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AfD auf Sicherheitskonferenz – Angst vor Geheimnisverrat wächst

Die Einladung von AfD-Politikern zur Münchner Sicherheitskonferenz sorgt für Unruhe. SPD und Grüne warnen vor Risiken für vertrauliche Gespräche.

Die geplante Teilnahme von AfD-Politikern an der kommenden Münchner Sicherheitskonferenz sorgt bei SPD und Grünen für erhebliche Sicherheitsbedenken. Angesichts der Einstufung der AfD als teilweise gesichert rechtsextrem äußerte die stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Bettina Lugk, Zweifel an der Wahrung der Vertraulichkeit der Tagung. Sie teile die bestehenden Sicherheitsbedenken und hätte es daher „für angemessen befunden“, auch in diesem Jahr keine Vertreter der AfD einzuladen.

In den Jahren 2024 und 2025 waren unter dem damaligen Konferenzleiter Christoph Heusgen keine Politikerinnen und Politiker der AfD zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen worden. Gleiches galt für das Bündnis Sahra Wagenknecht. In diesem Jahr liegt die Leitung der renommierten sicherheitspolitischen Tagung wieder beim ehemaligen Diplomaten Wolfgang Ischinger, der angekündigt hat, Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien einzuladen. Entsprechend verschickte die Konferenzleitung Einladungen an drei sicherheitspolitische Fachpolitiker der AfD, allerdings nicht an die Parteispitze.

Besonders deutlich äußerte sich die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni. Sie warnte davor, dass vertrauliche Informationen aus den Gesprächen an Russland weitergegeben werden könnten. „Die AfD redet sich und ihren Wählern ein, mit Russland könne man reden. Schon lange verzichten wir in den Ausschüssen darauf, Dinge zu besprechen, von denen wir nicht wollen, dass sie in Moskau landen“, sagte Nanni. „Wir können uns auf die Loyalität der AfD gegenüber deutschen Interessen schlicht nicht verlassen.“

Nanni verwies darauf, dass die Münchner Sicherheitskonferenz nicht nur aus öffentlich zugänglichen Podiumsdiskussionen bestehe. Vielmehr fänden auch vertrauliche Gespräche in kleinen Runden statt. „Bisher konnte man dort offen Einschätzungen austauschen, wenn sich nur Demokraten im Raum aufhielten. Das könnte jetzt anders werden“, sagte die Grünen-Politikerin.

OZD / ©AFP


OZD-Kommentar – Sicherheitsrisiko mit Ansage

Die Entscheidung, AfD-Politiker wieder zur Münchner Sicherheitskonferenz einzuladen, wirkt wie ein politisches Experiment mit hohem Risiko. Vertrauen ist die zentrale Währung sicherheitspolitischer Gespräche – und genau dieses Vertrauen fehlt. Sollte auch nur der Verdacht entstehen, dass sensible Informationen weitergegeben werden, könnte das dem internationalen Ruf der Konferenz nachhaltig schaden. Eine offene Bühne darf nicht zur offenen Flanke werden.


Mini-Infobox
– AfD wieder zur Sicherheitskonferenz eingeladen
– SPD und Grüne äußern Sicherheitsbedenken
– Sorge vor Weitergabe vertraulicher Informationen
– Neue Konferenzleitung ändert Einladungspraxis


OZD-Analyse

Politischer Kurswechsel der Konferenz
a) Neue Leitung öffnet Konferenz für alle Parteien
b) Abkehr von der bisherigen Ausschlusspraxis
c) Signal für formale parlamentarische Gleichbehandlung

Sicherheitsbedenken im Fokus
a) AfD als teilweise gesichert rechtsextrem eingestuft
b) Zweifel an Loyalität gegenüber deutschen Interessen
c) Gefahr für vertrauliche Gesprächsformate

Mögliche Folgen für die Konferenz
a) Einschränkung offener Debatten
b) Vertrauensverlust bei internationalen Teilnehmern
c) Politische Instrumentalisierung der Tagung


Wer ist die AfD?
Die Alternative für Deutschland ist eine rechtspopulistische Partei, die in mehreren Landesverbänden vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem oder rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft wird.

Was ist die Münchner Sicherheitskonferenz?
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eines der weltweit wichtigsten Foren für Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Jährlich treffen sich dort Spitzenpolitiker, Militärs und Experten aus aller Welt.


Historischer Hintergrund
Seit ihrer Gründung im Kalten Krieg gilt die Münchner Sicherheitskonferenz als vertraulicher Ort für offenen Austausch. Die Zusammensetzung der Teilnehmer war stets auch Ausdruck politischer Grundwerte.


Prognose
Sollte die AfD an sensiblen Gesprächsformaten teilnehmen, könnte dies zu mehr Zurückhaltung bei internationalen Partnern führen. Im schlimmsten Fall droht ein Bedeutungsverlust der Konferenz als geschützter Diskussionsraum.


Gewinnspiel (Pflichtbestandteil)
Wer leitet in diesem Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz?
A) Christoph Heusgen
B) Wolfgang Ischinger
C) Frank-Walter Steinmeier
D) Jens Stoltenberg

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


OZD-Extra – Einladung mit Signalwirkung
Noch nie zuvor war die Frage der Parteizugehörigkeit so umstritten wie in diesem Jahr – ein Spiegel der politischen Polarisierung in Deutschland.



Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: AFP