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Rückenwind zerstört Goldträume – bitteres Aus für Schmid

Wind, Pech, verpasste Chance: Die deutschen Skispringerinnen gehen in Predazzo leer aus. Erstmals seit Olympia-Premiere 2014 bleibt das DSV-Team ohne Edelmetall – ein herber Dämpfer.

Es war ein Wettbewerb, der mehr vom Wind als von der Technik entschieden wurde – und am Ende standen die deutschen Skispringerinnen mit leeren Händen da. Bei der Olympia-Premiere von der Großschanze in Predazzo verpasste das DSV-Quartett die Medaillenränge klar. Damit reisen die deutschen Frauen erstmals seit der Einführung des olympischen Skispringens ohne Edelmetall nach Hause.

Beste Deutsche war Agnes Reisch, die in einem stark vom Rückenwind beeinflussten Wettkampf Rang zehn belegte. Vizeweltmeisterin Selina Freitag fiel bereits im ersten Durchgang aussichtslos zurück und landete nach einem ordentlichen zweiten Sprung nur auf Platz 17. „Ich muss irgendwie versuchen, das hinzunehmen“, sagte Freitag. „Es ist wirklich hart, nach solchen Vorleistungen ohne Medaille nach Hause zu fahren.“ Juliane Seyfarth war nach dem ersten Durchgang noch Neunte gewesen, wurde im Finale jedoch bis auf Platz 23 durchgereicht.

Ganz bitter verlief der Tag für Katharina Schmid. Die Rekord-Weltmeisterin schied als 42. des ersten Durchgangs aus – ausgerechnet bei ihrem letzten Springen bei einer großen internationalen Meisterschaft. „Das tut sehr, sehr“, sagte die zweimalige Olympiazweite sichtlich getroffen.

Gold ging an Anna Odine Strøm, die nach ihrem Triumph auf der Normalschanze auch von der Großschanze nicht zu schlagen war. Mit Sprüngen auf 130,5 und 132,0 Meter setzte sich die Norwegerin knapp vor ihrer Landsfrau Maria Eirin Kvandal durch. Bronze holte Topfavoritin Nika Prevc aus Slowenien, die 24 Stunden nach dem Sieg ihres Bruders Domen erneut am ganz großen Coup vorbeischrammte.

Seit der Olympia-Premiere 2014 hatten die deutschen Springerinnen stets mindestens eine Medaille gewonnen. Carina Vogt holte damals sensationell Gold, 2018 und 2022 sicherte sich Schmid jeweils Silber. Nun ist diese Serie gerissen – und das ausgerechnet in einem Wettbewerb, in dem die Windbedingungen das Klassement spürbar verzerrten. OZD




OZD-Kommentar – Wenn der Wind über Karrieren entscheidet

Skispringen bleibt eine Kunst – und eine Lotterie.
– Rückenwind kann Weltklasse zunichtemachen.
– Eine Böe entscheidet über Karriere-Highlights.
– Olympia kennt kein „hätte, wenn und aber“.

Dass Deutschland erstmals ohne Medaille bleibt, ist sportlich bitter – aber kein Zeichen des Niedergangs. Entscheidend wird sein, wie der DSV mit diesem Rückschlag umgeht. Wer nur auf Medaillen reagiert, verliert Substanz. Wer analysiert und investiert, kommt stärker zurück.

Historischer Hintergrund

Seit 2014 ist das Frauen-Skispringen olympisch. Deutschland gehörte von Beginn an zu den dominierenden Nationen. Der Olympiasieg von Carina Vogt in Sotschi leitete eine Ära ein, in der der DSV regelmäßig um Gold sprang. Das Ausbleiben einer Medaille 2026 markiert daher einen historischen Einschnitt.

Zukunftsprognose

Der Generationenwechsel ist im Gange. Während Schmid ihre Karriere beendet, müssen Reisch und Freitag künftig mehr Verantwortung übernehmen. International wächst die Konkurrenz – insbesondere Norwegen und Slowenien setzen neue Maßstäbe. Ohne technische Weiterentwicklung droht Deutschland den Anschluss zu verlieren.



OZD-Gewinnspiel – Skisprung-Wissen

Frage:
Wer gewann 2014 als erste Olympiasiegerin im Frauen-Skispringen Gold?

A) Sara Takanashi
B) Katharina Schmid
C) Carina Vogt
D) Daniela Iraschko-Stolz

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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.