eine grundlegende politische Wende dort bleiben derzeit ein mögliches, aber nicht gesichertes Zukunftsszenario.

Erklärungen

Wer ist Reza Pahlavi?

Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs des Iran. Er lebt im Exil und hat sich zum Gegner der Islamischen Republik erklärt.

Was ist der Friedenspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung?

Der Friedenspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die sich für Freiheit und Menschenrechte engagieren. Die Stiftung steht der FDP nahe.

OZD-Extras

Die Demonstration für Pahlavi war eine der größten iranischen Versammlungen der letzten Jahre in Deutschland.

Finanzmärkte oder Rohstoffe zeigten in Folge der Ereignisse keine erkennbare Reaktion.

Gewinnspiel

Welchen Preis erhielt Reza Pahlavi in Frankfurt am Main?

A) Friedenspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung

B) Deutscher Buchpreis

C) Aachener Karlspreis

D) Sacharow-Preis

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.