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September 2026 unter den zehn wärmsten seit 1881: Deutschland erlebt Sonne und extreme Trockenheit

Der September 2026 war außergewöhnlich warm und sonnig. Im Südwesten herrschte extreme Trockenheit, während der Norden deutlich mehr Regen bekam.

Fakten im Überblick

Mit durchschnittlich 15,9 Grad lag der September 2026 um 2,6 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990.

In Ohlsbach in Baden-Württemberg wurden am 8. September 34,5 Grad gemessen, während Meßstetten-Appental am 24. September minus 1,4 Grad registrierte.

Deutschlandweit schien die Sonne rund 192 Stunden, gleichzeitig fiel etwa 39 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel.

Deutschland hat nach einem heißen Sommer auch einen außergewöhnlich warmen September 2026 erlebt. Der erste meteorologische Herbstmonat gehörte nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes zu den zehn wärmsten Septembermonaten seit Beginn der flächendeckenden Messungen im Jahr 1881.

Das Temperaturmittel erreichte deutschlandweit 15,9 Grad Celsius.

Damit lag der September um 2,6 Grad über dem Mittel der international verwendeten Referenzperiode 1961 bis 1990. Selbst gegenüber der jüngeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 fiel der Monat deutlich zu warm aus.

Besonders bemerkenswert waren die starken Gegensätze.

Deutschland erlebte sommerliche Hitze, kühle Herbstnächte, regional außergewöhnliche Trockenheit und im Norden gleichzeitig deutlich höhere Niederschlagsmengen.

Der heißeste Tag wurde am 8. September registriert.

An der Wetterstation Ohlsbach im baden-württembergischen Ortenaukreis stieg die Temperatur auf 34,5 Grad. Für einen Septembertag war das ein hochsommerlicher Wert.

Doch nur gut zwei Wochen später zeigte sich die andere Seite des beginnenden Herbstes.

Am 24. September sank die Temperatur in Meßstetten-Appental auf der Schwäbischen Alb auf minus 1,4 Grad.

Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten gemessenen Wert lagen damit 35,9 Grad.

Der Kälteeinbruch blieb jedoch nicht das letzte Wort des Monats.

Zum Septemberende kehrte die Wärme zurück. Vor allem im Südwesten Deutschlands überschritten die Temperaturen örtlich erneut die 30-Grad-Marke.

Der September verabschiedete sich damit in Teilen Baden-Württembergs, von Rheinland-Pfalz und des Saarlands noch einmal mit sommerlichem Wetter.

Noch auffälliger als die Temperaturen war regional die Trockenheit.

Deutschlandweit fielen im September etwa 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Gegenüber dem Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 entspricht das einem Defizit von rund 39 Prozent.

Allerdings war der Regen äußerst ungleich verteilt.

Besonders trocken blieb der Südwesten. Rheinland-Pfalz und das Saarland gehörten zu den Regionen mit den geringsten Niederschlagsmengen.

Im Saarland kamen im Flächenmittel nicht einmal fünf Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Damit stand die Region im deutlichen Gegensatz zu Norddeutschland und den Küsten.

Dort erreichten die Niederschlagsmengen regional bis zu 125 Liter pro Quadratmeter. Während im Südwesten Böden und Vegetation kaum Regen erhielten, zogen über den Norden deutlich häufiger Niederschlagsgebiete.

Auch beim Sonnenschein zeigte Deutschland im September ein starkes Nord-Süd-Gefälle.

Im bundesweiten Mittel registrierte der Deutsche Wetterdienst rund 192 Sonnenstunden.

Das lag deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

Besonders sonnig war der Süden. In einigen Regionen wurden mehr als 250 Sonnenstunden gemessen.

Im Norden sah es teilweise völlig anders aus. Dort erreichte die Sonnenscheindauer örtlich nicht einmal die Hälfte der Werte aus Süddeutschland.

Damit präsentierte sich der September 2026 meteorologisch als Monat der Gegensätze.

Im Süden dominierten Sonne, Wärme und Trockenheit. Im Norden sorgten häufigere Niederschläge und stärkere Bewölkung für ein deutlich herbstlicheres Bild.

Über allem stand jedoch die ungewöhnlich hohe Durchschnittstemperatur.

