Fakten im Überblick
Der für November geplante WRC-Lauf in Saudi-Arabien ist wegen der regionalen Entwicklung gestrichen worden.
Die Rally Italia Sardegna vom 1. bis 4. Oktober wird damit zum 13. und letzten Lauf der Rallye-WM 2026.
Toyota steht bereits als Konstrukteurs-Weltmeister fest, während die Entscheidung in der Fahrer-WM noch aussteht.
Der Nahostkrieg greift erneut massiv in den internationalen Motorsport ein. Der ursprünglich für November geplante Abschluss der Rallye-Weltmeisterschaft in Saudi-Arabien wird nicht als WRC-Lauf ausgetragen. Das teilten der Automobilsport-Weltverband FIA und der WRC Promoter mit.
Als Grund nennt die FIA die anhaltende Unsicherheit in der Region und deren Auswirkungen auf die logistischen Vorbereitungen.
Damit endet die Rallye-WM 2026 deutlich früher als ursprünglich vorgesehen.
Die Rally Italia Sardegna vom 1. bis 4. Oktober wird zum 13. und letzten WM-Lauf der Saison. Der Kampf um den Fahrertitel entscheidet sich damit auf den anspruchsvollen Schotterpisten der italienischen Mittelmeerinsel.
Besonders wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Die Rally Saudi Arabia wird im November nicht vollständig abgesagt.
Die Veranstaltung soll vom 12. bis 15. November weiterhin als Teil der FIA Middle East Rally Championship stattfinden. Lediglich der geplante WRC-Lauf entfällt.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem erklärte, dass der Verband gemeinsam mit den Partnern in Saudi-Arabien und dem WRC Promoter verschiedene Möglichkeiten geprüft habe, um den WM-Lauf wie geplant stattfinden zu lassen.
Die aktuelle regionale Entwicklung lasse dies jedoch nicht zu.
Gleichzeitig betonte die FIA, dass die Entscheidung keine grundsätzlichen Zweifel an der Fähigkeit Saudi-Arabiens ausdrücke, internationale Motorsportveranstaltungen auszurichten. Bereits für 2027 wird eine Rückkehr der Rallye in den WRC-Kalender angestrebt.
Sportlich verändert die Absage die Ausgangslage im Kampf um die Weltmeisterschaft erheblich.
Der Waliser Elfyn Evans führt die Fahrerwertung mit 230 Punkten an. Sein finnischer Toyota-Teamkollege Sami Pajari liegt mit 213 Punkten 17 Zähler zurück. Oliver Solberg folgt mit 209 Punkten auf Rang drei.
Damit fällt die Entscheidung nun ausschließlich auf Sardinien.
Maximal 35 Punkte sind dort noch zu gewinnen.
Für Evans bietet sich damit die Chance auf seinen ersten WM-Titel. Der Waliser war bereits mehrfach Vizeweltmeister geworden.
In der Konstrukteurs-Wertung ist die Entscheidung dagegen bereits gefallen.
Toyota sicherte sich am vergangenen Wochenende bei der Rallye Chile vorzeitig den Titel und bestätigte damit erneut seine starke Stellung in der Rallye-Weltmeisterschaft.
Die Absage in Saudi-Arabien ist zugleich Teil einer größeren Entwicklung im internationalen Motorsport.
Bereits im März waren die für April vorgesehenen Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien aufgrund der Lage im Nahen Osten aus dem Kalender genommen worden.
Auch weitere internationale Motorsportveranstaltungen in der Golfregion stehen angesichts der Sicherheitslage unter besonderer Beobachtung.
Für die Rallye-WM besteht nun zumindest sportliche Planungssicherheit.
Statt in der saudi-arabischen Wüste endet die Saison Anfang Oktober im italienischen Alghero auf Sardinien.
Die endgültige Kalenderänderung muss allerdings noch vom FIA World Motor Sport Council bestätigt werden.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Sicherheit verändert den Kampf um die Weltmeisterschaft
Die Streichung des WRC-Laufs in Saudi-Arabien zeigt, wie unmittelbar geopolitische Konflikte internationale Sportserien treffen können.
Für Fahrer, Teams, Veranstalter und Sponsoren bedeutet die Entscheidung eine erhebliche Veränderung ihrer Planungen.
Sportlich ist der Effekt besonders groß.
Aus zwei verbleibenden Möglichkeiten im Titelkampf wird eine einzige Entscheidung auf Sardinien. Fehler, technische Probleme oder schwierige Wetterbedingungen erhalten dadurch zusätzliches Gewicht.
