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Trump droht mit Grönland-Übernahme – Militär nicht ausgeschlossen

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton im Streit um Grönland. Laut Weißem Haus werden mehrere Optionen geprüft – selbst ein Militäreinsatz wird nicht ausgeschlossen. In Europa wachsen die Sorgen vor einem Tabubruch.

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton in der Grönland-Frage und sorgt international für erhebliche Irritationen. Nach Angaben des Weißen Hauses erwägt Trump „eine Reihe von Möglichkeiten“, um den von ihm angestrebten Zugriff auf das zu Dänemark gehörende Grönland zu erreichen. Auch der Einsatz des US-Militärs werde dabei nicht ausgeschlossen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, der Präsident und sein Team prüften derzeit alle außenpolitischen Optionen, wobei für den Oberbefehlshaber militärische Mittel grundsätzlich immer eine Möglichkeit seien.

Trump selbst hatte den Anspruch der USA auf die riesige Arktisinsel zuletzt öffentlich bekräftigt. Grönland sei für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung, erklärte er an Bord der Air Force One. Dänemark sei nach seiner Auffassung nicht in der Lage, die strategischen Interessen der USA in der Region ausreichend zu gewährleisten. Der Präsident kündigte an, die Frage der Übernahme in den kommenden Wochen weiter voranzutreiben.

In Europa und besonders in Kopenhagen lösten die Aussagen große Besorgnis aus. Die dänische Regierung pocht auf die territoriale Integrität des Königreichs und betont, dass über die Zukunft Grönlands ausschließlich die Bevölkerung der Insel und Dänemark entscheiden könnten. Grönland ist zwar weitgehend autonom, gehört aber völkerrechtlich weiterhin zum Königreich Dänemark.

Hinter Trumps Vorstoß stehen geopolitische Interessen. Grönland gilt als strategisch extrem bedeutend: Die Insel liegt auf wichtigen See- und möglichen Raketenflugrouten zwischen Nordamerika, Europa und Russland. Zudem werden dort wertvolle Rohstoffe vermutet, deren Abbau durch den Klimawandel und schwindendes Eis zunehmend realistischer wird. Auch China und Russland zeigen verstärkt Interesse an der Arktis, was Washington als sicherheitspolitische Herausforderung betrachtet.

Nach dem jüngsten US-Militäreinsatz in Venezuela sind die Befürchtungen westlicher Partner gewachsen, Trump könne es mit seinen Drohungen ernst meinen. Mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, sicherten Dänemark zuletzt demonstrativ ihre Unterstützung zu. Offiziell wird in Washington zwar weiterhin betont, dass ein Kauf Grönlands die bevorzugte Lösung sei, doch die offene Erwähnung militärischer Optionen markiert eine neue Eskalationsstufe.

OZD

OZD-Kommentar – Trumps Grönland-Poker ist brandgefährlich
Donald Trump spielt erneut mit dem Feuer. Die bloße Andeutung, ein Nato-Partner könne unter militärischem Druck zur Abgabe von Territorium gezwungen werden, sprengt jede bisherige außenpolitische Norm. Selbst wenn ein Angriff unwahrscheinlich bleibt, beschädigt diese Rhetorik Vertrauen, Stabilität und die regelbasierte Ordnung. Trumps Strategie folgt einem bekannten Muster: maximaler Druck, maximale Verunsicherung. Doch in der Arktis, wo geopolitische Spannungen ohnehin zunehmen, kann ein solcher Machtpoker schnell außer Kontrolle geraten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Europa geschlossen genug reagiert – oder ob Trump erneut Fakten schafft.



Mini-Infobox: Grönland – Fakten
– Autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark
– Rund 57.000 Einwohner
– Größte Insel der Welt
– Strategisch wichtig für Arktis, Rohstoffe und Militär

OZD-Analyse

Trumps Motive
– a) Sicherheitspolitisch betrachtet die USA Grönland als Schlüsselregion der Arktis
– b) Konkurrenz zu Russland und China treibt den strategischen Druck
– c) Rohstoffe und neue Seewege erhöhen den wirtschaftlichen Reiz

Reaktionen Europas
– a) Dänemark pocht auf Souveränität und Völkerrecht
– b) EU- und Nato-Staaten sichern politische Unterstützung zu
– c) Sorge vor Präzedenzfall wächst

Risiken der Eskalation
– a) Militärische Drohungen untergraben Bündnisvertrauen
– b) Arktis droht zum geopolitischen Krisenraum zu werden
– c) Langfristig könnten internationale Regeln weiter erodieren



Was ist Grönland?
Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark mit eigener Regierung. Die Insel verwaltet viele innere Angelegenheiten selbst, Außen- und Verteidigungspolitik liegen jedoch bei Dänemark. Ihre strategische Lage in der Arktis macht sie geopolitisch hoch relevant.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras
Grönland besitzt keine eigene Armee – die Verteidigung der Insel erfolgt ausschließlich über Dänemark und die Nato.