Vier Tage nach dem schweren Brandanschlag auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins soll am Mittwoch die Elektrizität schrittweise zurückkehren. Ab 11.00 Uhr werde das Netz in den betroffenen Stadtteilen kontrolliert wieder hochgefahren, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Zu diesem Zeitpunkt waren noch rund 19.900 Haushalte sowie etwa 850 Gewerbebetriebe ohne Strom.
Der massive Ausfall war durch einen Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal ausgelöst worden. Ermittler gehen inzwischen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem linksextremistischen Anschlag aus. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Zeitweise waren bis zu 45.000 Haushalte und 2200 Betriebe betroffen – darunter auch kritische Einrichtungen.
Wegner betonte, es gehe nun darum, Schäden beim Wiederhochfahren zu vermeiden. Besonders Heizungsanlagen müssten geschützt werden. Die Stadt werde die Betroffenen aktiv unterstützen und aus dem Vorfall Konsequenzen ziehen. Ziel sei es, die Resilienz der Hauptstadt deutlich zu stärken. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung wird nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin bis Donnerstagnachmittag erwartet. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Ein Anschlag, der mehr offenlegt als nur SchwachstellenDieser Stromausfall war mehr als ein technisches Problem. Er war ein Weckruf. Wenn ein einzelner Brandanschlag zehntausende Haushalte tagelang lahmlegen kann, ist das kein Randereignis, sondern ein Sicherheitsrisiko. Politik und Behörden sprechen von Resilienz – doch echte Vorsorge kostet Geld, Planung und Entschlossenheit. Berlin hatte Glück, dass es Winter, aber kein Extremwinter war. Beim nächsten Mal könnte der Schaden ungleich größer sein.

Betroffene Haushalte zu Beginn: 45.000
Noch ohne Strom am Mittwoch: ca. 19.900
Gewerbebetriebe betroffen: bis zu 2200
Ursache: Brandanschlag auf Kabelbrücke
Vollständige Wiederherstellung: bis Donnerstag
OZD-AnalyseUrsache und Ausmaß
a) Sabotage an zentraler Kabelinfrastruktur
b) Lang andauernder Stromausfall
c) Ermittlungen wegen politisch motivierter Gewalt
Krisenmanagement
a) Schrittweises Hochfahren des Netzes
b) Schutz sensibler Technik wie Heizungen
c) Koordination zwischen Senat und Netzbetreiber
Lehren für die Zukunft
a) Kritische Infrastruktur bleibt verwundbar
b) Zivilschutz unzureichend ausgestattet
c) Investitionslücken beim Bevölkerungsschutz
Erklärungen
Wer ist Kai Wegner?
Kai Wegner ist seit 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender der Berliner CDU.
Was ist das Deutsche Rote Kreuz?
Das Deutsches Rotes Kreuz ist eine humanitäre Hilfsorganisation und zentraler Akteur im Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland.
Wer ist Hermann Gröhe?
Hermann Gröhe ist Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und ehemaliger Bundesgesundheitsminister.
Was ist die Bundesanwaltschaft?
Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Strafverfolgungsbehörde Deutschlands für Staatsschutzdelikte.
Alle Angaben ohne Gewähr. Bilder AFP.
OZD-ExtrasDas DRK fordert bundesweit mindestens zehn mobile Betreuungsmodule für Krisenlagen – finanziert sind bislang nur anderthalb.