Mit erhobenem Schläger und einem sichtbaren Lächeln feierte Alexander Zverev den nächsten Meilenstein seiner Karriere. Der Weltranglistendritte zog zum vierten Mal ins Halbfinale der Australian Open ein und bestätigte mit einer starken Vorstellung seine Ambitionen auf den ersten Major-Titel. Gegen den formstarken US-Amerikaner Learner Tien musste Zverev zwar über vier Sätze gehen, setzte sich nach 3:10 Stunden jedoch verdient mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:1, 7:6 (7:3) durch.
Auf der Tribüne verfolgte unter anderem Angelique Kerber den Auftritt ihres Landsmannes, der einmal mehr seine mentale und körperliche Stärke demonstrierte. Mit 24 Assen entschied Zverev das Match vor allem über den Aufschlag und blieb auch in kritischen Momenten nervenstark. Zum zehnten Mal insgesamt erreichte er damit ein Grand-Slam-Halbfinale.
„Ich bin extrem glücklich darüber, zurück im Halbfinale zu sein“, sagte Zverev im On-Court-Interview. Sein Gegner habe von der Grundlinie unglaublich gespielt, ohne den starken Aufschlag wäre der Sieg kaum möglich gewesen. Die klimatisierten Bedingungen in der geschlossenen Rod Laver Arena halfen dabei, die extreme Hitze von bis zu 45 Grad auf der Anlage zu neutralisieren.
Zverev dominierte die Anfangsphase, gewann den ersten Satz souverän und zeigte auch körperlich eine beeindruckende Frische. Nach dem Verlust des zweiten Satzes blieb er ruhig, steigerte sich im dritten Durchgang deutlich und setzte sich mit nahezu fehlerfreiem Tennis ab. Im vierten Satz ließ er sich auch von einem überstandenen Satzball nicht mehr aus dem Konzept bringen.
Im Halbfinale wartet nun möglicherweise eine der größten Herausforderungen im aktuellen Männertennis: ein Duell mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz, der später am Tag sein Viertelfinale gegen Alex de Minaur bestreitet. Die direkte Bilanz zwischen Zverev und Alcaraz ist ausgeglichen – ein weiteres Zeichen für ein mögliches Duell auf Augenhöhe.
OZD
OZD-Kommentar – Reifer, stabiler, gefährlicherAlexander Zverev wirkt in Melbourne wie ein Spieler, der gelernt hat. Nicht nur technisch, sondern mental. Früher hätte ihn der verlorene zweite Satz aus dem Rhythmus gebracht – heute bleibt er ruhig, strukturiert, souverän. Genau diese Reife könnte beim Kampf um den ersten Grand-Slam-Titel entscheidend sein. Zverev spielt nicht spektakulärer als früher, aber deutlich klüger. Und das macht ihn brandgefährlich.
Historischer HintergrundZverevs Verhältnis zu Grand-Slam-Turnieren war lange von verpassten Chancen geprägt. Trotz zahlreicher Halbfinal- und Finalteilnahmen blieb ihm der ganz große Titel bislang verwehrt. Verletzungen, mentale Blockaden und starke Konkurrenz bremsten den Hamburger immer wieder aus. In den vergangenen zwei Jahren arbeitete Zverev intensiv an Fitness, Aufschlag und Vorhand – Faktoren, die nun sichtbar Früchte tragen.
ZukunftsprognoseSollte Zverev im Halbfinale auf Alcaraz treffen, wartet ein echter Härtetest. Doch der Deutsche hat mehrfach bewiesen, dass ihm gerade diese Duelle liegen. Mit seiner aktuellen Form, der starken Physis und neuem Selbstvertrauen ist der Titeltraum realistischer denn je. Ob es am Ende reicht, entscheidet nicht das Talent – sondern die Nerven.
Gewinnspiel
Wie viele Asse schlug Alexander Zverev im Viertelfinale gegen Learner Tien?
A) 16
B) 20
C) 24
D) 28
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– Viertelfinalsieg nach 3:10 Stunden
– Zehntes Grand-Slam-Halbfinale
– 24 Asse gegen Tien
– Vierter Halbfinaleinzug in Melbourne
– Erster Major-Titel weiter möglich
1. Sportliche Leistung
a) Überragender Aufschlag
b) Verbesserte Vorhand
c) Kaum unnötige Fehler
2. Mentale Entwicklung
a) Ruhe in Drucksituationen
b) Souveräner Umgang mit Rückschlägen
c) Hohe Konzentration über vier Sätze
3. Bedeutung fürs Turnier
a) Halbfinale als Standortbestimmung
b) Mögliches Prestige-Duell mit Alcaraz
c) Titelchance so groß wie selten zuvor
Alexander Zverev ist Deutschlands derzeit bester Tennisspieler und Weltranglistendritter. Er gewann olympisches Gold 2021 und mehrere Masters-Turniere, wartet jedoch noch auf seinen ersten Grand-Slam-Titel.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Zverev hat bei den Australian Open nun öfter das Halbfinale erreicht als bei jedem anderen Grand-Slam-Turnier.
