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Trump drängt, Selenskyj fordert Garantien – und plötzlich scheint Bewegung drin

In Davos und Moskau laufen parallel intensive US-Vermittlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Donald Trump erhöht den Druck, Wolodymyr Selenskyj fordert Sicherheitsgarantien – und erstmals ist von nur noch einem offenen Streitpunkt die Rede.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine könnte nach fast drei Jahren in eine entscheidende Phase eintreten. Bei Gesprächen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sowie parallel geplanten Treffen in Moskau drängen die USA auf ein baldiges Ende der Kämpfe. US-Präsident Donald Trump erklärte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: „Dieser Krieg muss enden.“ Gleichzeitig sollen Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner in der russischen Hauptstadt Gespräche mit Wladimir Putin führen.

Selenskyj bezeichnete das Treffen mit Trump als „sehr gut“, machte jedoch deutlich, dass ein möglicher Waffenstillstand ohne belastbare Sicherheitsgarantien nicht tragfähig sei. Zwar seien Großbritannien und Frankreich bereit, Bodentruppen zu entsenden, doch ohne die USA funktioniere kein Sicherheitskonzept. Die Gespräche seien schwierig, aber weit fortgeschritten, sagte Selenskyj. Entwürfe seien „fast, fast fertig“.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten sollen am Freitag und Samstag trilaterale Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Unklar blieb, ob direkte Gespräche zwischen Kiew und Moskau vorgesehen sind. US-Gesandter Witkoff erklärte in Davos, man habe die Differenzen inzwischen auf „ein einziges Problem“ reduziert – ein Zeichen, dass ein Durchbruch zumindest denkbar ist.


OZD-Kommentar: Frieden auf Zeit oder geopolitische Illusion?

Der Tonfall hat sich geändert – und das ist kein Zufall. Donald Trump verhandelt nicht aus Idealismus, sondern aus Machtkalkül. Der Ukraine-Krieg ist für ihn kein moralisches Projekt, sondern ein Störfaktor für globale Ordnungsvorstellungen, Handelsinteressen und innenpolitische Stabilität. Dass plötzlich von nur noch einem offenen Punkt die Rede ist, klingt hoffnungsvoll – aber auch gefährlich verkürzt.

Denn Frieden, der auf Zeit erkauft wird, ist kein Frieden, sondern eine Pause. Wenn Sicherheitsgarantien schwammig bleiben, Gebietsfragen vertagt und Russland erneut Spielräume erhält, droht der nächste Krieg nur verschoben zu werden. Europa wirkt dabei erneut wie ein Zuschauer der eigenen Geschichte. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein Deal möglich ist, sondern zu welchem Preis – und wer ihn zahlt.


OZD-Gewinnspiel

Frage:
Was bezeichnete der US-Gesandte Steve Witkoff als verbleibendes Kernproblem zwischen der Ukraine und Russland?

A) Wirtschaftssanktionen
B) Ein einziges offenes Problem
C) Die Energieversorgung Europas
D) Die Nato-Mitgliedschaft Finnlands

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OZD-Analyse

1. Historischer Hintergrund
a) Der Krieg begann mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022
– Bruch des Völkerrechts
– Massive militärische und zivile Verluste
b) Mehrere gescheiterte Verhandlungsansätze seit 2022
– Minsk-Formate faktisch bedeutungslos
– Friedenspläne ohne Umsetzung

2. Aktuelle Dynamik
a) US-Vermittlung gewinnt an Tempo
– Direkte Gespräche in Davos und Moskau
– Persönliche Einbindung Trumps
b) Europa bleibt zersplittert
– Unterschiedliche Sicherheitskonzepte
– Abhängigkeit von US-Positionen

3. Zukunftsprognose
a) Kurzfristig möglich: Waffenstillstand
– Hohe politische Motivation in Washington
– Verhandlungsbereitschaft auf beiden Seiten
b) Langfristig offen: Stabiler Frieden
– Ohne klare Sicherheitsgarantien fragil
– Rückfallrisiko hoch bei ungeklärten Gebietsfragen



Mini-Infobox

Beginn des russischen Angriffskriegs: 24. Februar 2022

Zentrale Vermittler: USA, Ukraine, Russland

Möglicher Ort trilateraler Gespräche: Vereinigte Arabische Emirate

Hauptstreitpunkte: Gebiete, Sicherheitsgarantien

Aussage der USA: Nur noch „ein offenes Problem“



Erklärungen

Wer ist Donald Trump?
Der frühere und erneut amtierende US-Präsident verfolgt eine außenpolitische Linie, die auf Deals, Machtbalance und nationale Interessen setzt. Internationale Konflikte bewertet er primär nach Nutzen für die USA.

Wer ist Wolodymyr Selenskyj?
Der ukrainische Präsident führt sein Land seit Kriegsbeginn durch die schwerste Krise seiner Geschichte und fordert verbindliche Sicherheitsgarantien, um eine erneute russische Aggression zu verhindern.


OZD-Extras

Fun-Fact:
Noch nie seit Beginn des Ukraine-Krieges wurde öffentlich davon gesprochen, dass nur noch ein einziger Streitpunkt zwischen Kiew und Moskau offen sei.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.