Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

DUH-Studie kritisiert PFAS-Lücke bei Kältemitteln

Eine DUH-Studie sieht 40.000 Tonnen fluorierte Kältemittel unzureichend reguliert und fordert strengere europäische PFAS-Regeln.

Ewigkeitschemikalien: DUH fordert schärfere EU-Regeln

Streit um PFAS in Kältemitteln verschärft sich

Eine DUH-Studie sieht 40.000 Tonnen fluorierte Kältemittel unzureichend reguliert und fordert strengere europäische PFAS-Regeln.

Fakten im Überblick

Die Studie wurde von Öko-Recherche im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe erstellt.

Nach DUH-Angaben werden jährlich rund 40.000 Tonnen PFAS-haltige Kältemittel eingesetzt.

Die EU prüft eine umfassende Beschränkung von PFAS über die Chemikalienverordnung REACH.

Eine Studie von Öko-Recherche im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe stellt die bisherige Regulierung fluorierter Kältemittel infrage. Nach Darstellung der DUH greift das Argument einer angeblichen Doppelregulierung zu kurz: Die europäische F-Gas-Verordnung begrenze zwar besonders klimaschädliche Stoffe, lasse jedoch andere PFAS-Verbindungen weiter zu.

Im Mittelpunkt steht unter anderem das Kältemittel R1234yf, das in vielen Autoklimaanlagen verwendet wird. Bei Freisetzung kann es sich in der Atmosphäre zu Trifluoressigsäure, kurz TFA, abbauen. Diese sehr beständige Verbindung gelangt über Niederschläge in Böden, Flüsse und Grundwasser.

Die DUH beruft sich auf eine Größenordnung von jährlich rund 40.000 Tonnen fluorierten Kältemitteln und fordert Verbote, wenn sichere Alternativen verfügbar sind. Wo ein Ersatz noch fehlt, sollen Ausnahmen ihrer Ansicht nach eng begrenzt und befristet werden. Die Bewertungen und Forderungen stammen von der Umweltorganisation und der von ihr beauftragten Studie.

Bei der Europäischen Chemikalienagentur wird derzeit ein umfassender PFAS-Beschränkungsvorschlag fachlich geprüft. Dabei werden unterschiedliche Anwendungen und Alternativen untersucht. Auf dieser Grundlage könnte die EU-Kommission die zentrale Chemikalienverordnung REACH anpassen.

Für Chemie-, Kälte- und Automobilunternehmen könnten strengere Regeln Investitionen in Ersatzstoffe und neue Technik auslösen. Eine unmittelbare belastbare Reaktion der Finanzmärkte lässt sich aus der Studie nicht ableiten.

DUH/OZD

OZD-Kommentar – Einordnung

Die große PFAS-Gruppe erfordert differenzierte Regeln, doch dauerhafte Einträge in Wasser und Böden sprechen gegen ein Abwarten ohne klare Fristen. Verbote sollten sich an Risiken, unverzichtbaren Anwendungen und verfügbaren Alternativen orientieren. Transparente Übergangsregeln sind sowohl für Umwelt als auch Industrie entscheidend.

Historischer Hintergrund

PFAS werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften seit Jahrzehnten in vielen Produkten eingesetzt. Ihre hohe Stabilität führte zum Begriff Ewigkeitschemikalien. In Europa läuft seit mehreren Jahren ein Verfahren für eine weitreichende Beschränkung.

Zukunftsprognose

Die fachliche Bewertung auf EU-Ebene dürfte weitere Zeit beanspruchen. Möglich sind abgestufte Verbote, Übergangsfristen und Ausnahmen für Anwendungen ohne geeigneten Ersatz. Unternehmen werden voraussichtlich stärker in PFAS-freie Kältemittel investieren.

Was sind PFAS?

PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Viele Vertreter dieser großen Stoffgruppe bauen sich in der Umwelt nur sehr langsam ab und können sich in Wasser, Böden und Organismen verbreiten.

OZD-Extra – Warum TFA besonders schwer zu entfernen ist

Trifluoressigsäure ist sehr mobil und beständig. Nach heutigem technischem Stand lässt sie sich nicht ohne erheblichen Aufwand flächendeckend aus Trinkwasser entfernen.

Gewinnspiel

Welche Stoffgruppe steht im Mittelpunkt?

A: PFAS

B: Vitamine

C: Proteine

D: Edelgase

Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild DUH/brizmaker – stock.adobe.com.