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Transatlantische Spannungen dominieren Münchner Sicherheitskonferenz

Nach drei Tagen endet die Münchner Sicherheitskonferenz. Transatlantische Differenzen und der Ukraine-Krieg prägten die Debatten.

Mit mehr als tausend Gästen, hunderten Diskussionsrunden und zahlreichen bilateralen Treffen ist die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) am Sonntagmittag zu Ende gegangen. MSC-Leiter Wolfgang Ischinger sprach in seiner Abschlussrede von einem „größeren Geist der europäischen Entschlossenheit“, der bei dem Treffen spürbar gewesen sei, um gemeinsame Werte zu verteidigen.

Die 62. Ausgabe der Konferenz stand im Zeichen der transatlantischen Spannungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte in seiner Eröffnungsrede von „einer Kluft“ im Verhältnis zwischen den USA und Europa gesprochen und zugleich zu einer Erneuerung des Bündnisses aufgerufen. US-Außenminister Marco Rubio bekannte sich zur Partnerschaft zwischen den USA und Europa, verband dies jedoch mit dem Appell, dem Kurs von Präsident Donald Trump zu folgen.

Ein weiterer Schwerpunkt war erneut der Ukraine-Krieg. Zahlreiche europäische Staaten berieten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die weitere Unterstützung Kiews. Für ihren anhaltenden Widerstand gegen die russischen Invasionstruppen wurden die Ukrainer mit dem Ewald-von-Kleist-Preis der MSC ausgezeichnet. Selenskyj nahm die Ehrung stellvertretend für die ukrainische Bevölkerung entgegen.

Parallel zur Konferenz versammelten sich in München nach Polizeiangaben rund 250.000 Menschen bei einer Großkundgebung gegen die Führung des Iran.

Nach Angaben der Veranstalter reisten mehr als tausend Teilnehmer an, darunter über 60 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Außen- und Verteidigungsminister. Neben politischen Spitzenvertretern nahmen auch Militärs sowie Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft teil.

OZD / ©AFP


OZD-Kommentar – Europas Stunde der Wahrheit

Die Münchner Sicherheitskonferenz war mehr als ein diplomatisches Ritual. Zwischen höflichen Formeln und klaren Warnungen wurde deutlich: Das transatlantische Verhältnis steht unter Spannung. Europa spürt, dass es sich stärker selbst behaupten muss – militärisch, wirtschaftlich, strategisch. Wenn die USA ihre Prioritäten verschieben, darf der Kontinent nicht in strategische Lähmung verfallen. Die kommenden Jahre werden entscheiden, ob Europa sicherheitspolitisch erwachsen wird oder weiter im Schatten Washingtons bleibt. Wer jetzt nicht handelt, riskiert geopolitische Bedeutungslosigkeit.


Mini-Infobox

– 62. Münchner Sicherheitskonferenz
– Über 1.000 Teilnehmer
– Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs
– Schwerpunkt: Transatlantische Beziehungen
– Ukraine mit Ewald-von-Kleist-Preis geehrt


OZD-Analyse

Transatlantische Spannungen
– Die Konferenz machte Differenzen zwischen Europa und den USA sichtbar.
a) Kritik an politischer Distanz.
b) Forderung nach engerer strategischer Abstimmung.
c) Unterschiedliche Prioritäten in Sicherheitsfragen.

Ukraine als zentrales Thema
– Der Krieg bleibt Kern europäischer Sicherheitsdebatten.
a) Weitere Unterstützung für Kiew wird diskutiert.
b) Symbolische Ehrung stärkt politische Solidarität.
c) Langfristige Sicherheitsarchitektur Europas steht zur Debatte.

Europas strategische Rolle
– Die MSC verdeutlicht Europas Suche nach Eigenständigkeit.
a) Notwendigkeit höherer Verteidigungsausgaben.
b) Koordinierung innerhalb der EU.
c) Stärkere geopolitische Positionierung gegenüber Russland und China.


Was ist die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC)?

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist ein jährlich stattfindendes internationales Forum für sicherheitspolitische Debatten. Sie bringt Staats- und Regierungschefs, Minister, Militärvertreter und Experten zusammen, um über globale Krisen und strategische Herausforderungen zu beraten.

Wer ist Wolodymyr Selenskyj?

Wolodymyr Selenskyj ist Präsident der Ukraine. Seit dem russischen Angriff auf sein Land steht er international im Fokus und wirbt weltweit um politische, militärische und finanzielle Unterstützung.


Historischer Hintergrund

Die Münchner Sicherheitskonferenz wurde 1963 gegründet und entwickelte sich zu einem der wichtigsten sicherheitspolitischen Foren weltweit. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat ihre Bedeutung nochmals zugenommen.


Prognose

Die transatlantischen Differenzen werden Europa weiter zu einer eigenständigeren Sicherheitsstrategie drängen. Gleichzeitig bleibt die Unterstützung für die Ukraine ein zentraler Prüfstein für die Glaubwürdigkeit des Westens


Gewinnspiel

Wie viele Staats- und Regierungschefs nahmen laut Veranstaltern an der MSC teil?

A) Mehr als 30
B) Mehr als 60
C) Mehr als 90
D) Mehr als 120

Richtige Antwort: B

Hier geht’s zum Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen



Alle Angaben ohne Gewähr.
Bild: AFP