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Streit um Straße von Hormus: Trump und Iran nähern sich neuen Verhandlungen – Positionen bleiben weit auseinander

Donald Trump erwartet schon in der kommenden Woche neue Gespräche mit dem Iran. Doch im Streit um die Straße von Hormus liegen Washington und Teheran weiter auseinander.

Fakten im Überblick

US-Präsident Donald Trump erwartet in der kommenden Woche eine neue Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran.

Katarische Vermittler könnten bereits am Montag erneut zwischen Washington und Teheran vermitteln.

Der Iran beharrt auf seinen Bedingungen für eine Wiederöffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus.

Im Krieg zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich eine neue diplomatische Runde ab. US-Präsident Donald Trump erwartet bereits in den kommenden Tagen eine Fortsetzung der indirekten Gespräche mit Teheran. „Sie wollen einen Deal machen, aber es ist nicht der Deal, den ich machen will“, sagte Trump dem US-Nachrichtenportal Axios in einem Telefoninterview. Nach Angaben des Portals könnten amerikanische und iranische Vertreter bereits am Montag über katarische Vermittler erneut indirekt miteinander verhandeln. Zwei regionale Quellen bestätigten gegenüber Axios die Erwartung einer weiteren Gesprächsrunde.

Die Ausgangslage bleibt allerdings schwierig. Washington und Teheran verfolgen unterschiedliche Ziele. Während der Iran eine Wiederöffnung der Straße von Hormus mit einer Reihe politischer, militärischer und wirtschaftlicher Forderungen verbindet, verlangt die US-Regierung auch Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm. Katar versucht weiterhin, zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Bereits bei den Gesprächen am Rande der UN-Generalversammlung in New York übermittelten katarische Vertreter Botschaften zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi sowie den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner.

Teheran hält trotz Trumps Ablehnung an seinen Bedingungen fest. „Unsere Bedingungen sind klar, und jeder Schritt in Richtung einer Wiederöffnung der Straße von Hormus ist abhängig von der Erfüllung dieser Bedingungen“, sagte Araghtschi dem staatlichen iranischen Rundfunk Irib. „Wir werden nicht von ihnen abweichen.“ Gleichzeitig erklärte der iranische Außenminister, Teheran habe die Tür zu Diplomatie und Verhandlungen nicht geschlossen. Der Iran warte weiterhin auf eine offizielle Antwort, die über die Vermittler übermittelt werde.

Trump hatte den iranischen Vorschlag am Samstag zurückgewiesen. Nach Angaben von Axios sieht Teherans Plan unter anderem vor, die Straße von Hormus innerhalb einer Woche wieder stärker für die internationale Schifffahrt zu öffnen und Gespräche über das iranische Atomprogramm wieder aufzunehmen. Im Gegenzug fordert der Iran unter anderem ein Ende der amerikanischen Seeblockade, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe und eine erneute Waffenruhe in der Region.

Zu den iranischen Forderungen gehört nach Angaben Araghtschis zudem eine Einstellung der Kämpfe auch in anderen Teilen der Region, darunter im Libanon. Außerdem verlangt Teheran die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Die amerikanische Regierung hält diese Bedingungen in ihrer derzeitigen Form für nicht akzeptabel. US-Botschafter Mike Waltz kritisierte das iranische Angebot im Sender NBC News als einen Versuch, weitreichende Zugeständnisse zur Voraussetzung weiterer Verhandlungen zu machen.

Im Zentrum des Konflikts steht zunehmend die Straße von Hormus. Die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie gehört zu den wichtigsten Transportwegen der internationalen Energiewirtschaft. Einschränkungen der Schifffahrt können deshalb weit über den Nahen Osten hinaus Auswirkungen auf Öl- und Gaspreise, Transportkosten und die Versorgung wichtiger Importländer haben.

Der Krieg hatte Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen. Seitdem ist die Passage durch die Straße von Hormus erheblich beeinträchtigt. Gleichzeitig verhängten die Vereinigten Staaten eine Seeblockade gegen iranische Häfen. Der Konflikt dauert inzwischen seit fast sieben Monaten und hat die Bedeutung der Meerenge für die globale Energieversorgung erneut in den Mittelpunkt gerückt.

