Das frühe Ende kam mit Wucht, doch die Stimmung im deutschen Lager blieb erstaunlich positiv. Nach dem 0:3 im Achtelfinale der Volleyball-WM in Thailand gegen den haushohen Favoriten Italien sprach Außenangreiferin Lina Alsmeier von einem „großen Schritt nach vorne“. Zwar hatte ihre Mannschaft keine Chance gegen den Olympiasieger, doch die Entwicklung sei unverkennbar. „Wir wollen etwas Neues aufbauen, das haben wir hier schon gezeigt. In den nächsten Jahren werden wir weiterwachsen und stärker werden“, sagte die 23-Jährige kämpferisch.
Über weite Strecken konnte das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes dem Weltranglistenersten in Bangkok durchaus Paroli bieten. Die Satzergebnisse von 22:25, 18:25 und 11:25 zeigten zwar eine klare Niederlage, spiegelten aber auch den Kampfgeist wider, mit dem die Deutschen in das Duell gegangen waren. Bundestrainer Giulio Bregoli, selbst Italiener, sprach trotz des Ausscheidens von einem gelungenen Turnier: „Wir müssen weiter hart arbeiten. Auch wenn wir heute natürlich traurig sind, ändert das nichts daran, dass wir mit dem Sommer glücklich sind.“
Schon in der Vorrunde hatte die deutsche Mannschaft für Aufmerksamkeit gesorgt. Gegen Polen, die Nummer drei der Welt, verpasste sie nur knapp die Sensation und damit den Gruppensieg. „Es ist hart und ein kleines bisschen traurig, dass wir schon aus dem Turnier raus sind“, gab Alsmeier zu. Doch mit Blick auf die Zukunft ist das Ziel klar definiert: Die erste Olympia-Teilnahme seit Jahrzehnten. Nach fünf vergeblichen Anläufen in Serie wollen die deutschen Volleyballerinnen 2028 in Los Angeles unbedingt dabei sein.
Das Turnier in Thailand hat gezeigt, dass der Weg dorthin kein Traum bleiben muss. Auch wenn die Niederlage gegen Italien noch schmerzt, nimmt das DVV-Team Selbstvertrauen mit, um in den kommenden Jahren weiter an Stärke zu gewinnen.
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OZD-Kommentar
Das WM-Aus ist schmerzhaft, doch die Worte von Lina Alsmeier und Giulio Bregoli zeigen: Hier wächst etwas. Wer Italien im Achtelfinale zumindest phasenweise fordern kann, hat die Substanz, künftig auch gegen die Weltspitze zu bestehen. Aber der Weg ist lang, und der deutsche Volleyball neigt dazu, in Momenten kleiner Erfolge die großen Probleme zu vergessen. Es fehlt an Infrastruktur, an Breite in der Förderung, und an internationaler Erfahrung. Ohne eine konsequente Weiterentwicklung könnte der Traum von Olympia 2028 erneut platzen. Die Spielerinnen haben den Willen – jetzt ist der Verband gefordert, diesen Weg nachhaltig zu stützen.
Lesermeinungen
„Endlich wieder Hoffnung im deutschen Volleyball – das Team hat mich begeistert.“ Danni
„Gegen Italien war nichts zu holen, aber der Wille war da. Weiter so!“ Ulrike Weimer
„Olympia 2028 ist ein schönes Ziel, aber dafür braucht es noch viel mehr Unterstützung vom Verband.“ Tamara Dennei, Göttingen
OZD-Analyse
Fakten
Deutschland verliert im WM-Achtelfinale 0:3 gegen Italien.
In der Vorrunde knappe Niederlage gegen Polen verhinderte Gruppensieg.
Fünfter vergeblicher Olympia-Anlauf in Serie, neues Ziel: Los Angeles 2028.
Bewertung
a) Sportlich
– Die Mannschaft hat sich sichtbar verbessert, wirkt homogener.
– Gegen Topnationen wie Italien reicht es noch nicht.
– Einzelne Spielerinnen wie Alsmeier sind Hoffnungsträgerinnen.
b) Strukturell
– Nachwuchsförderung in Deutschland weiterhin begrenzt.
– Vergleich zu Italien oder Polen zeigt Defizite bei Ausbildungszentren und Profiligen.
c) Strategisch
– Der Verband muss den Schwung nutzen, um langfristig den Olympia-Traum zu realisieren.
– Mehr internationale Turniere, stärkere Liga, bessere Förderung sind nötig.
Ausblick
– Kurzfristig: Aufbauarbeit, Training und gezielte Integration junger Spielerinnen.
– Mittelfristig: Stabile Teilnahme an großen Turnieren, um Erfahrung zu sammeln.
– Langfristig: Olympia 2028 als Prüfstein, ob Deutschland im Weltvolleyball wieder mitreden kann.
OZD-Erklärungen
Wer ist Lina Alsmeier?
Lina Alsmeier, geboren 2000, ist eine deutsche Volleyball-Nationalspielerin. Sie spielt auf der Position Außenangriff und gilt als eine der talentiertesten Spielerinnen des DVV. Mit ihrer Dynamik und Angriffsstärke ist sie zu einer Schlüsselfigur im Team von Bundestrainer Bregoli geworden.
Was ist der Deutsche Volleyball-Verband (DVV)?
Der Deutsche Volleyball-Verband ist der Dachverband des Volleyballsports in Deutschland. Er organisiert den Spielbetrieb, stellt die Nationalmannschaften auf und koordiniert die Förderung von Nachwuchs- und Spitzenspielern. Der DVV wurde 1955 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.