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Der Handelsstreit eskaliert: Wadephul zweifelt an EU-US-Abkommen

Außenminister Johann Wadephul sieht aktuell kaum Chancen für die Unterzeichnung des EU-US-Handelsabkommens. Trumps Zolldrohungen im Grönland-Streit verschärfen die Lage und lassen Europas Skepsis wachsen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet vorerst nicht mit der Unterzeichnung des EU-Handelsabkommens mit den USA. Angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Sonderzöllen im Streit um Grönland sagte Wadephul am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“, er glaube nicht, „dass in dieser aktuellen Situation diese Vereinbarung möglich ist“. Die Entscheidung liege zwar beim Europaparlament, er sei jedoch „sehr skeptisch, dass das jetzt gelingen kann“.

Zuvor hatte auch der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, Zweifel geäußert. Zwar befürworte die EVP das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen grundsätzlich, doch Trumps Drohungen in Bezug auf Grönland machten eine Zustimmung derzeit unmöglich. Weber forderte, die vorgesehenen Null-Zoll-Regelungen für US-Produkte auszusetzen.

Trump hatte angekündigt, solange Grönland nicht an die USA verkauft werde, sollten Deutschland, Dänemark und weitere europäische Staaten zunächst mit zehn, später mit 25 Prozent Strafzöllen belegt werden. Die betroffenen Länder kritisierten diese Ankündigungen am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung scharf. Zolldrohungen untergrüben die transatlantischen Beziehungen und erhöhten das Eskalationsrisiko, erklärten sie. Zugleich signalisierten sie Dialogbereitschaft auf Grundlage von Souveränität und territorialer Integrität. OZD


OZD-Kommentar – Handel als Druckmittel ist ein Spiel mit dem Feuer
Wenn Handelsabkommen zu geopolitischen Erpressungsinstrumenten werden, ist Vertrauen kaum noch möglich. Trumps Vorgehen stellt nicht nur den EU-US-Deal infrage, sondern beschädigt das Fundament transatlantischer Partnerschaft. Wadephuls Skepsis ist daher realistisch. Europa muss sich entscheiden, ob es Deals um jeden Preis will – oder ob es klare Grenzen setzt, selbst wenn wirtschaftliche Vorteile auf dem Spiel stehen.


Historischer Hintergrund
Das EU-US-Handelsabkommen galt lange als Symbol enger transatlantischer Wirtschaftsbeziehungen. Schon frühere Zollkonflikte unter Trump hatten jedoch gezeigt, wie schnell wirtschaftliche Kooperation politischen Spannungen weichen kann. Der Streit um Grönland verleiht dieser Dynamik nun eine neue geopolitische Dimension.


Zukunftsprognose
Kurzfristig dürfte das Abkommen auf Eis liegen. Mittelfristig hängt seine Zukunft davon ab, ob Washington zu einer weniger konfrontativen Linie zurückkehrt. Andernfalls könnte Europa gezwungen sein, seine Handelsstrategie stärker zu diversifizieren und unabhängiger von den USA auszurichten.

Das EU-US-Handelsabkommen sieht weitgehende Zollfreiheit vor. Trumps Drohungen würden diese Regelungen aussetzen und könnten zahlreiche europäische Exportbranchen belasten, insbesondere in Deutschland und Nordeuropa.




Gewinnspiel
Quizfrage: Wer entscheidet letztlich über die Zustimmung zum EU-US-Handelsabkommen?
A) Die Nato
B) Das Europaparlament
C) Der US-Kongress
D) Der Europäische Gerichtshof

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Wissensblock

OZD-Analyse

Politische Lage
– a) Zolldrohungen als Druckmittel
– b) Grönland-Streit verschärft Konflikt
– c) Vertrauensverlust zwischen Partnern

Europäische Reaktion
– a) Geschlossene Kritik mehrerer Staaten
– b) Forderung nach Aussetzung von Zollsenkungen
– c) Betonung von Souveränität

Wirtschaftliche Folgen
– a) Unsicherheit für Unternehmen
– b) Belastung transatlantischer Lieferketten
– c) Risiko einer Eskalationsspirale


Lernbox
Handelsabkommen der EU müssen vom Europaparlament ratifiziert werden. Politische Spannungen können diesen Prozess verzögern oder vollständig blockieren.


Mini-Infobox
– Wadephul zweifelt an Unterzeichnung
– Trump droht mit Sonderzöllen
– EVP-Fraktion skeptisch
– Grönland-Streit als Auslöser
– EU betont Dialogbereitschaft

OZD-Extra
Die angedrohten Zölle würden erstmals explizit an geopolitische Forderungen gekoppelt – ein Novum in den transatlantischen Handelsbeziehungen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.