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USA: Schießerei an katholischer Schule - 2 Kinder tot, Papst tief betroffen

Papst Leo XIV. hat mit „tiefer Trauer“ von einer Schießerei in der katholischen Annunciation School in Minneapolis erfahren.

Das geht aus einem Telegramm hervor, das Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Auftrag des Papstes an den Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis, Bernard Hebda, übermittelte. In den USA sind sogenannte School shootings häufig, dies ist das erste im Pontifikat des US-amerikanischen Papstes. 

Der Angriff ereignete sich während einer Messe in der Kirche des Schulkomplexes. Der Täter, ein 23-jähriger Absolvent der Schule, eröffnete durch die Fenster das Feuer auf Kinder, die in den Bänken saßen. Zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren wurden getötet, 17 weitere Menschen verletzt – darunter 14 Kinder, von denen sieben in Lebensgefahr schweben. Der Täter nahm sich nach der Attacke das Leben.

Leo äußert tief empfundene Anteilnahme

In dem Telegramm spricht Papst Leo XIV. den Angehörigen der Opfer seine „tief empfundene Anteilnahme“ aus und versichert „seine geistliche Nähe zu allen, die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen sind“, besonders den Familien, „die nun um ein Kind trauern“. Der Papst vertraue die Seelen der verstorbenen Kinder der Liebe des allmächtigen Gottes an und bete für die Verletzten, die Rettungskräfte, das medizinische Personal sowie die Geistlichen, die sich um die Betroffenen kümmern.

Politische Forderungen, etwa nach strengeren Kontrollen bei Waffen in Privatbesitz, erhob der US-amerikanische Papst in seinem Beileidstelegramm nicht. Das Schreiben schließt mit dem Apostolischen Segen für die betroffene Schulgemeinschaft, die Erzdiözese Saint Paul und Minneapolis sowie alle Bewohnerinnen und Bewohner des Großraums Twin Cities „als Unterpfand des Friedens, der Stärke und des Trostes im Herrn Jesus“.

Erzbischof von Minneapolis: Gebet für Familien

Auch Bernard A. Hebda, Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis, zeigte sich tief erschüttert. „Ich bin so dankbar für die vielen Gebetszusagen, die vom Heiligen Vater, Papst Leo, und von so vielen aus aller Welt gekommen sind – alle beten für die Familien der Pfarrei und Schule Annunciation und für alle, die von der sinnlosen Gewalt an diesem Morgen betroffen waren“, erklärte er. Sein Herz sei gebrochen, „wenn ich an Schüler, Lehrer, Geistliche und Pfarrangehörige denke und an das Grauen, das sie in einer Kirche erleben mussten – einem Ort, an dem wir uns sicher fühlen sollten.“

„Immer wenn ein Teil des Leibes Christi verwundet wird, spüren wir den Schmerz, als wären es unsere eigenen Kinder“

Kurz und knapp meldete sich der Vizepräsident der US-Bischofskonferenz, Erzbischof William E. Lori, zu Wort: „Als Kirche verfolgen wir die tragischen Nachrichten von der Annunciation School in Minneapolis mit herzzerreißender Traurigkeit. Immer wenn ein Teil des Leibes Christi verwundet wird, spüren wir den Schmerz, als wären es unsere eigenen Kinder.“

Kardinal Cupich: „Bitte beten und handeln Sie“

Der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, verband Gebet mit einem eindringlichen Appell an die Politik: „Bitte beten und handeln Sie.“ Solche Gewalttaten seien „viel zu alltäglich“ geworden. Cupich beklagte, dass Waffen im Überfluss vorhanden seien, während „sinnvolle Versuche, ihre Verfügbarkeit einzuschränken, weitgehend im Namen einer Freiheit zurückgewiesen werden, die sich in unserer Verfassung nicht findet“. Hinzu kämen die Kürzungen der aktuellen Regierung im Gesundheits- und Sozialbereich, die Cupich zufolge dazu führten, dass psychische Erkrankungen unbehandelt blieben und Entfremdung zunähme. „Wir beten für jene, die die Macht haben, die Sicherheit unseres Volkes zu einer nationalen Priorität zu machen“, sagte der Kardinal.

Nach offiziellen Statistiken sind bei Schulschießereien in den USA allein in den vergangenen zehn Jahren mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Als Ausgangspunkt dieser Gewaltwelle gilt das Massaker an der Columbine High School von 1999, bei dem zwei Täter zwölf Mitschüler und eine Lehrkraft erschossen. Das Verbrechen führte zu einer Reihe von Nachahmungstaten, die bis heute nicht abgerissen ist.

(vatican news/pm – gs)

Titelbild: Nach dem Schulattentat an der katholischen Annunciation Church in Minneapolis  (ANSA)