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US-Wirtschaft wächst um 3,4 Prozent im dritten Quartal

Das BIP der USA steigt mit 3,4 Prozent im dritten Quartal stärker als erwartet. Investitionen und Konsum treiben das Wachstum wenige Tage vor den Wahlen.

Fakten im Überblick

Das US-Bruttoinlandsprodukt steigt im dritten Quartal um 3,4 Prozent.

Starke Investitionen, Konsum und Staatsausgaben fördern das Wachstum.

Treibstoffpreise sind wegen des Iran-Konflikts deutlich gestiegen.

Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten hat im dritten Quartal deutlich angezogen. Nach Angaben des US-Handelsministeriums erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent. Damit übertraf die US-Konjunktur die Erwartungen, denn Analysten hatten lediglich mit 3,1 Prozent gerechnet. Bereits im zweiten Quartal war ein Wachstum von 2,2 Prozent verzeichnet worden. Die jüngsten Zahlen kommen nur wenige Tage vor den wichtigen Kongresswahlen und könnten Präsident Donald Trump und seiner Partei zusätzlichen Rückenwind verschaffen. Laut Umfragen droht den Republikanern jedoch eine Niederlage am Wahltermin.

Nach der ersten Schätzung des Ministeriums trugen "Zuwächse bei den Investitionen, den Konsumausgaben und den Staatsausgaben" maßgeblich zu dem eindrucksvollen Anstieg bei. Die Exporte hingegen mussten einen Rückgang hinnehmen. Auch der von der US-Notenbank Federal Reserve bevorzugte Inflationsindex, der sogenannte PCE, ist im September auf 3,6 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen. Damit liegt der Wert leicht unter den Erwartungen der Analysten, jedoch weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed von zwei Prozent. Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins am Mittwoch unverändert zu lassen, betont eine abwartende Haltung vor einer möglichen Erhöhung im Dezember.

Die wirtschaftliche Lage und die steigenden Lebenshaltungskosten prägen derzeit die politische Debatte. Besonders stark betroffen sind US-Bürger von den gestiegenen Treibstoffpreisen, die im Zusammenhang mit dem von Präsident Trump mitausgelösten Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran stehen. Nach Angaben des Automobilclubs AAA müssen Verbraucher inzwischen rund 42 Prozent mehr für Benzin bezahlen als noch vor Beginn des Konflikts Ende Februar. Das spüren viele Menschen tagtäglich, was das Thema unmittelbar vor den Zwischenwahlen noch einmal mehr in den Fokus rückt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Wachstum mit Schatten: Trumps Hausse vor der Wahl?

Die US-Wirtschaft präsentiert sich kurz vor den Zwischenwahlen in beeindruckender Verfassung. Mit einem überraschend starken Plus im dritten Quartal signalisiert sie Dynamik – ein Effekt, den Präsident Trump lautstark als Bestätigung seiner Politik nutzen dürfte. Doch hinter dem freundlichen Konjunkturbild stehen ernste Schatten. Das Wachstum beruht vor allem auf Konsum, Investitionen und staatlichen Ausgaben, doch die Bevölkerung leidet unter anhaltend hoher Inflation. Die extrem gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Iran-Konflikts treffen die Haushalte unmittelbar. Im Endspurt zur Wahl werden nicht nur Zahlen, sondern vor allem reale Kaufkraft und Lebenshaltungskosten entscheiden. Es ist denkbar, dass trotz positiver Wirtschaftsdaten Unzufriedenheit dominiert und viele Wählerinnen und Wähler sich davon leiten lassen. Das Wachstum ist somit keine Garantie für politischen Erfolg – die Prognose bleibt offen, aber die wirtschaftliche Unsicherheit dürfte die politische Landschaft weiter polarisieren.

Historischer Hintergrund

Das Bruttoinlandsprodukt gilt als wichtigster Indikator für das Wirtschaftswachstum eines Landes. In den USA verzeichnete das BIP in der Vergangenheit bereits starke Ausschläge, besonders im Zuge von politischen Umwälzungen oder internationalen Konflikten. Die aktuelle Steigerung fällt in eine Phase enormer Unsicherheit, die unter anderem durch den Iran-Krieg beeinflusst ist. Präsident Trump hatte den Konflikt durch seine Politik mit ausgelöst, woraus insbesondere die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran resultierte. Internationale Märkte und Staaten verfolgen die Entwicklungen in den USA sehr aufmerksam, da der wirtschaftspolitische Kurs der Vereinigten Staaten auch für die globale Konjunktur eine wichtige Rolle spielt. Die Kongresswahlen gelten für viele Beobachter als Weichenstellung für die künftige Ausrichtung der Vereinigten Staaten.

Zukunftsprognose

Sollte das Wachstum anhalten, könnte es kurzfristig positiv auf Arbeitsmarkt und Unternehmensinvestitionen wirken. Die weiterhin hohe Inflationsrate und die deutlich gestiegenen Treibstoffkosten drohen jedoch, die Kaufkraft der Amerikaner zu untergraben. Politisch ist zu erwarten, dass die Wirtschaftsentwicklung das Wahlverhalten beeinflusst. International könnten US-Importeure und Exporteure auf veränderte Nachfrage und geopolitische Risiken reagieren. Entwickelt sich der Konflikt im Nahen Osten weiter, wären neue Belastungen für Energiepreise und globale Märkte möglich. Die Fed bleibt damit vorerst in einer schwierigen Lage zwischen Wachstumsförderung und Inflationsbekämpfung.

Erklärungen

Was ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP)?

Das Bruttoinlandsprodukt misst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes in einem bestimmten Zeitraum produziert werden. Es gilt als zentraler Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes.

Was sind Zwischenwahlen in den USA?

Bei den US-Zwischenwahlen werden etwa zur Mitte der Präsidentschaft der Kongress und weitere Gremien neu gewählt. Sie gelten als wichtiger Stimmungstest für den amtierenden Präsidenten und seine Partei.

OZD-Extras

Wirtschaftszahlen wie das US-BIP spielen eine wichtige Rolle für weltweite Finanzmärkte. Häufig kommt es nach der Veröffentlichung zu Kursschwankungen an den US-Börsen. Die aktuelle Entwicklung spiegelt sich auch in einer Zunahme der Aktienkurse von Industrie- und Konsumgüterkonzernen wider, allerdings besteht weiterhin Unsicherheit auf den Märkten aufgrund der Inflations- und Zinsdebatte. Zukunftsaussichten an den Börsen bleiben von politischen Entwicklungen und dem weiteren Verlauf im Iran-Konflikt abhängig. Investoren bewerten das US-Wachstum zwar positiv, warten jedoch weiterhin auf klare Signale bezüglich Zinsen und einer möglichen geopolitischen Entspannung.

Gewinnspiel

Wie stark ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal laut Handelsministerium gewachsen?

A) 2,2 Prozent

B) 3,1 Prozent

C) 3,4 Prozent

D) 4,0 Prozent

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.