Die Spannungen im Iran-Krieg erreichen eine neue Stufe: Die iranische Militärführung hat mit Angriffen auf Ölanlagen in der Golfregion gedroht, falls Israel weiterhin Energie-Infrastruktur im Iran angreift.
Die Regierungen anderer mehrheitlich muslimischer Staaten in der Region müssten die USA und Israel "so schnell wie möglich" vor weiteren Angriffen warnen, erklärte das zentrale iranische Militärkommando im Staatsfernsehen. Die Drohung folgte auf israelische Luftangriffe auf Öldepots in und nahe der iranischen Hauptstadt Teheran.
Andernfalls werde die iranische Armee "ähnliche Schritte in der Region ergreifen", erklärte die Armeeführung. "Wenn ihr mit Ölpreisen von mehr als 200 Dollar pro Barrel zurechtkommt, spielt nur weiter dieses Spiel."
Israelische Kampfjets hatten in der Nacht zum Sonntag fünf Öldepots rund um Teheran bombardiert. Dabei brachen nach Behördenangaben gewaltige Brände aus. Die Treibstoffversorgung in der iranischen Hauptstadt sei "vorübergehend unterbrochen" worden, teilten Verwaltungsvertreter mit.
Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran droht damit zunehmend auch den globalen Energiemarkt zu erschüttern. Besonders im Fokus steht die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert wird.
OZD
OZD-Kommentar – Der gefährlichste Hebel im Krieg
Die Drohung des Iran zeigt, wie schnell sich dieser Krieg zu einer globalen Energiekrise entwickeln kann. Öl ist im Nahen Osten nicht nur Wirtschaftsgut, sondern geopolitische Macht. Wenn Energieanlagen in der gesamten Golfregion ins Visier geraten, könnte der Konflikt eine Dimension erreichen, die weit über Israel und den Iran hinausgeht. Die Warnung Teherans ist nicht nur militärisch gemeint – sie ist auch eine Botschaft an die Weltmärkte. Schon kleine Störungen im Golf treiben den Ölpreis nach oben. Ein koordinierter Angriff auf Anlagen in Saudi-Arabien, den Emiraten oder Katar könnte die globale Wirtschaft erschüttern. Die eigentliche Gefahr liegt deshalb nicht nur im Krieg selbst, sondern in seiner Wirkung auf Energie, Handel und Inflation weltweit.
Historischer Hintergrund:
Bereits während früherer Konflikte im Nahen Osten – etwa im sogenannten
„Tankerkrieg“ der 1980er Jahre zwischen Iran und Irak – wurden
Öltransporte im Persischen Golf gezielt angegriffen.
Zukunftsprognose:
Sollten Energieanlagen tatsächlich angegriffen werden, könnten die
Ölpreise weltweit stark steigen und neue wirtschaftliche Turbulenzen
auslösen.

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A) Straße von Gibraltar
B) Straße von Hormus
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Mini-Infobox
Konflikt: Israel–Iran
Ziel der Angriffe: Öldepots nahe Teheran
Drohung: Angriffe auf Ölanlagen am Golf
mögliche Folge: Ölpreis über 200 Dollar pro Barrel
strategischer Engpass: Straße von Hormus
OZD-Analyse
Bedeutung der Energie-Infrastruktur im Krieg
a) wirtschaftlicher Druck
– Energie als strategisches Ziel
b) symbolische Wirkung
– Angriff auf zentrale Infrastruktur
c) globale Folgen
– Einfluss auf Ölpreise und Märkte
Rolle der Golfregion
a) wichtigste Öltransportroute der Welt
– Straße von Hormus
b) große Förderländer
– Saudi-Arabien, Emirate, Katar
c) empfindliche Infrastruktur
– Raffinerien, Terminals, Pipelines
Risiken für die Weltwirtschaft
a) steigende Energiepreise
– Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit
b) Störungen im Handel
– Tanker und Lieferketten betroffen
c) geopolitische Eskalation
– mögliche Ausweitung des Krieges

Erklärungen
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie
verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gilt als
wichtigste Öltransportroute der Welt.
Wer kontrolliert den globalen Ölmarkt?
Der globale Ölmarkt wird von großen Förderstaaten und der Organisation
der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) sowie ihren Partnern beeinflusst.
OZD-Extras
Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert täglich die Straße von Hormus.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.