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Waffenruhe zerbricht: USA greifen Iran massiv an

Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran gerät ins Wanken: Massive US-Angriffe lösen iranische Raketenangriffe aus. Die Ölpreise steigen deutlich.

Übersicht 

USA greifen mehr als 80 Ziele im Iran an.

Iran meldet Raketen- und Drohnenangriffe auf Kuwait und Bahrain.

Straße von Hormus bleibt zentraler Konfliktpunkt.

US-Sanktionslockerungen für iranisches Öl aufgehoben.

Ölpreis steigt um mehr als 2,5 Prozent.



Nach der Hoffnung auf eine Stabilisierung im Nahen Osten ist der Konflikt zwischen den USA und dem Iran erneut dramatisch eskaliert. Obwohl offiziell weiterhin eine Waffenruhe gilt, führten die Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch eine großangelegte Militäraktion gegen iranische Ziele durch. Teheran reagierte umgehend mit Gegenangriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain und drohte mit weiteren Konsequenzen.

Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom richteten sich die Angriffe gegen mehr als 80 militärische Ziele in und um die strategisch bedeutende Straße von Hormus. Getroffen worden seien Luftverteidigungssysteme, Führungs- und Kontrolleinrichtungen, Küstenradaranlagen, Stellungen für Anti-Schiffs-Raketen sowie mehr als 60 Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarden.

Washington begründete die Offensive mit den Angriffen auf drei Tanker in der Straße von Hormus, für die der Iran verantwortlich gemacht wird. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", erklärte Centcom. Der Iran werde dafür "einen hohen Preis zahlen".

Iranische Medien berichteten unterdessen von heftigen Explosionen auf der Insel Keschm, in Sirik sowie in der bedeutenden Hafenstadt Bandar Abbas. Das Außenministerium in Teheran sprach von einem schweren Vertragsbruch der Vereinigten Staaten und kündigte "entschlossene Maßnahmen" zum Schutz der nationalen Sicherheit an.

Kurz darauf meldeten die Revolutionsgarden einen umfassenden Vergeltungsschlag. Nach iranischen Angaben wurden mit Raketen und Drohnen insgesamt 85 wichtige US-Militäranlagen in Kuwait und Bahrain angegriffen. Der Einsatz sei gemeinsam von Marine- sowie Luft- und Raumfahrtkräften durchgeführt worden.

In Kuwait wurde Luftalarm ausgelöst. Die Streitkräfte erklärten über den Onlinedienst X, die Luftverteidigung wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab. Auch in Bahrain wurde Alarm ausgelöst, ohne dass zunächst nähere Einzelheiten veröffentlicht wurden.

Die Straße von Hormus bleibt einer der zentralen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Bereits während des Krieges hatte der Iran die Meerenge faktisch für die internationale Schifffahrt gesperrt, während die USA iranische Häfen blockierten. Erst nach dem Abschluss eines Rahmenabkommens war der Schiffsverkehr teilweise wieder aufgenommen worden.

Der Iran lehnt jedoch eine vollständige Rückkehr zu den früheren Regelungen ab und verlangt neue Bedingungen für die Passage der wichtigen Handelsroute. Gleichzeitig fordert Teheran die vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Nach den jüngsten Angriffen zogen die USA ihre zuvor gewährte Lockerung der Ölsanktionen wieder zurück. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, die Ausnahmeregelung sei "vollständig leistungsabhängig". Der Iran werde wirtschaftliche Erleichterungen nur bei "gutem Verhalten" erhalten.

Die Finanzmärkte reagierten sofort auf die erneute Eskalation. Der Ölpreis sprang zum Handelsbeginn in Asien um mehr als 2,5 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit zwei Wochen. Die Sorge wächst, dass eine weitere Verschärfung des Konflikts erneut erhebliche Auswirkungen auf Energieversorgung, Welthandel und die Stabilität der gesamten Golfregion haben könnte.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Die Waffenruhe ist nur noch ein Wort

Die jüngsten Angriffe zeigen, wie brüchig die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran tatsächlich ist. Beide Seiten werfen sich Vertragsbruch vor und reagieren mit militärischer Härte. Damit steigt die Gefahr, dass einzelne Zwischenfälle eine neue Eskalationsspirale auslösen.

Besonders alarmierend ist die Lage an der Straße von Hormus. Kaum eine Wasserstraße besitzt größere Bedeutung für den weltweiten Energiehandel. Jede militärische Eskalation dort trifft nicht nur die Konfliktparteien, sondern auch Europa, Asien und die Weltwirtschaft. Diplomatie wird immer schwieriger, je häufiger Raketen sprechen.


Historischer Hintergrund

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls wird über diese Meerenge transportiert. Seit Jahrzehnten ist sie einer der geopolitisch sensibelsten Punkte der Welt. Konflikte zwischen den USA und dem Iran führten wiederholt zu Angriffen auf Tanker, Sanktionen und militärischen Drohungen. Auch der aktuelle Konflikt zwischen Washington, Teheran und Israel hat die strategische Bedeutung der Region erneut in den Mittelpunkt gerückt.


Zukunftsprognose

Sollten beide Seiten ihre Militärschläge fortsetzen, droht eine erneute vollständige Blockade der Straße von Hormus mit gravierenden Folgen für den globalen Ölmarkt. Die Aufhebung der US-Sanktionslockerungen verschärft zusätzlich den wirtschaftlichen Druck auf den Iran. Gleichzeitig könnten weitere Angriffe auf US-Stützpunkte in der Golfregion oder auf die internationale Schifffahrt den Konflikt erheblich ausweiten und auch NATO-Partner sowie arabische Golfstaaten stärker in die Krise hineinziehen.


Gewinnspiel

Frage: Welche strategisch wichtige Meerenge steht im Mittelpunkt der aktuellen Eskalation?

A) Straße von Gibraltar

B) Bosporus

C) Straße von Hormus

D) Suezkanal

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OZD-Analyse

1. Militärische Eskalation

– Die Waffenruhe wird durch gegenseitige Angriffe massiv belastet.

2. Strategische Bedeutung

– a) Kontrolle über die Straße von Hormus.

– b) Sicherheit internationaler Energieversorgung.

– c) Schutz von US-Militärbasen am Persischen Golf.

3. Folgen

– Höhere Ölpreise, zunehmende Unsicherheit auf den Weltmärkten und steigendes Risiko eines regionalen Flächenbrandes mit globalen wirtschaftlichen Auswirkungen.


Erklärungen

Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Sie zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt, da ein erheblicher Teil des globalen Erdöl- und Flüssiggasexports diesen Seeweg nutzt.

Was ist das US Central Command (Centcom)?

Das United States Central Command (Centcom) ist das Regionalkommando der US-Streitkräfte für den Nahen Osten, Zentralasien und Teile Südasiens. Es koordiniert militärische Einsätze der USA in einer der strategisch wichtigsten Regionen der Welt.

OZD-Extras

Bereits kleine militärische Zwischenfälle in der Straße von Hormus führten in der Vergangenheit innerhalb weniger Stunden zu deutlichen Preissprüngen an den internationalen Energiemärkten. Händler beobachten die Region deshalb nahezu in Echtzeit.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.