Wegen eines Pilotenstreiks sind am Donnerstag zahlreiche Flüge der Lufthansa ausgefallen. Besonders betroffen waren die Flughäfen Frankfurt, Berlin, Hamburg und Düsseldorf, wo ab dem frühen Morgen die meisten Lufthansa-Verbindungen gestrichen wurden. In München hingegen starteten viele Maschinen planmäßig.
Zum Streik aufgerufen hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Betroffen ist nach Gewerkschaftsangaben auch die Frachtsparte Cargo. Parallel dazu rief die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf.
Die VC hatte den Arbeitskampf kurzfristig am Dienstagabend angekündigt. Im Kern geht es um die betriebliche Altersvorsorge. Bereits im September hatten sich die Mitglieder mit großer Mehrheit für einen Streik ausgesprochen, dennoch wollte die Gewerkschaft zunächst weiter verhandeln. „Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden“, erklärte VC-Chef Andreas Pinheiro. „Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen.“ Das Unternehmen habe dieses Zeitfenster jedoch nicht genutzt.
Die UFO begründet ihren Warnstreik mit der angekündigten Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine sowie dem Fehlen eines Sozialplans.
Die Lufthansa kritisierte die „sehr kurzfristige Ankündigung“ der Streiks scharf. Diese treffe die Fluggäste „extrem hart und unverhältnismäßig“. Man forderte die Tarifpartner zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Tragfähige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden, Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben.“
Für Tausende Reisende bedeutet der Donnerstag dennoch lange Warteschlangen, Unsicherheit und kurzfristige Umbuchungen – mitten in einer ohnehin angespannten Reisezeit.
OZd
OZD-Kommentar – Eskalation mit Ansage
Der Konflikt schwelt seit Monaten – jetzt ist er offen ausgebrochen. Dass die VC nach einer deutlichen Urabstimmung irgendwann handeln würde, war absehbar. Die Lufthansa hingegen sieht sich erneut mit einem massiven Imageproblem konfrontiert.
Altersvorsorge ist kein Nebenthema. Für viele Piloten geht es um langfristige Sicherheit nach Jahrzehnten im Cockpit. Gleichzeitig trifft ein Streik immer zuerst die Passagiere – und beschädigt Vertrauen.
Die eigentliche Frage lautet: Warum konnten monatelange Gespräche keine Lösung bringen? Wenn beide Seiten jetzt nicht schnell an den Tisch zurückkehren, drohen weitere Streiktage – und ein empfindlicher wirtschaftlicher Schaden.
Historischer Hintergrund
Die Lufthansa und ihre Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit standen in den vergangenen Jahren mehrfach im Tarifkonflikt. Immer wieder ging es um Vergütung, Arbeitsbedingungen und Pensionsregelungen. Streiks führten regelmäßig zu erheblichen Flugausfällen.
Zukunftsprognose
Sollten die Verhandlungen nicht rasch Fortschritte bringen, sind weitere Arbeitskampfmaßnahmen wahrscheinlich. Besonders die Debatte um Altersvorsorge und die Zukunft der CityLine könnte zu einer längerfristigen Belastung für den Konzern werden.
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Frage: Welche Gewerkschaft vertritt die Lufthansa-Piloten?
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Mini-Infobox
Betroffene Flughäfen: Frankfurt, Berlin, Hamburg, Düsseldorf
Grund: Streit um betriebliche Altersvorsorge
Weitere Aktion: Warnstreik bei Lufthansa CityLine
Cargo-Sparte: Ebenfalls betroffen
Lufthansa-Forderung: Rückkehr an den Verhandlungstisch
OZD-Analyse
Tarifkonflikt
a) Altersvorsorge als Kernpunkt –
b) Mehrmonatige Verhandlungen ohne Ergebnis –
c) Deutliche Streikzustimmung der Mitglieder –
Unternehmensperspektive
a) Kritik an kurzfristiger Ankündigung –
b) Hohe Belastung für Passagiere –
c) Wirtschaftlicher Druck –
Gesamtwirtschaftliche Dimension
a) Image-Schaden für die Airline –
b) Auswirkungen auf Geschäftsreisen –
c) Signalwirkung für andere Tarifrunden –
Was ist die Vereinigung Cockpit (VC)?
Die Vereinigung Cockpit ist die Gewerkschaft der deutschen Verkehrsflugzeugführer. Sie vertritt die Interessen von Piloten bei Tarifverhandlungen, insbesondere zu Gehalt, Arbeitszeit und Altersversorgung.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Lufthansa zählt zu den größten Fluggesellschaften Europas. Bereits ein eintägiger Streik kann Millionenverluste verursachen und zehntausende Passagiere betreffen.
