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EU und Kanada wollen gemeinsam Krisen standhalten

EU und Kanada schließen neue Allianz für Souveränität, Widerstandskraft und Krisenbewältigung. Abkommen zu Rohstoffen und KI im Fokus des Gipfels.

Fakten im Überblick

Die EU und Kanada wollen mit einer neuen Allianz enger kooperieren.

Abkommen zu strategischen Rohstoffen und Künstlicher Intelligenz geplant.

Die geplante Allianz soll auch anderen Ländern offenstehen.

Die Europäische Union und Kanada haben beim Gipfel in Montreal eine neue Partnerschaft beschlossen, die ihre Zusammenarbeit in strategisch wichtigen Bereichen deutlich ausweiten soll. Im Fokus stehen Abkommen rund um Rohstoffe und Künstliche Intelligenz, die es beiden Seiten ermöglichen, wirtschaftlichen Herausforderungen entschlossen zu begegnen. Hintergrund dieser Annäherung sind die zunehmend angespannten Beziehungen zu den USA und China, unter deren Wirtschaftsmacht und Zollpolitik Kanada und die EU gleichermaßen leiden. Im Verlauf des Treffens trafen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa den kanadischen Premierminister Mark Carney, um die geplanten Maßnahmen offiziell zu besiegeln. Ziel sei es, laut Beteiligten, gemeinsame Handlungsfähigkeit auszubauen und eine größere Widerstandskraft in Krisenzeiten zu entwickeln.

Vor Beginn der Gespräche betonte Mark Carney mit Blick auf die engere Partnerschaft: "Das bedeutet Bezahlbarkeit, mehr Wettbewerb, mehr Auswahl, leichteren Zugang. Es bedeutet Chancen". Er hob hervor, dass eine solche Zusammenarbeit insbesondere Souveränität und eine "größere Widerstandsfähigkeit" ermögliche. Sie stärke "die Fähigkeit, gemeinsam Krisen standzuhalten". Carney sieht in der vertieften Kooperation eine Chance, den Zugang zu wichtigen Gütern zu erleichtern und auf internationale Herausforderungen geschlossen reagieren zu können.

Es ist geplant, die neue Allianz nicht exklusiv zwischen der EU und Kanada zu belassen. Vielmehr soll die Partnerschaft künftig auch anderen Ländern offenstehen, um globale Handelsstreitigkeiten besser bewältigen zu können. Die aktuellen Entwicklungen bei der US-Handelspolitik verschärften das Interesse an einer engeren EU-Kanada-Kooperation. US-Präsident Donald Trump hatte eine Annäherung Kanadas an die EU im September als "lächerlich" bezeichnet und mit einem Abbruch der Handelsbeziehungen zur EU gedroht, falls amerikanische Interessen dadurch beeinträchtigt würden.

Schon mit dem vorläufig in Kraft getretenen Freihandelsabkommen Ceta haben Kanada und die EU ihre Beziehungen vertieft. Ceta beseitigt Einfuhrzölle für etwa 98 Prozent der Handelswaren zwischen Kanada und der EU. Mit der neuen Allianz setzen die Partner einen weiteren Schritt, um sich in einem schwierigen globalen Umfeld gegenseitig zu stärken und ihre wirtschaftliche Souveränität zu verteidigen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Handlungsfähigkeit durch internationale Zusammenarbeit

Die Neuausrichtung der Partnerschaft zwischen EU und Kanada ist ein klares Signal für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Während die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse zwischen den USA, China und Europa in Bewegung geraten, zeigen beide Partner ihre Bereitschaft, sich gegen äußeren Druck zu wappnen. Das Bekenntnis zur "Fähigkeit, gemeinsam Krisen standzuhalten" unterstreicht die Suche nach Stabilität, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit, ohne sich zu isolieren.

Erfolgreich ist eine solche Allianz aber nur, wenn sie ihren Versprechen einer freien, wettbewerbsorientierten Handelsordnung auch in schwierigen Zeiten gerecht wird. Sollte das gelingen, könnten Beispiel und Mut für weitere internationale Zusammenschlüsse folgen.

Historischer Hintergrund

Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Kanada sind seit Jahren eng. Das Freihandelsabkommen Ceta, das bereits viele Zölle zwischen beiden Partnern abschaffte, bildet den vertraglichen Kern. Zunehmender Druck von Seiten Chinas sowie die US-amerikanische Handelspolitik unter Präsident Donald Trump haben die Notwendigkeit internationaler Allianzen weiter in den Vordergrund gerückt.

Zukunftsprognose

Es gilt als möglich, dass die neue Allianz zwischen EU und Kanada die Abhängigkeit beider Partner von den USA und China in Handelsfragen mindert. Mit einer Öffnung für weitere Staaten könnte ein neuer Handelsblock entstehen, der globale Handelsstreitigkeiten entschlossener austrägt. Für die Märkte dürften sich in Zukunft größere Spielräume und neue Wettbewerbsimpulse ergeben.

Erklärungen

Was ist das Freihandelsabkommen Ceta?

Ceta ist ein Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada, das rund 98 Prozent der Einfuhrzölle aufgehoben hat und den Zugang zu Wirtschaftsgütern erleichtert.

Wer ist Mark Carney?

Mark Carney ist der Premierminister Kanadas. Er betont beim EU-Kanada-Gipfel die Vorteile engerer wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

OZD-Extras

Die enge Abstimmung zu strategisch wichtigen Rohstoffen und Künstlicher Intelligenz spiegelt auch neue Interessenlagen an den globalen Finanz- und Rohstoffmärkten wider. Auswirkungen auf Börsen und Rohstoffmärkte sind möglich, aber abhängig von der tatsächlichen Ausgestaltung der einzelnen Abkommen.

Gewinnspiel

Wie heißt das Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada?

A) Ceta

B) Nafta

C) TTIP

D) Mercosur

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.