Unter dem tosenden Jubel von rund 30.000 Ski-Fans hat Marco Odermatt in unnachahmlicher Manier den spektakulären Riesenslalom im Schweizer Adelboden gewonnen. Auf dem legendären Cheunisbärgli lag der Olympiasieger von 2022 bei dichtem Schneetreiben 0,49 Sekunden vor dem für Brasilien startenden Norweger Lucas Pinheiro Braathen. Dritter wurde überraschend der Franzose Leo Anguenot.
Eine hervorragende Leistung bot erneut Fabian Gratz. Nach Rang fünf in Alta Badia fuhr der 28-Jährige im vorletzten Riesenslalom vor den Olympischen Spielen als Neunter erneut unter die besten zehn. Wie schon zuvor vergab er im ersten Lauf eine bessere Ausgangsposition, zeigte im Finale jedoch eine beeindruckende Aufholjagd und verbesserte sich mit der zweitbesten Laufzeit um 14 Plätze. „Fühlt sich gut an“, sagte Gratz in der ARD.
Weniger glücklich verlief der Tag für die übrigen deutschen Starter. Alexander Schmid verletzte sich im ersten Lauf an der Schulter und schied im Finale aus. Anton Grammel fiel im zweiten Durchgang zurück, Jonas Stockinger verpasste das Finale.
Gratz und Schmid sind bereits für die Olympischen Spiele qualifiziert, für Grammel und Stockinger wird es eng. Vor dem Rennen gedachten Athleten und Zuschauer mit einer Schweigeminute der Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana. OZD
OZD-Kommentar
Marco Odermatt ist derzeit mehr als nur der Maßstab im alpinen Riesenslalom – er ist eine eigene Liga. Während andere um Hundertstel kämpfen, fährt der Schweizer mit einer Selbstverständlichkeit, die Ehrfurcht erzeugt. Für den deutschen Skisport ist Fabian Gratz der Lichtblick in einem ansonsten wackligen Techniker-Winter. Seine wiederholten Aufholjagden zeigen mentale Stärke, doch sie sind auch Warnsignal: Wer ständig im ersten Lauf Zeit liegen lässt, wird bei Olympia kaum um Medaillen fahren. Der Trend stimmt, die Konstanz muss folgen – sonst bleibt es bei Achtungserfolgen.
Historischer Hintergrund
Das Cheunisbärgli in Adelboden gilt seit Jahrzehnten als eine der anspruchsvollsten Riesenslalom-Pisten im Weltcup. Steile Passagen, wechselnde Schneeverhältnisse und ein frenetisches Publikum machen das Rennen zu einem Mythos des alpinen Skisports. Siege hier genießen bei Athleten einen besonderen Stellenwert. Marco Odermatt reiht sich mit seinem Erfolg in die Tradition großer Schweizer Techniker ein, die in Adelboden Geschichte schrieben.
Die Erklärungen zum Artikel
Wer ist Marco Odermatt?
Der Schweizer zählt seit mehreren Jahren zu den dominierenden Skifahrern
der Welt. Er gewann Olympia-Gold, Gesamtweltcups und gilt als
Ausnahmekönner im Riesenslalom und Super-G.
Was ist das Cheunisbärgli?
Das Cheunisbärgli ist der Zielhang des Weltcup-Riesenslaloms in
Adelboden und berühmt für seine extreme Steilheit, schwierige
Rhythmuswechsel und die enorme Zuschauerkulisse.

Schnellanalyse
Odermatt
– Überlegene Linienwahl
– Maximale Kontrolle trotz Schneetreiben
– Psychologischer Vorteil vor Olympia
Gratz
– Schwacher erster Lauf
– Starke mentale Reaktion im Finale
– Klare Olympia-Bestätigung
Deutsches Team
– Zwei Fixstarter für Olympia
– Formschwankungen bei den Verfolgern
– Entscheidungsdruck vor Schladming
Mini-Infobox
Austragungsort: Adelboden (Cheunisbärgli)
Sieger: Marco Odermatt
Bester Deutscher: Fabian Gratz (9.)
Zuschauer: rund 30.000
Abstand Sieg: 0,49 Sekunden
Deine Quizfrage
Welchen Platz belegte Fabian Gratz im Riesenslalom von Adelboden?
A) Siebter
B) Achter
C) Neunter
D) Elfter
OZD-Extras
Die richtige Antwort lautet C) Neunter. Es war bereits Gratz’ zweiter Top-Ten-Platz in einem Weltcup-Riesenslalom und ein starkes Signal Richtung Olympische Spiele.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.