Nach einem US-Militäreinsatz in Venezuela sind nach Angaben der kubanischen Regierung insgesamt 32 Bürger des Inselstaates ums Leben gekommen. Die Regierung in Havanna sprach im Staatsfernsehen von einem „kriminellen Angriff der US-Regierung“ und erklärte, die Getöteten seien bei Kampfhandlungen gefallen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bestätigt, dass „viele Kubaner“ bei dem Einsatz getötet worden seien.
Nach kubanischen Angaben handelte es sich bei den Verstorbenen um Angehörige der Streitkräfte sowie des Innenministeriums, die „auf Bitte der venezolanischen Behörden“ nach Caracas entsandt worden seien. Sie hätten „ihre Pflicht mit Würde und Heldentum“ erfüllt und seien entweder im direkten Gefecht oder durch US-Bombardierungen ums Leben gekommen.
Als Reaktion rief Kuba ab Montag eine zweitägige Staatstrauer aus. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, den Gefallenen gebühre „Ehre und Ruhm“, da sie im Kampf gegen „Terroristen in imperialistischer Uniform“ gestorben seien.
In der Nacht zum Samstag hatten US-Streitkräfte Ziele in Venezuela angegriffen, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau festgenommen und in die USA gebracht. Maduro soll dort wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ vor Gericht gestellt werden.
Die Opferzahlen sind umstritten. Während die venezolanische Regierung keine offiziellen Angaben machte, berichtete eine Ärzteorganisation von rund 70 Toten und 90 Verletzten. Militärkreise sprachen von mindestens 15 Todesopfern, US-Medien nannten sogar bis zu 80 Tote.
Trump erklärte, es seien keine US-Staatsbürger getötet worden. Kuba sei wirtschaftlich stark von Venezuela abhängig gewesen, diese Schutzfunktion habe nun versagt. Militärische Schritte gegen Kuba schloss er aus und erklärte, das Land stehe wirtschaftlich kurz vor dem Zusammenbruch.
Kuba und Venezuela gelten als enge Verbündete und kritisieren seit Jahren die von den USA verhängten Sanktionen. Der US-Militäreinsatz wurde von Havanna und weiteren Verbündeten scharf verurteilt, während Washington Venezuela erneut vorwarf, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu unterstützen. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Der Moment, in dem Diplomatie stirbtWas sich in Venezuela ereignet hat, ist mehr als ein Militäreinsatz – es ist ein politischer Dammbruch. Die USA handeln mit maximaler Härte, entziehen einem Staatschef die Macht mit Waffengewalt und riskieren bewusst internationale Eskalation. Kuba instrumentalisiert die Toten für ideologische Mobilisierung, doch eines bleibt unausweichlich: Lateinamerika wird erneut zum geopolitischen Schlachtfeld. Die Gefahr eines Flächenbrands wächst – und die Diplomatie scheint längst überrollt.

32 getötete Kubaner laut Regierung in Havanna
US-Einsatz in der Nacht zum Samstag
Nicolás Maduro in US-Gewahrsam
Bis zu 80 Tote laut US-Medien
Zwei Tage Staatstrauer in Kuba
OZD-Analyse1. Militärische Eskalation
– Der US-Einsatz markiert einen historischen Eingriff in die Souveränität Venezuelas
– Die Festnahme Maduros stellt einen Präzedenzfall dar
2. Regionale Folgen
a) Kuba verliert militärische Präsenz und politischen Einfluss
b) Venezuela droht innenpolitisches Machtvakuum
c) Lateinamerika rückt erneut in den Fokus globaler Machtpolitik
3. Internationale Dimension
– USA legitimieren Vorgehen mit Drogenterror-Vorwürfen
– Gegner sprechen von imperialistischer Aggression
– Die Spaltung der Weltordnung vertieft sich weiter

Kuba ist ein sozialistischer Inselstaat in der Karibik, seit Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich von den USA isoliert. Das Land pflegt enge Allianzen mit Venezuela und anderen US-kritischen Staaten und ist stark von externen Energie- und Finanzhilfen abhängig.
Was ist Venezuela?Venezuela ist ein rohstoffreiches südamerikanisches Land mit den größten bestätigten Erdölreserven der Welt. Seit Jahren steckt es in einer schweren politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise, begleitet von internationalen Sanktionen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras: Der US-Militäreinsatz ist der erste Fall seit Jahrzehnten, in dem ein amtierender lateinamerikanischer Staatschef durch ausländische Streitkräfte festgenommen wurde.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.