Mit 15,9 Grad zählt der September 2026 zu den zehn wärmsten seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen in Deutschland im Jahr 1881.

Damit setzte sich nach dem heißen Sommer ein auffälliges Temperaturmuster in den meteorologischen Herbst hinein fort.

Für Landwirtschaft, Wälder und Wasserhaushalt ist dabei nicht allein die Temperatur entscheidend.

Besonders im Südwesten kann die Kombination aus Wärme, hoher Sonnenscheindauer und sehr geringen Niederschlagsmengen die Wasserbilanz zusätzlich belasten.

Wie außergewöhnlich die Situation regional war, zeigt das Saarland besonders deutlich: Während im Norden Deutschlands örtlich bis zu 125 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkamen, blieben im Saarland im Flächenmittel weniger als fünf Liter.

Deutschland erlebte damit im selben Monat sowohl sehr trockene als auch ausgesprochen niederschlagsreiche Regionen.

Der September 2026 war deshalb nicht einfach nur warm.

Er war ein Monat extremer regionaler Unterschiede – mit Hochsommerwerten im Südwesten, Frost auf der Schwäbischen Alb, außergewöhnlich viel Sonne im Süden und einem massiven Niederschlagsgefälle zwischen Saarland und Norddeutschland.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Ein warmer September ist mehr als schönes Spätsommerwetter

250 Sonnenstunden im Süden und Temperaturen über 30 Grad mögen Ende September zunächst angenehm erscheinen. Meteorologisch ist jedoch der langfristige Zusammenhang entscheidender als das persönliche Empfinden an einem sonnigen Nachmittag.

Ein einzelner ungewöhnlich warmer Monat beweist für sich genommen keine bestimmte langfristige Entwicklung. Wetter und Klima müssen klar voneinander unterschieden werden.

Gleichzeitig fügt sich ein September, der 2,6 Grad über dem Mittel von 1961 bis 1990 liegt und zu den zehn wärmsten seit 1881 gehört, in die langfristig beobachtete Erwärmung Deutschlands ein.

Besonders aufmerksam sollte der Blick auf den Niederschlag fallen.

Weniger als fünf Liter pro Quadratmeter im Saarland sind ein völlig anderes Szenario als regional bis zu 125 Liter im Norden. Durchschnittswerte für ganz Deutschland können solche Gegensätze leicht verdecken.

Für Landwirtschaft, Wälder und Wasserversorgung zählt deshalb zunehmend nicht nur, wie viel Niederschlag über ein Jahr insgesamt fällt. Entscheidend sind Zeitpunkt, Intensität und regionale Verteilung.

Die realistische Prognose: Außergewöhnlich warme Herbstmonate werden in einem wärmeren Klima häufiger auftreten. Ob ein einzelner zukünftiger September zugleich trocken, nass oder besonders sonnig wird, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Historischer Hintergrund

Der Deutsche Wetterdienst wertet für seine monatlichen Klimabilanzen Messdaten aus einem bundesweiten Stationsnetz aus.

Für langfristige Vergleiche wird unter anderem die international verwendete Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 herangezogen. Zusätzlich verwendet der DWD die jüngere Vergleichsperiode 1991 bis 2020.

Die deutschen Temperaturreihen reichen bis 1881 zurück. Dadurch lässt sich ein aktueller Monat mit mehr als 140 Jahren Wetter- und Klimageschichte vergleichen.

Der September bildet meteorologisch den Auftakt des Herbstes. Dennoch sind auch in diesem Monat Temperaturen oberhalb von 30 Grad möglich.

Der September 2026 fällt vor allem durch die Kombination mehrerer Faktoren auf: hohe Durchschnittstemperaturen, außergewöhnlich viel Sonnenschein und regional extreme Trockenheit.

Zukunftsprognose

Für Deutschland sind steigende Durchschnittstemperaturen langfristig insbesondere für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Städteplanung und Wasserwirtschaft relevant.

Längere warme Phasen können die Vegetationsperiode verändern. Gleichzeitig erhöht starke Verdunstung während warmer und sonniger Perioden den Wasserbedarf von Pflanzen.

