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Nach Gerichtsurteil: Hochrisikospiele werden für Fußballklubs deutlich teurer

Der DFB zieht Konsequenzen aus der Rechtsprechung: Polizeikosten bei Hochrisikospielen sollen künftig an die Heimvereine weitergegeben werden.

Fakten im Überblick

DFB reicht Polizeikosten bei Hochrisikospielen künftig mindestens anteilig an Heimvereine weiter.

Hintergrund ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Bremer Gebührenregelung.

Polizeigewerkschaft fordert weitere Bundesländer zum Nachziehen auf.


Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einen weitreichenden Beschluss gefasst, der den Profifußball finanziell spürbar treffen dürfte. Künftig sollen Gebühren für Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen mindestens anteilig an die jeweiligen Heimvereine weitergegeben werden. Das beschloss das DFB-Präsidium am Freitag und reagiert damit auf die aktuelle Rechtslage nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf machte deutlich, dass der Verband aufgrund seiner Vermögensbetreuungspflicht kaum Handlungsspielraum habe. "Sollte der DFB Gebührenbescheide für Polizeikosten erhalten, werden wir die Kosten an die jeweiligen Vereine weiterreichen", erklärte Neuendorf.

Gleichzeitig bekräftigte der DFB seine grundsätzliche Kritik an der Erhebung solcher Gebühren. Neuendorf betonte: "Das gemeinsame Ziel von Politik, Polizei, Verbänden und Vereinen muss es sein, die Sicherheitslage vor Ort zu verbessern und Polizeieinsatzstunden anlässlich Fußballspielen zu verringern. Beides wird durch eine Gebührenregelung nicht erreicht." Der Verband setze weiterhin auf einen kooperativen Ansatz zwischen Vereinen, Politik und Sicherheitsbehörden.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßte den Beschluss grundsätzlich, widersprach dem DFB jedoch deutlich in der Bewertung. Bundesvorsitzender Heiko Teggatz erklärte, Gebührenbescheide seien "kein Selbstzweck und keine Bestrafung des Fußballs", sondern ein wirksamer Anreiz für mehr Prävention und bessere Sicherheitskonzepte. Er forderte weitere Bundesländer auf, dem Bremer Modell zu folgen und bei Hochrisikospielen entsprechende Gebühren konsequent zu erheben.

Hintergrund der Entscheidung ist eine bereits seit Jahren bestehende Regelung in Bremen. Dort können Veranstalter bei besonders aufwendigen Polizeieinsätzen an den Kosten beteiligt werden. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte inzwischen grundsätzlich die Rechtmäßigkeit dieses Modells. Auch das Saarland arbeitet derzeit an einer vergleichbaren gesetzlichen Regelung.

Sollten weitere Bundesländer nachziehen, könnten zahlreiche Vereine der Bundesliga, 2. Bundesliga sowie weiterer DFB-Wettbewerbe künftig mit zusätzlichen finanziellen Belastungen konfrontiert werden.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der Profifußball verliert sein Kostenprivileg

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt. Jahrelang wurde darüber gestritten, wer die enormen Polizeikosten bei Hochrisikospielen tragen soll. Nun wächst der finanzielle Druck auf Vereine und Verbände. Angesichts milliardenschwerer Umsätze im Profifußball erscheint eine Beteiligung an außergewöhnlichen Sicherheitskosten durchaus nachvollziehbar. Gleichzeitig darf dies nicht dazu führen, dass kleinere Vereine oder Fanprojekte unter zusätzlichen Belastungen leiden. Entscheidend wird sein, wie transparent und einheitlich die Gebühren künftig erhoben werden.

Historischer Hintergrund

Seit Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob Profifußballvereine an außergewöhnlichen Polizeikosten beteiligt werden sollen. Bremen führte als erstes Bundesland eine gesetzliche Gebührenregelung für Hochrisikospiele ein. Nach einem langjährigen Rechtsstreit bestätigte das Bundesverfassungsgericht die grundsätzliche Zulässigkeit solcher Gebühren. Das Urteil gilt bundesweit als wegweisend.

Zukunftsprognose

Es ist wahrscheinlich, dass weitere Bundesländer ähnliche Regelungen einführen werden. Für Vereine könnten dadurch höhere Sicherheitsausgaben entstehen. Gleichzeitig dürfte der Druck wachsen, Fantrennung, Sicherheitskonzepte und Präventionsmaßnahmen weiter auszubauen, um Hochrisikoeinstufungen und damit verbundene Kosten zu reduzieren. Langfristig könnte dies auch Auswirkungen auf Ticketpreise und Vereinsbudgets haben.

Erklärungen

Was ist ein Hochrisikospiel?

Als Hochrisikospiel gelten Fußballbegegnungen, bei denen Polizei und Sicherheitsbehörden aufgrund von Fanrivalitäten, Gewaltpotenzial oder besonderer Gefährdungslage mit einem deutlich erhöhten Einsatz rechnen.

Warum geht es um Polizeikosten?

Bei Hochrisikospielen entstehen häufig erhebliche zusätzliche Polizeikosten. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass Bundesländer Veranstalter unter bestimmten Voraussetzungen an diesen Mehrkosten beteiligen dürfen.

OZD-Extras

Sollten mehrere Bundesländer dem Bremer Modell folgen, könnten sich die jährlichen Sicherheitskosten im deutschen Profifußball deutlich erhöhen. Für börsennotierte Fußballunternehmen wie Borussia Dortmund könnten zusätzliche Kosten die Ergebnisse leicht belasten, während Sicherheitsdienstleister und Stadiontechnik-Anbieter von steigenden Investitionen profitieren könnten.

Gewinnspiel

Warum will der DFB Polizeikosten künftig an Heimvereine weitergeben?

A) Wegen neuer UEFA-Regeln

B) Aufgrund eines Grundsatzbeschlusses nach der aktuellen Rechtslage

C) Wegen gestiegener Ticketpreise

D) Auf Wunsch der Bundesliga-Spieler

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.