Trotz der tiefen Differenzen liefen diplomatische Kontakte zuletzt weiter. Am Dienstag hatten Witkoff und Kushner am Rande der UN-Generalversammlung in New York indirekte Gespräche mit Araghtschi geführt. Katarische Vertreter übermittelten dabei Botschaften zwischen den Delegationen. Nach Angaben von Axios arbeiten die Vermittler inzwischen an möglichen Veränderungen des iranischen Vorschlags und stehen weiterhin mit beiden Seiten in Kontakt.

Trump hält damit die Möglichkeit weiterer Verhandlungen offen, obwohl er Teherans bisherigen Vorschlag abgelehnt hat. Eine Einigung ist daraus jedoch noch nicht abzuleiten. Die zentralen Streitpunkte – die Straße von Hormus, die amerikanische Seeblockade, Sanktionen, regionale Kampfhandlungen und das iranische Atomprogramm – bleiben ungelöst.

Die nächsten Tage könnten dennoch zeigen, ob Katar die weit auseinanderliegenden Positionen zumindest so weit annähern kann, dass aus der indirekten Diplomatie konkrete Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges entstehen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Diplomatie unter maximalem Druck

Dass Washington und Teheran trotz der gegenseitigen Ablehnung ihrer Positionen weiter miteinander kommunizieren, ist zunächst ein wichtiges diplomatisches Signal. Eine Annäherung bedeutet es noch nicht.

Die Differenzen sind erheblich. Iran verbindet die Öffnung der Straße von Hormus mit weitreichenden Forderungen zu Sanktionen, eingefrorenen Vermögenswerten, der amerikanischen Seeblockade und den Kämpfen in der Region. Washington wiederum verlangt Zugeständnisse, die über die reine Schifffahrtsfrage hinausreichen und insbesondere das iranische Atomprogramm betreffen.

Damit verhandeln beide Seiten nicht lediglich über eine Meerenge. Es geht um die politische und militärische Ordnung in einer ganzen Region und zugleich um einen der empfindlichsten Punkte der Weltwirtschaft.

Katar kommt deshalb eine besonders schwierige Rolle zu. Die Vermittler müssen zunächst herausfinden, ob überhaupt ein begrenzter Kompromiss möglich ist, der weitere Schritte erlaubt, ohne dass eine der beiden Seiten ihre zentralen Positionen vollständig aufgeben muss.

Die nächsten Gespräche dürften daher weniger eine schnelle Friedenslösung bringen als zeigen, ob ein belastbarer Verhandlungsprozess entstehen kann. Das wäre noch kein Ende des Konflikts, aber ein konkreter diplomatischer Schritt.

Historischer Hintergrund

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind seit der Islamischen Revolution von 1979 und der anschließenden Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran von tiefem Misstrauen geprägt.

In den vergangenen Jahrzehnten standen insbesondere das iranische Atomprogramm, amerikanische Sanktionen, Irans Einfluss im Nahen Osten und die Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf im Mittelpunkt der Konflikte.

Die Straße von Hormus spielt dabei seit langem eine besondere Rolle. Sie verbindet den Persischen Golf mit internationalen Seewegen und ist für den Export von Erdöl und Flüssiggas aus mehreren Golfstaaten von zentraler Bedeutung.

Der aktuelle Krieg begann Ende Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Seitdem ist die Straße von Hormus zu einem zentralen Schauplatz des Konflikts geworden. Teheran schränkte die Passage erheblich ein, während Washington iranische Häfen mit einer Seeblockade belegte.

Diplomatische Kontakte wurden dennoch nicht vollständig abgebrochen. Katar und andere Staaten der Region versuchen, indirekte Gespräche zwischen beiden Seiten zu ermöglichen.

Zukunftsprognose

Politisch hängt viel davon ab, ob Washington und Teheran zunächst einen begrenzten Kompromiss finden können. Eine Vereinbarung über die Straße von Hormus könnte weitere Gespräche erleichtern, würde die übrigen Konfliktpunkte aber nicht automatisch lösen.

