Deutschland bleibt auch in den kommenden Tagen fest in winterlicher Hand. Vor allem in der Nordhälfte ziehen weiterhin Tiefausläufer mit feuchter Luft durch, aus denen es immer wieder schneien kann. Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst bleibt es vielerorts dauerhaft frostig, sodass der gefallene Schnee kaum taut. Während sich Wintersportler über stabile Bedingungen freuen, steigen für Autofahrer und Fußgänger die Risiken auf glatten Straßen und Wegen deutlich.
Im Süden zeigt sich das Wetter freundlicher, dort ist häufiger Sonnenschein zu erwarten. Dennoch bleibt es auch hier kalt. Erst in der zweiten Hälfte der Woche soll mildere Luft nach Deutschland strömen und dem Dauerfrost ein Ende setzen.
Am Wochenende hatten Schnee und Eis bereits gravierende Folgen. Polizei und Feuerwehr meldeten bundesweit hunderte Verkehrsunfälle. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, doch es kam auch zu schweren Verletzungen und einem Todesfall. In Sachsen starb ein 43-jähriger Autofahrer nach einem Zusammenstoß zweier Fahrzeuge auf winterglatter Fahrbahn im Krankenhaus. Weitere Beteiligte wurden verletzt.
Auch Räumfahrzeuge waren in Unfälle verwickelt. Im Unterallgäu wurde ein Fußgänger von einem Schneeschild erfasst und verletzt, in Wuppertal kippte ein Räum- und Streufahrzeug einen Abhang hinunter. Zudem kam es vor allem in Norddeutschland zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen im Fern- und Regionalverkehr der Bahn. OZD
OZD-Kommentar – Winter überrascht nicht, Konsequenzen schon
Der Winter kommt nicht plötzlich – und doch wirkt Deutschland jedes Jahr aufs Neue unvorbereitet. Glatte Straßen, Unfälle, Verspätungen: All das ist vorhersehbar. Wenn trotz klarer Wetterwarnungen Menschen sterben, stellt sich die Frage nach Prävention, Winterdienst und persönlicher Verantwortung. Der Frost ist nicht das Problem – der Umgang mit ihm schon. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Politik, Behörden und Verkehrsteilnehmer endlich lernen oder ob der nächste Wetterumschwung erneut Opfer fordert.

Mini-Infobox
Wetterlage: Dauerfrost in weiten Teilen Deutschlands
Gefahren: Schnee, Eis, glatte Straßen
Folgen: Hunderte Unfälle am Wochenende
Entspannung: Mildere Temperaturen ab Wochenmitte erwartet
OZD-Analyse
Aktuelle Wetterlage
a) Schneeschauer vor allem im Norden
b) Sonniger, aber kalter Süden
c) Anhaltender Dauerfrost verhindert Schneeschmelze
Auswirkungen auf Verkehr und Sicherheit
a) Auffahrunfälle und Abkommen von der Fahrbahn
b) Unfälle mit Räumfahrzeugen
c) Einschränkungen im Bahnverkehr
Ausblick
a) Glatte Straßen bleiben vorerst bestehen
b) Erhöhte Vorsicht im Berufsverkehr notwendig
c) Milderung der Lage erst in der zweiten Wochenhälfte

Erklärungen
Was ist der Deutsche Wetterdienst?
Der Deutsche Wetterdienst ist die nationale meteorologische Behörde
Deutschlands. Er erstellt Wettervorhersagen, warnt vor Unwettern und
liefert Klimadaten für Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-ExtrasMeteorologen sprechen bei anhaltenden Temperaturen unter null Grad von Dauerfrost – eine Wetterlage, die besonders häufig zu verdeckter Glätte und schweren Verkehrsunfällen führt.
