Fakten im Überblick
Donald Trump bietet den Posten des Pressesprechers an Dana White an.
Dana White will nach einem Treffen mit Trump in Washington entscheiden.
UFC-Kämpfer könnten nach Trumps Wunsch als Berater ins Weiße Haus kommen.
Die US-Politik könnte bald einen ungewöhnlichen Neuzugang erhalten: Donald Trump hat seinem Freund Dana White, dem Präsidenten und CEO des Kampfsportverbands Ultimate Fighting Championship (UFC), das Amt des Pressesprechers im Weißen Haus angeboten. Bekannt gab Trump dies am Samstag auf seiner Plattform Truth Social. Ohne auf Formalitäten zu achten, lobte der Präsident White persönlich mit den Worten: "Ich freue mich, bekannt geben zu können, dass dem großartigen Dana White, einem gewalttätigen Kämpfer und Krieger, der Posten des Pressesprechers der Vereinigten Staaten angeboten wurde" und fügte direkt hinzu: "Dana, bitte nimm den Job an!" Die Worte zeigen die Verbundenheit der beiden Männer, die seit Jahren eine öffentliche Freundschaft pflegen.
Dana White antwortete zunächst zurückhaltend. Nach einer Boxveranstaltung in London teilte er Reportern mit, dass er nach Washington fliegen werde, um am Montag mit Trump über das Angebot zu sprechen. Erst danach wolle er sich zu den Details äußern: "Danach werde ich mehr dazu sagen können". Gleichzeitig postete White auf Instagram ein Bild, das ihn hinter dem berühmten Rednerpult im Weißen Haus zeigt und das laut Beobachtern möglicherweise mit KI erstellt wurde. Darunter versah er das Foto mit der Aussage "On to the next chapter" – der nächste Schritt in seiner Laufbahn scheint für ihn zumindest denkbar.
Das Weiße Haus ist seit dem 16. Oktober ohne offiziellen Pressesprecher, nachdem die bisherige Amtsinhaberin Katie Zacharia das Amt nach weniger als einer Woche aufgegeben hatte. Trump hofft offenbar auf einen PR-Neuanfang durch das Kampfsport-Original und ging noch weiter: Er schlug vor, White solle gleich mehrere UFC-Kämpfer als Berater in das Weiße Haus holen – "obwohl einige nicht aus unserem Land sind", wie Trump selbst erklärte. Zwei der genannten kämpfen unter russischer Flagge, einer stammt aus Brasilien. Trumps Ankündigung wurde parallel auch über einen offiziellen White-House-Kanal verbreitet.
Trump und White verbindet eine langjährige Freundschaft. Schon zu Trumps 80. Geburtstag im Juni veranstaltete die UFC einen spektakulären Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses. Seit Trumps Wiederwahl sitzt White auch im Verwaltungsrat des Tech-Konzerns Meta, was von vielen als Signal für die konservative Ausrichtung des Unternehmens bewertet wurde. Die Kämpfe der UFC sind weltweit bekannt für ihre Intensität – nun könnten Wortgefechte im Weißen Haus ihren Stil verändern.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Kampfsport statt klassischer Kommunikation
Mit dem Vorschlag, Dana White zum neuen Pressesprecher zu machen, zieht Donald Trump erneut mediale Aufmerksamkeit auf sich. Es ist typisch für Trump, bekannte Personen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen ins politische Zentrum zu holen und so nicht nur seine Basis zu mobilisieren, sondern auch neue Zielgruppen anzusprechen. Whites möglicher Wechsel vom Octagon ans Rednerpult kann die Kommunikation im Weißen Haus grundlegend verändern, denn fußend auf Trumps Worten steht hier weniger Diplomatie als vielmehr ein kämpferischer Stil im Mittelpunkt. Die Wahl dürfte sowohl im In- als auch im Ausland für erstaunte Reaktionen sorgen, da sie den politischen Ton weiter verschärfen könnte. Sollte White den Posten antreten, dürfte die Öffentlichkeitsarbeit der US-Regierung unberechenbarer, vielleicht sogar konfrontativer werden. Die Inszenierung von Politik als verlängerter Arm der Unterhaltungsbranche ist unter Trump keine Seltenheit mehr und könnte damit einen neuen Höhepunkt erleben. Es ist zu erwarten, dass sich der mediale Fokus stärker auf Personalien, Showeffekte und Grenzüberschreitungen richtet, während klassische politische Kommunikation ins Hintertreffen gerät.
