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Frieden gegen Bargeld? Neuer Trump-Rat stellt Weltordnung infrage

Ein ständiger Sitz in Donald Trumps neuem „Friedensrat“ soll Medien zufolge eine Milliarde Dollar kosten. Das Projekt wirft Fragen nach Macht, Legitimität und internationaler Ordnung auf.

Mitgliedstaaten, die einen ständigen Sitz in dem von US-Präsident Donald Trump initiierten „Friedensrat“ erhalten wollen, sollen Medienberichten zufolge eine Gebühr von einer Milliarde Dollar in bar zahlen. Das geht aus Informationen der „Times of Israel“ und der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor. Der Rat wird als internationale Initiative beschrieben, die in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Regionen Stabilität schaffen, legitime Regierungsführung wiederherstellen und dauerhaften Frieden sichern soll.

Ursprünglich war der „Friedensrat“ zur Überwachung des Wiederaufbaus im Gazastreifen konzipiert worden, das Gebiet wird im nun bekannt gewordenen Charta-Entwurf jedoch nicht ausdrücklich erwähnt. Stattdessen beansprucht das Gremium eine globale Rolle bei der Lösung bewaffneter Konflikte. In der Präambel heißt es, der Rat müsse den Mut haben, sich von internationalen Ansätzen und Institutionen zu lösen, die „allzu oft gescheitert sind“ – ein deutlicher Seitenhieb auf die Vereinte Nationen.

Bloomberg zufolge berechtigt die Zahlung von einer Milliarde Dollar zu einer unbefristeten Mitgliedschaft. Staaten, die diesen Betrag nicht entrichten, erhalten lediglich einen auf drei Jahre befristeten Sitz, der zudem vom US-Präsidenten verlängert werden kann. Einladungen zum Beitritt sollen ausschließlich auf Trumps Entscheidung beruhen. Beschlüsse des Rates könnten zwar von den Mitgliedern abgestimmt werden, die endgültige Genehmigung liege jedoch allein beim Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Nach Angaben aus Berlin hat die Bundesregierung eine Einladung erhalten. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, Deutschland werde diese in Abstimmung mit seinen Partnern prüfen, eine Zusage gebe es bislang nicht. Auch die Europäische Kommission bestätigte den Erhalt einer Einladung. Zuvor hatte der Kreml mitgeteilt, dass auch Wladimir Putin eingeladen worden sei. Weitere Einladungen gingen unter anderem an Javier Milei und Viktor Orbán. OZD 


OZD-Kommentar – Frieden nach Kassenlage
Ein Friedensrat mit Eintrittspreis sprengt alle bisherigen Maßstäbe internationaler Diplomatie. Wer zahlt, darf bleiben – wer nicht, bleibt außen vor. Das ist kein multilateraler Ansatz, sondern Machtpolitik mit Preisschild. Trumps Modell untergräbt bewährte Strukturen und ersetzt Legitimität durch Zahlungsfähigkeit. Die Prognose: Selbst wenn Staaten beitreten, wird dieser Rat mehr spalten als befrieden.


Historischer Hintergrund
Internationale Friedensgremien entstanden bislang auf Basis multilateraler Verträge und kollektiver Finanzierung, etwa im Rahmen der UN. Der Sicherheitsrat gilt trotz aller Kritik als zentrales Organ globaler Friedenssicherung. Trumps Initiative markiert einen Bruch mit diesem Modell und folgt stärker einer unternehmerischen Logik.


Zukunftsprognose
Kurzfristig dürften einzelne Staaten aus geopolitischem Kalkül teilnehmen. Langfristig aber wird sich zeigen, ob ein Rat mit zentralisierter Macht beim US-Präsidenten internationale Akzeptanz findet. Wahrscheinlicher ist eine Erosion bestehender Ordnungen und eine weitere Fragmentierung globaler Diplomatie.




Gewinnspiel
Quizfrage: Wie hoch soll die Gebühr für einen ständigen Sitz im „Friedensrat“ sein?
A) 100 Millionen Dollar
B) 500 Millionen Dollar
C) Eine Milliarde Dollar
D) Zwei Milliarden Dollar

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Wissensblock

OZD-Analyse

Struktur des Friedensrates
– a) Einladung ausschließlich durch Trump
– b) Befristete und unbefristete Mitgliedschaften
– c) Entscheidungsgewalt beim US-Präsidenten

Politische Implikationen
– a) Umgehung bestehender Institutionen
– b) Machtkonzentration statt Multilateralismus
– c) Gefahr geopolitischer Abhängigkeiten

Internationale Reaktionen
– a) Zögerliche Haltung Europas
– b) Zustimmung aus Trumps politischem Umfeld
– c) Skepsis bei multilateralen Akteuren

Lernbox
Internationale Organisationen wie die UN basieren auf Beiträgen nach Wirtschaftskraft und gemeinsamen Entscheidungsmechanismen. Ein direkter „Kauf“ von Einfluss ist dort nicht vorgesehen.


Mini-Infobox
– Gebühr: eine Milliarde Dollar
– Ständiger oder befristeter Sitz
– Einladung nur durch Trump
– Kritik an UN-Strukturen
– Deutschland prüft Teilnahme


OZD-Extra
Der geplante „Friedensrat“ wäre das erste internationale Gremium, bei dem finanzielle Einmalzahlungen explizit über Dauer und Einfluss der Mitgliedschaft entscheiden.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.