Gleichzeitig zeigt die Fortsetzung der Rally Saudi Arabia innerhalb der Middle East Rally Championship, dass die Situation differenziert bewertet wird. Nicht die gesamte Motorsportveranstaltung verschwindet aus dem Kalender, sondern speziell der internationale WRC-Lauf mit seinen umfangreichen globalen Logistikanforderungen.
Die realistische Prognose: Die FIA wird die Sicherheits- und Logistiklage im Nahen Osten auch für weitere internationale Rennserien eng beobachten. Für die Rallye-WM konzentriert sich dagegen nun alles auf Sardinien.
Historischer Hintergrund
Die Rallye-Weltmeisterschaft wird seit 1973 ausgetragen und gehört zu den bedeutendsten internationalen Motorsportserien.
Anders als bei Rundstreckenrennen kämpfen die Fahrer auf Asphalt, Schnee, Eis und Schotter unter sehr unterschiedlichen Bedingungen um WM-Punkte.
Saudi-Arabien sollte 2026 ursprünglich den 14. und letzten Saisonlauf austragen.
Das Königreich hat seine Rolle im internationalen Motorsport in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Neben Rallyes und der Rally Dakar wurden auch große Rundstreckenveranstaltungen in Saudi-Arabien ausgetragen.
Die aktuelle Lage im Nahen Osten beeinträchtigt diesen internationalen Motorsportkalender jedoch zunehmend.
Zukunftsprognose
Sportlich wird Sardinien nun zum entscheidenden Schauplatz der Fahrer-WM.
Die verkürzte Saison erhöht die Bedeutung jedes einzelnen WM-Punktes beim letzten Lauf.
Wirtschaftlich trifft die Streichung vor allem Veranstalter, Sponsoren, Dienstleister und weitere Partner des ursprünglich vorgesehenen WRC-Finales.
Auch für internationale Motorsportserien entstehen zusätzliche Kosten, wenn Reisewege, Transporte oder ganze Kalender kurzfristig verändert werden müssen.
Für börsennotierte Automobilhersteller wie Toyota oder Hyundai sind durch einen einzelnen abgesagten WRC-Lauf keine wesentlichen direkten Auswirkungen auf die Aktienkurse zu erwarten.
Größere wirtschaftliche Folgen könnten entstehen, falls die geopolitische Lage langfristig zahlreiche Sport-, Tourismus- und Großveranstaltungen in der Golfregion beeinträchtigt.
Was ist die WRC?
WRC steht für World Rally Championship, die Rallye-Weltmeisterschaft des Automobilsport-Weltverbandes FIA.
Fahrer und Hersteller sammeln während einer Saison bei internationalen Rallyes Punkte.
Die Wettbewerbe führen über abgesperrte Straßen und Pisten und werden auf unterschiedlichen Untergründen ausgetragen.
Was ist die Rally Italia Sardegna?
Die Rally Italia Sardegna ist der italienische Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft.
2026 wird sie vom 1. bis 4. Oktober ausgetragen. Der Servicepark befindet sich in Alghero auf Sardinien.
Durch die Streichung des saudi-arabischen WRC-Laufs wird Sardinien nun zum Saisonfinale.
Wer ist Elfyn Evans?
Elfyn Evans ist ein walisischer Rallyefahrer und startet für Toyota.
Vor dem letzten Saisonlauf führt er die Fahrer-Weltmeisterschaft mit 230 Punkten an.
Sami Pajari folgt mit 213 Punkten, Oliver Solberg mit 209 Punkten.
OZD-Extra – Saudi-Rallye findet trotzdem statt
Die Meldung über die Absage des WM-Finales kann leicht den Eindruck erwecken, die komplette Rally Saudi Arabia sei gestrichen worden.
Das ist nicht der Fall.
Nach Angaben der FIA soll die Rallye vom 12. bis 15. November weiterhin stattfinden – allerdings nur als Lauf der FIA Middle East Rally Championship und nicht als Bestandteil der Rallye-Weltmeisterschaft.
Der WRC-Kalender schrumpft dadurch von ursprünglich 14 auf 13 Läufe.
Die FIA und der WRC Promoter wollen mit den Verantwortlichen in Saudi-Arabien bereits auf eine Rückkehr der WRC im Jahr 2027 hinarbeiten.
Gewinnspiel
Wo findet das neue Finale der Rallye-Weltmeisterschaft 2026 statt?
A: Finnland
B: Sardinien
C: Saudi-Arabien
D: Monte Carlo
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.