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Revolution im ADAC – Midglieder erbost und verlassen den ADAC

Ein Bekenntnis zum Klimaschutz, zehntausende Kündigungen, ein Rücktritt. Der ADAC erlebt einen internen Erdrutsch – und steht vor einer Grundsatzfrage.

Ein Interview, ein politisches Signal – und eine beispiellose Reaktion der Basis: Der Verkehrspräsident des ADAC, Gerhard Hillebrand, ist nach massiven Protesten aus dem Amt zurückgetreten. Auslöser war seine öffentliche Positionierung zugunsten ambitionierter Klimaziele und einer CO₂-Bepreisung. Rund 60.000 Mitglieder verließen daraufhin den Automobilclub.

Hillebrand hatte im Dezember vor einer Aufweichung der europäischen Klimaschutzziele gewarnt, den Umstieg auf klimafreundliche Fahrzeuge gefordert und den steigenden CO₂-Preis als notwendiges Instrument bezeichnet. Für viele Mitglieder, die sich vom ADAC als Schutzmacht der Autofahrer verstehen, war dies ein Affront.

Der Club sprach von „erheblichen Irritationen“ und einem entstandenen Eindruck, der ADAC vertrete nicht mehr konsequent die Interessen der Autofahrer. Der Druck wurde so groß, dass Hillebrand schließlich die persönliche Verantwortung übernahm und seinen Rücktritt erklärte. Er wolle Schaden vom ADAC abwenden.

Inhaltlich distanzierte sich der Automobilclub allerdings nicht von den Aussagen. Der ADAC betonte weiterhin die Notwendigkeit von Klimaschutz, Transparenz bei CO₂-Kosten und sozialem Ausgleich. Gleichzeitig unterstrich er, sich gegen zusätzliche Belastungen ohne Entlastung zu stellen.

Interimistisch übernimmt Technikpräsident Karsten Schulze das Amt. Präsident Christian Reinicke würdigte Hillebrands Engagement ausdrücklich. Auffällig: Parallel zur Kündigungswelle traten im Januar rund 100.000 neue Mitglieder ein – vor allem wegen der stark frequentierten Pannenhilfe im Winter. Unterm Strich bleibt die Mitgliederzahl stabil.

OZD


OZD-Kommentar – Autofahrer oder Zukunft? Der ADAC im Spagat

Der Rücktritt zeigt, wie explosiv Klimapolitik bleibt, sobald sie den Alltag trifft. Der ADAC steckt zwischen Verantwortung und Erwartung. Wer nur gefallen will, verliert Glaubwürdigkeit. Wer unbequeme Wahrheiten ausspricht, riskiert den Aufstand. Diese Debatte ist nicht beendet – sie beginnt gerade erst.

Historischer Hintergrund

Der ADAC wandelte sich seit seiner Gründung 1903 vom reinen Automobilclub zu einem Mobilitätsdienstleister. In den letzten Jahren rückten Klimaschutz, alternative Antriebe und Verkehrswende zunehmend in den Fokus – nicht ohne Konflikte mit der traditionellen Mitgliederbasis.

Zukunftsprognose

Der ADAC wird seine Rolle neu definieren müssen: Als neutraler Mobilitätsberater statt reiner Autofahrer-Lobby. Klimapolitik wird dabei nicht verschwinden. Die Herausforderung bleibt, ökologische Ziele mit sozialer Akzeptanz zu verbinden.


Gewinnspiel

Was löste die Kündigungswelle beim ADAC aus?

A) Beitragserhöhungen
B) Kürzungen bei der Pannenhilfe
C) Bekenntnis zur CO₂-Bepreisung
D) Fusion mit einem Umweltverband

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Mini-Infobox

Kündigungen: rund 60.000

Neumitglieder im Januar: ca. 100.000

Hauptstreitpunkt: Klimaziele & CO₂-Preis

Neuer Amtsinhaber (kommissarisch): Karsten Schulze

Mitgliederstand: stabil auf Vorjahresniveau

OZD-Analyse

1. Konfliktlinie
a) Klimaschutz versus Kosten –
b) Erwartungshaltung der Mitglieder –
c) Politische Neutralität.

2. Reputationsrisiko
a) Kommunikationsfehler –
b) Polarisierung –
c) Vertrauensverlust.

3. Strategische Zukunft
a) Mobilität statt Auto-Fokus –
b) Sozialer Ausgleich –
c) Glaubwürdige Positionierung.

Wer ist der ADAC?

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club ist mit rund 22 Millionen Mitgliedern Europas größter Verkehrsclub. Er bietet Pannenhilfe, Verbraucherschutz, Reiseleistungen und Mobilitätsberatung.

OZD-Extras

Symbolik:
Nicht der Klimaschutz brachte Hillebrand zu Fall – sondern die Angst vor Veränderung. Der ADAC steht exemplarisch für einen gesellschaftlichen Konflikt, der weit über den Straßenverkehr hinausgeht.


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