Die Warnung kam ohne Pathos, aber mit klarer Botschaft. „Wir wissen, was da auf uns zukommt“, sagte Leon Draisaitl vor dem letzten Gruppenspiel der Olympischen Winterspiele in Mailand gegen Weltmeister USA. Das Duell am Sonntagabend (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) wird zur Herkulesaufgabe für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft.
Ein Sieg gegen das mit NHL-Stars gespickte US-Team um Top-Goalie Connor Hellebuyck käme einer kleinen Sensation gleich. Die bisherigen Auftritte des DEB-Teams – ein 3:1 gegen Dänemark und die enttäuschende 3:4-Niederlage gegen Lettland – lassen wenig Raum für Euphorie.
Gerade das Spiel gegen Lettland offenbarte Schwächen in Chancenverwertung und Stabilität. „Man hat solche Tage, wo die Scheibe nicht reingeht“, sagte Bundestrainer Harold Kreis nach dem Dämpfer. Doch gegen die USA wird eine solche Erklärung nicht reichen.
Die Amerikaner sind in allen vier Reihen hochklassig besetzt, spielen variabler und schneller als Lettland. „Wir schauen uns das an, machen kleine Anpassungen. Es ist jetzt nicht so, dass unser System da total auf den Kopf gestellt wird. Aber bei den Amerikanern muss man fast auf jeden Spieler achten“, erklärte Kreis.
Draisaitl fordert vor allem Disziplin: Das Spiel müsse „so lange wie möglich geduldig“ gestaltet werden. „Wir müssen einfach unser Ding spielen.“ Ein offener Schlagabtausch wäre gegen die US-Offensivpower riskant.
Nicht im Tor stehen wird voraussichtlich Philipp Grubauer. Der bisher stark geforderte Keeper soll eine Pause erhalten. Als Optionen stehen Maximilian Franzreb und Mathias Niederberger bereit. Kreis sprach von einer „sehr anspruchsvollen“ Belastung für Grubauer.
Die Ausgangslage ist klar: Nach der Lettland-Niederlage führt der Weg ins Viertelfinale höchstwahrscheinlich über die Qualifikation. Doch ein Überraschungserfolg gegen die USA könnte alles verändern.
OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Jetzt zeigt sich der Charakter
Gegen Lettland fehlte die Kaltschnäuzigkeit. Gegen die USA darf nichts fehlen.
Große Turniere entscheiden sich nicht nur über Talent, sondern über Nerven.
Wenn Deutschland defensiv stabil bleibt und Draisaitl seine Klasse ausspielt, ist eine Überraschung möglich. Doch dafür braucht es Disziplin – und einen Torhüter, der über sich hinauswächst.
Dieses Spiel wird zeigen, ob das DEB-Team wirklich ein Medaillenkandidat ist – oder nur ein Außenseiter mit großen Namen.
Historischer Hintergrund
Die USA gehören seit Jahrzehnten zur Weltspitze im Eishockey. Deutschland feierte 2018 mit Olympia-Silber den größten Erfolg seiner Geschichte, doch gegen Top-Nationen war der Weg oft steinig.
Zukunftsprognose
Selbst bei einer Niederlage ist das Turnier nicht vorbei. Doch ein Sieg gegen die USA würde Momentum schaffen – und dem Team Selbstvertrauen für die K.-o.-Phase geben.

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Mini-Infobox
Wettbewerb: Olympische Winterspiele, Gruppenphase
Gegner: USA (Weltmeister)
Deutscher Kapitän: Leon Draisaitl
Bisherige Bilanz: Sieg gegen Dänemark, Niederlage gegen Lettland
Torwartfrage: Grubauer wohl Pause

OZD-Analyse
Sportliche Ausgangslage
a) Niederlage gegen Lettland als Warnsignal –
b) Defensive Stabilität entscheidend –
c) Effizienz vor dem Tor muss steigen –
Stärke der USA
a) NHL-Tiefe in allen Reihen –
b) Top-Goalie Hellebuyck als Rückhalt –
c) Hohe Spielgeschwindigkeit –
Schlüssel zum Erfolg
a) Geduld im Spielaufbau –
b) Wenige Strafzeiten –
c) Starke Torhüterleistung –
OZD-Extras
Wer ist Leon Draisaitl?
Leon Draisaitl ist einer der erfolgreichsten deutschen Eishockeyspieler aller Zeiten. Der NHL-Star der Edmonton Oilers gewann mehrfach individuelle Auszeichnungen in Nordamerika und gilt als Führungsspieler der deutschen Nationalmannschaft. Bei den Olympischen Spielen übernimmt er die Rolle des Kapitäns.
Erstmals seit 2014 sind wieder zahlreiche NHL-Stars bei Olympia dabei – das Niveau des Turniers ist dadurch deutlich gestiegen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.