Historischer Hintergrund
Das Amt des Pressesprechers im Weißen Haus hat traditionell eine zentrale Rolle für die öffentliche Wahrnehmung der US-Regierung. Unter Präsident Trump hatten schon mehrfach Quereinsteiger und teils umstrittene Persönlichkeiten das Sprechertableau geprägt. Die UFC wurde in den frühen 1990er Jahren gegründet und entwickelte sich zur erfolgreichsten Mixed-Martial-Arts-Organisation weltweit. Dana White steht ihr seit 2001 als Präsident vor und hat den Verband international bekannt gemacht. Die Verbindung zwischen Trump und White geht auf gemeinsame geschäftliche Interessen zurück, aus denen über Jahre eine öffentlich gepflegte Freundschaft entstand. Das Vorgehen, Prominente aus der Unterhaltungs- und Wirtschaftswelt für hohe politische Aufgaben zu gewinnen, ist ein wiederkehrendes Muster in Trumps politischem Stil.
Zukunftsprognose
Sollte Dana White den Posten als Pressesprecher annehmen, ist eine Neuausrichtung der Kommunikationsstrategie im Weißen Haus zu erwarten. Seine Herkunft aus der Kampfsportwelt könnte zu mehr medialen Inszenierungen und konfrontativeren Presseauftritten führen. Besonders auf internationalem Parkett könnten diese Veränderungen für Irritationen oder auch für Aufmerksamkeit sorgen. Die Ernennung von UFC-Kämpfern als Berater hätte Symbolcharakter und könnte als weiteres Signal für einen Bruch mit politischen Traditionen gedeutet werden. In der Wirtschaft könnten solche Entwicklungen bei Unternehmen, die von öffentlichen Auftritten profitieren, auf Interesse stoßen, während Diplomaten und klassische Medien auf mehr Distanz gehen könnten.
Erklärungen
Wer ist Dana White?
Dana White ist seit 2001 Präsident und CEO der Ultimate Fighting Championship (UFC), einem der weltweit führenden Mixed-Martial-Arts-Verbände. Er gilt als eine der zentralen Figuren in der Vermarktung und Popularisierung des modernen Kampfsports.
Was ist die UFC?
Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist die international größte Organisation im Bereich Mixed Martial Arts (MMA). Sie steht für Kämpfe verschiedener Disziplinen im Käfig und erreicht weltweit ein großes Publikum.
OZD-Extras
Viele der von Trump als Berater vorgeschlagenen UFC-Kämpfer kommen nicht aus den USA, darunter Russen und ein Brasilianer, was im politischen Washington für Diskussionen sorgen dürfte.
Die weltweiten TV-Rechte an UFC-Kämpfen machen die Organisation zu einer der sichtbarsten Sportmarken im US-Entertainment und auch in Europa.
Welche Auswirkungen Trumps Personalpolitik auf Tech-Firmen wie Meta haben könnte, bleibt abzuwarten. Die Aktienmärkte könnten kurzfristig reagieren, sobald Entscheidungen offiziell werden, mittelfristige Effekte sind derzeit jedoch nicht seriös abschätzbar.
Gewinnspiel
Wer wurde von Donald Trump als möglicher Pressesprecher vorgeschlagen?
A) Dana White
B) Katie Zacharia
C) Elon Musk
D) Joe Rogan
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.