Jesse Jackson ist tot. Einer der einflussreichsten Vertreter der US-Bürgerrechtsbewegung starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Er sei „friedlich im Kreise seiner Familie“ gestorben. Sein Glaube an Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Liebe habe „Millionen Menschen inspiriert“, erklärten seine Angehörigen.
Jackson hinterlässt seine Frau Jacqueline und sechs Kinder. Seine Familie rief dazu auf, seinen Kampf für die Gleichberechtigung von Afroamerikanern fortzusetzen.
Die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris würdigte ihn als „einen der größten Patrioten Amerikas“. Er habe Menschen eine Stimme gegeben, die von Macht und Politik ausgeschlossen gewesen seien. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich und nannte Jackson eine „Naturgewalt“. „Er war ein guter Mann, mit viel Persönlichkeit, Durchhaltevermögen und Lebenserfahrung“, schrieb Trump.
Jackson selbst hatte Trump in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert – insbesondere wegen dessen Haltung zu Bürgerrechten und Migrationspolitik. Der Kontrast zwischen beiden politischen Welten könnte größer kaum sein.
Seit den 1960er Jahren engagierte sich der Baptistenpfarrer für die Rechte von Afroamerikanern. Als enger Weggefährte von Martin Luther King Jr. stand er 1968 in Memphis an dessen Seite, als King ermordet wurde – ein Schlüsselmoment, der Jacksons Leben und Wirken nachhaltig prägte.
In den 1980er Jahren kandidierte Jackson zweimal für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Auch wenn er scheiterte, ebnete er damit den Weg für die Wahl von Barack Obama im Jahr 2008. Als Obama gewann, stand Jackson mit Tränen in den Augen inmitten der jubelnden Menge – ein historischer Moment für die afroamerikanische Gemeinschaft.
Geboren wurde Jackson am 8. Oktober 1941 als Jesse Louis Burns in Greenville, South Carolina – in einer Zeit strikter Rassentrennung. Er wuchs unter schwierigen Bedingungen auf, besuchte eine Schule für Schwarze und erhielt später ein Football-Stipendium. Früh schloss er sich Protestaktionen an und marschierte 1965 mit King von Selma nach Montgomery.
Später engagierte sich Jackson international, setzte sich gegen die Apartheid in Südafrika ein und vermittelte bei der Freilassung von Gefangenen in Syrien, Irak und Serbien. Mit der Gründung der Rainbow Push Coalition in Chicago schuf er eine Plattform für sozialen und politischen Aktivismus.
Auch im hohen Alter blieb er politisch aktiv. 2021 unterstützte er die Familie von George Floyd, dessen Tod die „Black Lives Matter“-Proteste auslöste. 2017 hatte Jackson öffentlich gemacht, an Parkinson zu leiden. Eine konkrete Todesursache nannte die Familie nicht.
Mit Jesse Jackson verliert die USA eine moralische Instanz – eine Stimme, die über Jahrzehnte hinweg gegen Rassismus, soziale Ungleichheit und politische Ausgrenzung ankämpfte.
OZD

OZD-Kommentar – Ein Gewissen Amerikas
Mit Jesse Jackson stirbt mehr als ein Bürgerrechtler – es verstummt ein Gewissen Amerikas. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Gräben wieder tiefer werden, war er eine Erinnerung daran, wie hart Gleichberechtigung erkämpft wurde. Jackson war unbequem, leidenschaftlich, manchmal polarisierend – aber nie gleichgültig. Sein Vermächtnis stellt eine unbequeme Frage an die USA: Wie weit ist das Land wirklich gekommen seit den Märschen von Selma? Die kommenden Jahre werden zeigen, ob seine Botschaft von Gerechtigkeit und Solidarität nur historisches Erbe bleibt – oder politischer Auftrag.
Historischer Hintergrund
Die US-Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre kämpfte gegen Rassentrennung und Diskriminierung. Führungsfiguren wie Martin Luther King prägten mit gewaltfreiem Protest und Massenmobilisierung die politische Landschaft der Vereinigten Staaten nachhaltig.
Zukunftsprognose
Jacksons Tod könnte in den USA eine neue Debatte über soziale Gerechtigkeit und Rassengleichheit auslösen. Angesichts wachsender politischer Spannungen dürfte sein Vermächtnis verstärkt in aktuellen gesellschaftlichen Konflikten aufgegriffen werden.
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Mini-Infobox – Jesse Jackson
Geboren: 8. Oktober 1941, Greenville, South Carolina
Bürgerrechtler und Baptistenpastor
Zweimalige Präsidentschaftskandidatur (Demokraten)
Gründer der Rainbow Push Coalition
Parkinson-Erkrankung seit 2017 öffentlich bekannt
OZD-Analyse
Politische Bedeutung
– a) Brückenfigur zwischen Bürgerrechtsbewegung und moderner US-Politik
– b) Wegbereiter für afroamerikanische Präsidentschaftskandidaten
– c) Einfluss auf Demokratische Partei
Gesellschaftliche Wirkung
– a) Mobilisierung benachteiligter Gruppen
– b) Internationale Vermittlungsrolle
– c) Moralische Instanz in Krisenzeiten
Aktuelle Relevanz
– a) Debatten über Rassismus und Polizeigewalt
– b) Polarisierung in den USA
– c) Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt
Wer war Jesse Jackson?
Jesse Jackson war ein US-amerikanischer Bürgerrechtler, Pastor und Politiker. Als enger Weggefährte von Martin Luther King spielte er eine zentrale Rolle in der US-Bürgerrechtsbewegung. Er kandidierte zweimal für das Präsidentenamt und setzte sich bis ins hohe Alter für soziale Gerechtigkeit ein.
OZD-Extras
Als Barack Obama 2008 zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt wurde, war Jesse Jackson unter den Zuschauern – mit Tränen in den Augen. Für viele galt dieser Moment als Erfüllung eines Traums, für den Jackson jahrzehntelang gekämpft hatte.
