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Über 240 Milliarden Euro: Russlands Militärbudget weit höher als offiziell

Eine BND-Analyse zeigt, dass Russlands tatsächliche Militärausgaben 2025 weit über offiziellen Angaben liegen – mit drastischen Folgen für Europa.

Die tatsächlichen Militärausgaben Russlands liegen nach einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes deutlich über den offiziell ausgewiesenen Zahlen. Unter Einbeziehung sogenannter versteckter Ausgaben habe Russland im Jahr 2025 schätzungsweise mehr als 240 Milliarden Euro für seine Streitkräfte, den Krieg gegen die Ukraine sowie den militärischen Ausbau an der Nato-Ostflanke aufgewendet.

"Russland hat deutlich höhere Ausgaben für Krieg und Militär, als es die letzten Jahre ausgewiesen hat", erklärte der Bundesnachrichtendienst am Mittwoch auf seiner Internetseite. Eine detaillierte Auswertung russischer Haushaltsdaten zeige, dass der tatsächliche Wehretat in den vergangenen Jahren "bis zu 66 Prozent größer war als dargestellt".

Der Auslandsgeheimdienst machte deutlich, dass Russland unter dem Begriff der Verteidigungsausgaben deutlich weniger erfasse als Nato-Staaten. Nicht berücksichtigt würden unter anderem Bauprojekte des Verteidigungsministeriums, IT-Vorhaben des Militärs sowie Sozialleistungen für Soldaten und deren Angehörige. Würden diese Posten einbezogen, hätten die Militärausgaben im Jahr 2025 rund die Hälfte des gesamten russischen Staatshaushalts ausgemacht und etwa zehn Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes.

Diese enormen Mittel dienten laut BND nicht ausschließlich der Kriegsführung in der Ukraine. Vielmehr investiere Russland gezielt in den zusätzlichen Auf- und Ausbau militärischer Fähigkeiten, insbesondere in Regionen nahe der Nato-Ostflanke. "In diesen Zahlen materialisiert sich konkret die wachsende Bedrohung Europas durch Russland", erklärte der Nachrichtendienst.

Nach den Berechnungen des BND beliefen sich die russischen Militärausgaben im Jahr 2024 auf rund 202 Milliarden Euro. 2023 seien es etwa 136 Milliarden Euro gewesen, im Jahr 2022 – dem Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine – rund 106 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2021, im Jahr vor Kriegsbeginn, hätten die Ausgaben lediglich bei 78 Milliarden Euro gelegen.

Für das Jahr 2025 lagen dem BND nach eigenen Angaben Haushaltsdaten für die ersten drei Quartale vor. Die Ausgaben für das vierte Quartal wurden auf Basis interner Schätzungen ergänzt.
OZD / ©AFP.


OZD-Kommentar – Putins Krieg frisst den Staat:
Diese Zahlen sind ein Weckruf – und ein alarmierender dazu. Wenn ein Land die Hälfte seines Haushalts in Militär und Krieg pumpt, ist das kein Verteidigungsbudget mehr, sondern eine Kriegsökonomie. Russlands Führung setzt alles auf Machtprojektion, selbst um den Preis wirtschaftlicher Selbstverzehrung. Für Europa bedeutet das: Wegsehen ist keine Option mehr. Wer diese Entwicklung unterschätzt, riskiert, von ihr überrollt zu werden. Die Bedrohung wächst nicht abstrakt – sie ist bereits haushaltspolitisch einbetoniert.


Mini-Infobox:
– Über 240 Milliarden Euro Militärausgaben 2025
– Rund 50 Prozent des russischen Staatshaushalts
– Etwa zehn Prozent der Wirtschaftsleistung
– Deutlich höhere Ausgaben als offiziell angegeben


OZD-Analyse
Die BND-Zahlen markieren eine neue Dimension russischer Aufrüstung.

Struktur der Ausgaben
a) Offiziell ausgewiesener Wehretat
b) Versteckte Posten wie Bau, IT und Sozialleistungen
c) Massive Untererfassung in öffentlichen Haushaltszahlen

Strategische Zielsetzung
a) Fortführung des Krieges gegen die Ukraine
b) Langfristiger Ausbau militärischer Kapazitäten
c) Schwerpunkt auf Nato-Grenzregionen

Bedeutung für Europa
– Zunehmender militärischer Druck
– Verkürzte Reaktionszeiten im Krisenfall
– Notwendigkeit höherer eigener Verteidigungsbereitschaft


Was ist der Bundesnachrichtendienst (BND)?
Der Bundesnachrichtendienst ist der Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik Deutschland. Er sammelt und analysiert Informationen über das Ausland, um die Bundesregierung bei sicherheitspolitischen Entscheidungen zu unterstützen.


Historischer Hintergrund:
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Moskau seine Militärausgaben massiv gesteigert. Parallel wurden zivile Staatsausgaben zurückgefahren, während Rüstung, Personal und Infrastruktur priorisiert wurden.


Prognose:
Sollte Russland diesen Kurs beibehalten, ist mit einer weiteren Militarisierung der Wirtschaft zu rechnen. Für Europa bedeutet dies steigenden sicherheitspolitischen Druck, höhere Verteidigungsausgaben und eine langfristige Verschärfung der geopolitischen Lage an der Nato-Ostflanke.


Gewinnspiel:
Welchen Anteil des russischen Gesamtbudgets machten die Militärausgaben 2025 laut BND aus?
A) Rund ein Viertel
B) Rund ein Drittel
C) Rund die Hälfte
D) Fast das gesamte Budget

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


OZD-Extra
Russlands Militärausgaben haben sich seit 2021 nach BND-Berechnungen mehr als verdreifacht – ein Tempo, das selbst im Kalten Krieg selten war.



Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.