Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

Rang fünf reicht nicht: Sportstaatsministerin fordert Reformtempo

Platz fünf statt Top drei: Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein zeigt sich nach den Winterspielen selbstkritisch. Acht Goldmedaillen seien nicht genug – nun fordert sie tiefgreifende Reformen.

Nach dem Ende der Winterspiele von Mailand und Cortina zieht Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein ein gemischtes Fazit. Zwar gratulierte die CDU-Politikerin den erfolgreichen Athletinnen und Athleten, doch sie machte zugleich klar: „Deutschland ist und bleibt eine Wintersportnation. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in der Gesamtbilanz unseren eigenen Ansprüchen bei den Winterspielen 2026 nicht gerecht geworden sind.“

Mit acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen belegte das Team des Deutscher Olympischer Sportbund Rang fünf im Medaillenspiegel. Das selbst formulierte Ziel – ein Platz unter den Top drei – wurde damit klar verfehlt.

Für Schenderlein sind die Ergebnisse ein „klarer Handlungsauftrag“. Die geplanten Reformen müssten konsequent vorangetrieben werden, insbesondere das Sportfördergesetz. Auch der organisierte Sport sei gefordert, gemeinsam mit einer professionell aufgestellten Spitzensport-Agentur strukturelle Veränderungen einzuleiten.

Dabei warnte die Ministerin vor einem bekannten Reflex: „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen.“ Entscheidend seien Effizienz, Bündelung von Ressourcen und moderne Strukturen.

Überzeugt zeigte sich Schenderlein zudem von einer möglichen deutschen Olympiabewerbung. Spiele im eigenen Land seien „ein Booster für unsere Sportpolitik“. Die Begeisterung für Olympische Spiele in Mailand-Cortina oder Paris zeige, welches Potenzial auch hierzulande vorhanden sei. „Und ja, auch Deutschland kann Olympia! Unser Land will und braucht diese Spiele“, sagte sie.

OZD

OZD-Kommentar – Anspruch und Wirklichkeit

Platz fünf klingt solide – aber im deutschen Wintersport ist er ein Alarmsignal. Jahrzehntelang gehörte Deutschland zur absoluten Weltspitze. Nun reicht es trotz starker Eiskanal-Disziplinen nicht mehr für die Top drei.

Schenderleins Kritik ist deshalb nachvollziehbar. Doch Reformen im Spitzensport sind komplex. Mehr Effizienz klingt gut – doch ohne ausreichende Mittel bleibt auch die beste Struktur wirkungslos. Der Hinweis, Geld allein reiche nicht, stimmt. Aber ohne Geld geht es ebenfalls nicht.

Spannend ist der Verweis auf eine mögliche Olympia-Bewerbung. Großereignisse können Reformdruck erzeugen – sie können aber auch Milliarden kosten. Ob Olympia tatsächlich der „Booster“ wird, hängt davon ab, ob Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung im Mittelpunkt stehen.

Deutschland steht vor einer Richtungsentscheidung: punktuelle Nachjustierung – oder tiefgreifender Umbau des Systems?

Historischer Hintergrund

Deutschland war über viele Jahre eine der erfolgreichsten Wintersportnationen. Besonders in den Disziplinen Bob, Rodeln und Biathlon dominierte das Team regelmäßig. In den vergangenen Olympischen Zyklen hat sich die internationale Konkurrenz jedoch deutlich verstärkt.

Zukunftsprognose

Mit dem geplanten Sportfördergesetz und der Spitzensport-Agentur könnte eine strukturelle Neuordnung beginnen. Entscheidend wird sein, ob Reformen schnell und konsequent umgesetzt werden. Eine deutsche Olympiabewerbung könnte zusätzlichen politischen und gesellschaftlichen Druck erzeugen.



OZD-Gewinnspiel

Frage: Auf welchem Platz landete Deutschland im Medaillenspiegel?
A) Platz drei
B) Platz vier
C) Platz fünf
D) Platz sechs

Hier geht’s zum Mitmachen:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

8 Gold-, 10 Silber-, 8 Bronzemedaillen

Ziel: Top drei – erreicht: Platz fünf

Reformdruck durch Sportfördergesetz

Diskussion um deutsche Olympiabewerbung




OZD-Analyse

1. Sportliche Bilanz
a) 26 Medaillen insgesamt
– Starke Eiskanal-Disziplinen
b) Ziel verfehlt
– Kein Platz unter Top drei

2. Reformagenda
a) Sportfördergesetz
– Modernisierung der Strukturen
b) Spitzensport-Agentur
– Bündelung von Ressourcen

3. Politische Dimension
a) Olympia-Bewerbung
– Mögliches Reforminstrument
b) Finanzierungsdebatte
– Effizienz vs. Mittelaufstockung



Wer ist Christiane Schenderlein?

Christiane Schenderlein ist CDU-Politikerin und Sportstaatsministerin. Sie verantwortet die Sportpolitik auf Bundesebene und treibt Reformen im deutschen Spitzensport voran.

OZD-Extras

Sechs der acht deutschen Goldmedaillen bei diesen Winterspielen gingen auf das Konto der Schlittensport-Disziplinen – ein deutliches Zeichen für strukturelle Stärken, aber auch Abhängigkeiten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.