Die Preise ziehen wieder an – und es ist vor allem der Wocheneinkauf, der ins Gewicht fällt. Wie das Statistisches Bundesamt am Dienstag bestätigte, lag die Inflationsrate im Januar bei 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit wurde das vorläufige Ergebnis bestätigt. Besonders deutlich verteuerten sich Nahrungsmittel – während Energieprodukte günstiger wurden.
Noch im Dezember waren Lebensmittelpreise nur um 0,8 Prozent gestiegen, im November um 1,2 Prozent. Nun lag die Teuerung bei 2,1 Prozent – also exakt auf dem Niveau der Gesamtinflation. Der Anstieg fiel in vielen Haushalten spürbar aus: Schokolade kostete 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Obst verteuerte sich um 6,1 Prozent, Rindfleisch sogar um knapp 15 Prozent.
Es gab aber auch Entlastung: Butter wurde um 33 Prozent günstiger, Kartoffeln kosteten rund zehn Prozent weniger.
Dienstleistungen verteuerten sich weiterhin deutlich – um 3,2 Prozent. Im Dezember lag der Wert noch bei 3,5 Prozent. Seit Januar 2024 liegt die Teuerung in diesem Bereich konstant über der Gesamtinflation. Besonders stark stiegen die Preise für soziale Dienstleistungen. Auch die Erhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro machte sich bemerkbar. Gaststättenbesuche verteuerten sich trotz Mehrwertsteuersenkung für Speisen um 3,6 Prozent.
Energieprodukte dagegen verbilligten sich im Januar um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Dezember lag der Preisrückgang noch bei 1,3 Prozent. Strom kostete 3,2 Prozent weniger, Gas 2,5 Prozent weniger. Die Kraftstoffpreise hingegen zogen um 0,5 Prozent an.
Silke Tober vom IMK der Hans-Böckler-Stiftung bewertet die Lage dennoch als stabil. Die Inflation sei „im grünen Bereich“. Der zuletzt gestiegene Rohölpreis infolge geopolitischer Spannungen – insbesondere zwischen den USA und dem Iran – habe eine noch niedrigere Teuerungsrate verhindert.
Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent – vor allem wegen höherer Kraftstoffpreise.
OZD

OZD-Kommentar – Der stille Preisdruck im Supermarkt
Die Schlagzeile lautet 2,1 Prozent – doch für viele Menschen fühlt sich die Inflation höher an. Denn sie schlägt dort zu, wo es am meisten weh tut: beim täglichen Einkauf. Schokolade, Obst, Fleisch – das sind keine Luxusgüter, sondern Alltag. Dass Energie günstiger wird, ist erfreulich, aber die Entlastung kommt oft zeitversetzt oder wird von anderen Kosten aufgezehrt. Die Inflation mag statistisch „im grünen Bereich“ liegen – psychologisch ist sie es nicht. Solange Lebensmittelpreise stärker steigen als Einkommen, bleibt das Gefühl permanenter Verteuerung. Und dieses Gefühl ist politisch explosiver als jede Prozentzahl.
Historischer Hintergrund
Nach dem Inflationsschock der Jahre 2022 und 2023 mit zweistelligen Teuerungsraten hat sich die Preisentwicklung zuletzt deutlich beruhigt. Haupttreiber waren damals Energiepreise infolge des Ukraine-Krieges und globaler Lieferkettenprobleme.
Zukunftsprognose
Sollten die Energiepreise stabil bleiben, dürfte die Inflation im Jahresverlauf moderat bleiben. Risiken bestehen jedoch durch geopolitische Spannungen, mögliche Rohstoffpreisschocks und anhaltenden Lohndruck im Dienstleistungssektor.
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Mini-Infobox – Inflation Januar
Gesamtinflation: 2,1 %
Lebensmittel: +2,1 %
Dienstleistungen: +3,2 %
Energie: –1,7 %
OZD-Analyse
Haupttreiber Lebensmittel
– a) Hohe Rohstoff- und Produktionskosten
– b) Globale Lieferketten weiterhin fragil
– c) Nachfrage nach Fleisch und Süßwaren stabil
Dienstleistungen als Dauerproblem
– a) Hoher Lohnanteil
– b) Steigende Personalkosten
– c) Wenig internationaler Wettbewerbsdruck
Energie als Stabilitätsfaktor
– a) Strom und Gas günstiger
– b) Geopolitische Risiken bleiben
– c) Kraftstoffpreise schwanken stark

Was ist das Statistische Bundesamt?
Das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Sitz in Wiesbaden ist die zentrale Behörde für amtliche Statistik in Deutschland. Es veröffentlicht regelmäßig Daten zur Inflation, Arbeitsmarktentwicklung, Wirtschaftsleistung und Bevölkerungsstruktur. Die Verbraucherpreisstatistik dient als wichtige Grundlage für Geldpolitik, Tarifverhandlungen und wirtschaftspolitische Entscheidungen.
OZD-Extras
Fun-Fact: Der Warenkorb für die Inflationsberechnung umfasst mehrere hundert Güter und Dienstleistungen – vom Haarschnitt bis zum Hotelzimmer. Lebensmittel machen dabei rund zehn Prozent der Gewichtung aus.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