Militärisch bleibt die Lage angespannt, solange keine belastbare Vereinbarung über Kampfhandlungen und Schifffahrt erreicht wird. Beide Seiten verfügen deshalb weiterhin über erheblichen Druck auf den jeweils anderen.

Wirtschaftlich besitzt die Entwicklung unmittelbare internationale Bedeutung. Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Energietransportrouten der Welt. Bereits Erwartungen auf diplomatische Fortschritte können deshalb die Ölpreise beeinflussen. Nach Berichten über den iranischen Vorschlag waren die Rohölpreise zuletzt zeitweise gefallen.

Eine nachhaltige Wiederöffnung könnte den Risikoaufschlag auf den internationalen Energiemärkten reduzieren. Ein erneutes Scheitern der Diplomatie oder eine militärische Eskalation könnte dagegen Öl- und Gaspreise, Frachtraten und Versicherungsprämien für Tanker belasten.

Für Aktienmärkte wären insbesondere Energie-, Transport- und Chemieunternehmen betroffen. Bei Währungen könnten vor allem klassische sichere Häfen sowie die Währungen großer Energieexporteure auf neue Eskalationen reagieren. Eine konkrete Kursentwicklung lässt sich daraus jedoch nicht belastbar vorhersagen.

International betrifft der Konflikt neben den USA und Iran insbesondere die Golfstaaten, Israel, europäische Energieimporteure sowie große asiatische Abnehmer von Öl und Flüssiggas.

Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine schmale Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und weiter mit dem Arabischen Meer.

Über diese Route werden große Mengen Erdöl und Flüssiggas transportiert. Deshalb können militärische Spannungen oder Einschränkungen der Schifffahrt Auswirkungen auf die weltweiten Energiemärkte haben.

Wer ist Abbas Araghtschi?

Abbas Araghtschi ist Außenminister des Iran und gehört zu den zentralen Vertretern Teherans bei den diplomatischen Kontakten mit den Vereinigten Staaten.

Bei den jüngsten indirekten Gesprächen in New York übermittelte er die iranischen Bedingungen an die amerikanische Seite.

Wer ist Steve Witkoff?

Steve Witkoff ist ein Gesandter von US-Präsident Donald Trump und an den amerikanischen Kontakten mit dem Iran beteiligt. Gemeinsam mit Jared Kushner nahm er zuletzt an den indirekten Gesprächen in New York teil.

Warum vermittelt Katar?

Katar unterhält Kontakte zu unterschiedlichen Akteuren im Nahen Osten und tritt regelmäßig als Vermittler in regionalen Konflikten auf. Auch zwischen Washington und Teheran übernehmen katarische Vertreter derzeit die Rolle eines diplomatischen Übermittlers.

OZD-Extra – Warum die Gespräche auch für Autofahrer und Unternehmen wichtig sind

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran erscheinen auf den ersten Blick weit entfernt vom Alltag in Deutschland und Europa. Die Straße von Hormus verbindet den Konflikt jedoch unmittelbar mit der Weltwirtschaft.

Wird der Transport von Öl und Flüssiggas durch die Meerenge eingeschränkt, können sich Lieferketten verteuern. Steigende Rohölpreise können wiederum Auswirkungen auf Kraftstoff, Heizenergie, Luftverkehr, Logistik und zahlreiche industrielle Produktionskosten haben.

Entsprechend sensibel reagieren die Märkte auf jedes diplomatische Signal. Schon die Aussicht auf eine mögliche Entspannung hatte zuletzt Einfluss auf die Ölpreise.

Damit geht es bei den indirekten Gesprächen nicht nur um Washington und Teheran.

Eine Einigung über die Straße von Hormus könnte weit über den Nahen Osten hinaus wirtschaftliche Bedeutung entfalten.

Gewinnspiel

Welcher Staat vermittelt derzeit bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran?

A: Kanada

B: Katar

C: Japan

D: Spanien

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.