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Tödlicher Testlauf: Oreschnik-Einsatz erschüttert Ukraine und Westen - Hyperschallwaffe

Russland hat bei neuen Angriffen auf die Ukraine erstmals wieder die Hyperschallrakete Oreschnik eingesetzt. Die Attacke trifft strategische Ziele – und gilt als Warnsignal an den Westen.

Russland hat bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine die atomwaffenfähige Hyperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, mit der Oreschnik seien „strategische Ziele“ in der Ukraine angegriffen worden. Besonders stark betroffen war nach ukrainischen Angaben der Westen des Landes. In der Hauptstadt Kiew meldeten die Behörden mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte.

Nach Angaben aus Moskau handelte es sich um einen „massiven Schlag mit hochpräzisen Waffen mittlerer Reichweite“, darunter Oreschnik-Raketen und Drohnen. Ziel seien ukrainische Drohnen-Produktionsstätten sowie Energieinfrastruktur gewesen. Konkrete Einzelheiten zu den getroffenen Objekten nannte Russland nicht.

Das russische Verteidigungsministerium stellte die Angriffe als Reaktion auf einen angeblichen „Terroranschlag des Kiewer Regimes“ auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin dar. Die Ukraine wies diesen Vorwurf als frei erfunden zurück.

Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe in der Nacht 36 Raketen und 242 Drohnen auf das Land abgefeuert. 18 Raketen und 226 Drohnen seien abgefangen worden. Dennoch kam es in mehreren Regionen zu schweren Zerstörungen. In Lwiw traf eine ballistische Rakete Infrastruktureinrichtungen. Die Behörden betonten, es gebe keine erhöhten Strahlenwerte.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem gezielten „Test“ für die westlichen Verbündeten. Der Angriff nahe der EU- und Nato-Grenze sei eine ernsthafte Bedrohung für die europäische Sicherheit.
OZD 


OZD-Kommentar – Hyperschall statt Verhandlung
Der Einsatz der Oreschnik-Rakete ist mehr als ein militärischer Schlag – er ist eine politische Botschaft. Russland demonstriert bewusst seine Fähigkeit, mit kaum abfangbaren Waffen Eskalationsgrenzen zu verschieben. Während in Europa über Sicherheitsgarantien und mögliche Friedenstruppen gesprochen wird, antwortet Moskau mit Hyperschall und Drohnenschwärmen. Das Signal ist eindeutig: Abschreckung durch Angst, nicht durch Diplomatie. Wer diesen Angriff noch als bloße Machtdemonstration abtut, verkennt die Logik dieses Krieges. Russland testet nicht nur die ukrainische Luftabwehr, sondern auch die Entschlossenheit des Westens.




Historischer Hintergrund – Die Oreschnik als neue Eskalationsstufe
Die Hyperschallrakete Oreschnik gehört zu einer neuen Generation russischer Mittelstreckenraketen. Sie ist atomwaffenfähig und erreicht nach russischen Angaben Geschwindigkeiten von über 12.000 Kilometern pro Stunde. Erstmals eingesetzt wurde sie im November 2024 – damals ohne nuklearen Sprengkopf – gegen eine Rüstungsfabrik in Dnipro. Präsident Putin kündigte später die Serienproduktion an. Mitte Dezember wurde Oreschnik zudem im verbündeten Belarus stationiert. Der Einsatz solcher Waffen markiert eine deutliche Verschärfung des Krieges, da sie bestehende Raketenabwehrsysteme gezielt überfordern sollen.



Erklärungen
Was ist die Oreschnik-Rakete?
Die Oreschnik ist eine russische Hyperschall-Mittelstreckenrakete, die sowohl konventionell als auch mit atomarem Sprengkopf eingesetzt werden kann.

Warum sind Hyperschallwaffen so gefährlich?
Sie fliegen extrem schnell und manövrierfähig, was ihre Ortung und Abwehr stark erschwert und die Reaktionszeiten drastisch verkürzt.





OZD-Analyse

Militärische Bedeutung
– Einsatz kaum abfangbarer Hyperschalltechnologie
– Kombination aus Raketen- und Drohnenangriffen

Politische Signalwirkung
– Warnung an Nato und EU
– Untergrabung laufender Friedensbemühungen

Sicherheitsrisiken für Europa
– Angriffe nahe EU-Grenzen
– Steigende Eskalationsgefahr über die Ukraine hinaus

Mini-Infobox

Eingesetzte Waffe: Oreschnik-Hyperschallrakete

Reichweite: Mittelstrecke

Geschwindigkeit: über 12.000 km/h

Opfer in Kiew: mindestens 4 Tote

OZD-Extras
Hyperschallraketen gelten als einer der zentralen Gründe, warum Russland internationale Rüstungskontrollverträge der vergangenen Jahrzehnte zunehmend infrage stellt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.