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Der Bau-Boom ist zurück: Genehmigungen steigen kräftig an

Nach Jahren der Krise zeigt der Wohnungsbau wieder Lebenszeichen: 2025 wurden fast elf Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. Doch Experten warnen – der Bedarf bleibt enorm.

Beim Wohnungsbau zeichnet sich erstmals seit vier Jahren wieder eine spürbare Belebung ab. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wurden im Jahr 2025 insgesamt 238.500 Wohnungen genehmigt – ein Plus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2024 war die Zahl der Baugenehmigungen noch auf den tiefsten Stand seit 2010 gefallen.

Die Genehmigungszahlen gelten als wichtiger Frühindikator für die Baukonjunktur – und damit auch für die Entwicklung auf dem angespannten Wohnungsmarkt. Entsprechend optimistisch äußerte sich Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD). Das Plus zeige, „dass die Trendwende im Wohnungsbau begonnen hat“. Die Stimmung in der Branche habe sich verbessert, auch die Investitionen nähmen wieder zu.

Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sprach von einem gebrochenen Negativtrend. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa warnte jedoch davor, das Ergebnis zu überschätzen. 2025 seien lediglich rund 225.000 Wohnungen fertiggestellt worden – mindestens 100.000 mehr pro Jahr wären jedoch notwendig, um den Bedarf zu decken.

Ähnlich äußerte sich der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Präsident Axel Gedaschko sprach von einem positiven Signal, betonte jedoch, dass insbesondere in Großstädten der Druck auf dem Wohnungsmarkt hoch bleibe. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie verwies zudem darauf, dass nicht jede genehmigte Wohnung auch tatsächlich gebaut werde. Entscheidend seien am Ende die Fertigstellungszahlen.

Deutlich kritischer reagierte der Immobilienverband Deutschland (IVD). Präsident Dirk Wohltorf sprach von einer „Dauerkrise“ im Wohnungsbau. Neben schnelleren Genehmigungsverfahren brauche es einfachere bauliche Mindeststandards und steuerliche Entlastungen. „In Baugenehmigungen kann man nicht wohnen“, betonte er.

Besonders stark fiel der Anstieg bei Einfamilienhäusern aus: Hier legten die Genehmigungen um 17,2 Prozent auf 44.500 zu. Bei Zweifamilienhäusern blieb das Niveau mit 12.600 stabil. In Mehrfamilienhäusern wurden 128.100 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 12,1 Prozent oder 13.900 Einheiten.

Konjunkturforscher Sebastian Dullien vom IMK sprach von einem „klaren Wendesignal“. Die Bauwirtschaft habe die Talsohle durchschritten. 2026 könne der Bau eine wichtige Rolle spielen, um die deutsche Wirtschaft aus der Rezession zu führen.

OZD



OZD-Kommentar – Hoffnung ja, Entwarnung nein

Die Zahlen sind ein Lichtblick – mehr nicht. Elf Prozent Plus klingen beeindruckend, doch sie kommen nach einem historischen Absturz. Der Wohnraummangel in deutschen Ballungsräumen ist strukturell, nicht zyklisch. Wer von einer Trendwende spricht, muss liefern: schnellere Verfahren, verlässliche Förderbedingungen, weniger Bürokratie. Solange jährlich hunderttausende Wohnungen fehlen, bleibt jede Erfolgsmeldung relativ. Der Wohnungsmarkt braucht kein Strohfeuer – er braucht nachhaltige Reformen.

Historischer Hintergrund

Seit 2022 war der Wohnungsbau massiv eingebrochen. Steigende Zinsen, hohe Baukosten und unsichere Förderbedingungen führten zu einem drastischen Rückgang der Genehmigungen.

Zukunftsprognose

Sollten Zinsen stabil bleiben und staatliche Förderprogramme greifen, könnte sich der Aufwärtstrend 2026 fortsetzen. Entscheidend wird jedoch sein, ob aus Genehmigungen tatsächlich Fertigstellungen werden.



OZD-Gewinnspiel 2026

Wie viele Wohnungen wurden 2025 genehmigt?

A) 198.500
B) 215.000
C) 238.500
D) 260.000

Richtige Antwort: C) 238.500

Jetzt teilnehmen und gewinnen:
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Mini-Infobox – Die wichtigsten Zahlen 2025

238.500 genehmigte Wohnungen

+10,9 % gegenüber 2024

44.500 Einfamilienhäuser (+17,2 %)

128.100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern

225.000 Fertigstellungen (geschätzt)

OZD-Analyse

Konjunkturelle Dimension
– a) Stabilisierung nach historischer Schwächephase
– b) Positive Signale für Investitionen
– c) Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Erholung

Strukturelle Herausforderungen
– a) Hoher Wohnraumbedarf in Städten
– b) Diskrepanz zwischen Genehmigung und Fertigstellung
– c) Hohe Bau- und Finanzierungskosten

Politische Rahmenbedingungen
– a) „Bau-Turbo“ für schnellere Verfahren
– b) Novelle des Baugesetzbuches
– c) Förderprogramme zur Investitionsanreizung



Was ist das Statistische Bundesamt?

Das Statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden ist die zentrale Behörde für amtliche Statistik in Deutschland. Es erhebt, analysiert und veröffentlicht Daten zu Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Was ist der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB)?

Der ZDB ist ein Branchenverband, der die Interessen mittelständischer Bauunternehmen in Deutschland vertritt und regelmäßig wirtschaftliche Einschätzungen zur Baukonjunktur veröffentlicht.

OZD-Extras

Die Zahl der Wettbewerbe im Wohnungsbau steigt – doch laut Experten entscheidet sich der Erfolg der Baupolitik nicht bei Genehmigungen, sondern bei den tatsächlich übergebenen Schlüsseln.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.