Wirtschaftlich können längere Trockenphasen insbesondere Landwirtschaft, Binnenschifffahrt und wasserintensive Wirtschaftszweige betreffen, wenn sie sich über längere Zeiträume fortsetzen.

Gesellschaftlich können sehr warme Herbstmonate zunächst als angenehm wahrgenommen werden. Für Städte stellt sich langfristig jedoch die Frage, wie sie mit häufigeren Wärmeperioden und steigender Hitzebelastung umgehen.

International ist Deutschland Teil einer europäischen Klimaentwicklung. Wetterlagen machen nicht an Staatsgrenzen halt, weshalb Hitze, Trockenheit und Starkregen häufig mehrere Länder gleichzeitig oder in schneller Folge treffen können.

Was bedeutet eine Durchschnittstemperatur von 15,9 Grad?

Der Wert bezeichnet das über Deutschland gemittelte Temperaturmittel des Monats.

Er bedeutet nicht, dass es überall und jederzeit 15,9 Grad warm war. Tatsächlich reichte die Spanne im September 2026 von mindestens minus 1,4 Grad bis 34,5 Grad.

Was ist die Klimareferenzperiode 1961 bis 1990?

Eine Klimareferenzperiode ermöglicht es Meteorologen, aktuelle Temperaturen, Niederschläge und Sonnenscheindauer mit einem festgelegten langfristigen Zeitraum zu vergleichen.

Der Zeitraum 1961 bis 1990 wird international weiterhin für bestimmte klimatologische Vergleiche verwendet. Daneben betrachtet der DWD auch die jüngere Periode 1991 bis 2020.

Wo war es im September 2026 am heißesten?

Den höchsten Monatswert registrierte der DWD am 8. September in Ohlsbach in Baden-Württemberg.

Dort wurden 34,5 Grad Celsius gemessen.

Wo war es besonders trocken?

Besonders wenig Niederschlag fiel im Südwesten Deutschlands.

Im Saarland wurden im Flächenmittel weniger als fünf Liter pro Quadratmeter registriert. In Teilen Norddeutschlands und an den Küsten kamen dagegen regional bis zu 125 Liter zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima?

Wetter beschreibt den aktuellen oder kurzfristigen Zustand der Atmosphäre, beispielsweise Temperatur, Regen oder Sonnenschein an einem bestimmten Tag.

Klima beschreibt statistische Eigenschaften des Wetters über lange Zeiträume. Deshalb kann ein einzelner warmer Monat nicht isoliert als Beweis für eine langfristige Klimaentwicklung betrachtet werden. Langjährige Messreihen ermöglichen dagegen Aussagen über Trends.

OZD-Extra – Fast 36 Grad Unterschied innerhalb eines Monats

Die Temperaturspanne des September 2026 zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich ein Herbstmonat in Deutschland ausfallen kann.

Am 8. September wurden in Ohlsbach 34,5 Grad erreicht.

Am 24. September sank das Thermometer in Meßstetten-Appental auf minus 1,4 Grad.

Das ergibt eine Differenz von 35,9 Grad innerhalb von nur 16 Tagen.

Noch extremer waren regional die Unterschiede beim Regen: Während das Saarland im Monatsmittel nicht einmal fünf Liter pro Quadratmeter erreichte, wurden im Norden und an den Küsten örtlich bis zu 125 Liter registriert.

Für Aktienmärkte und Währungen hat ein einzelner ungewöhnlich warmer Monat normalerweise keine unmittelbaren größeren Auswirkungen.

Anders kann es bei länger anhaltenden Wetter- und Trockenperioden aussehen. Landwirtschaftliche Rohstoffe können auf Ernteprognosen reagieren, Energiepreise können durch veränderten Heiz- oder Kühlbedarf beeinflusst werden und niedrige Flusspegel können Transportkosten für Unternehmen erhöhen.

Ob solche Folgen eintreten, hängt jedoch nicht von einem einzelnen warmen September ab, sondern von Dauer, räumlicher Ausdehnung und Intensität der jeweiligen Wetterlage.

Gewinnspiel

Welche Höchsttemperatur wurde im September 2026 in Ohlsbach gemessen?

A: 29,5 Grad

B: 31,8 Grad

C: 34,5 Grad

D: 37,2 Grad

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.