Am zehnten Tag der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erstmals ein mögliches Ende des Krieges angedeutet. Der Krieg sei "so gut wie" beendet, sagte Trump am Montag dem Sender CBS. Der US-Präsident begründete dies mit der militärischen Schwächung des Iran.
Trump äußerte sich allerdings nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe einstellen könnten. Der Krieg sei jedoch "weit vor dem Zeitplan", sagte der Präsident nach Angaben des Senders. In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral im US-Bundesstaat Florida fügte Trump hinzu: "Es wird ziemlich schnell vorbei sein." Der Krieg sei nur "ein kurzer Ausflug".
Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump. Auch die Raketenarsenale des Landes seien nahezu vollständig zerstört worden. "Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig", betonte der US-Präsident. "Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig."
Das US-Verteidigungsministerium äußerte sich deutlich zurückhaltender. Auf der Plattform X erklärte das Pentagon: "Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen."
In Washington wurden Trumps Äußerungen als mögliches Zeichen wachsender Differenzen zwischen den USA und Israel über die weitere Kriegsstrategie interpretiert. Nach israelischen Luftangriffen auf Teheran hatte der republikanische Senator Lindsey Graham seine Verbündeten öffentlich gewarnt: "Bitte seid vorsichtig, welche Ziele Ihr wählt."
Die Finanzmärkte reagierten sofort auf Trumps Aussagen. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent fiel im elektronischen Handel um 5,2 Prozent auf 87,87 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI verlor 7,47 Prozent und notierte zeitweise bei 84,11 Dollar.
Auch an der Wall Street löste die Aussicht auf eine mögliche Entspannung Optimismus aus. Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen deutlich im Plus.
Zuvor war der Ölpreis infolge des Krieges erstmals seit fast vier Jahren wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Trump steht wegen der steigenden Energiepreise innenpolitisch unter Druck, da er im Wahlkampf wiederholt sinkende Spritpreise versprochen hatte.
Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch blockiert. Trump hatte Öltankern militärischen Geleitschutz durch die US-Marine in Aussicht gestellt, konkrete Maßnahmen wurden bisher jedoch nicht angekündigt.
OZD
OZD-Kommentar – Trumps Kriegsnarrativ und die Realität
Donald Trump versucht, den Iran-Krieg als schnellen militärischen Erfolg zu verkaufen. Politisch ist das nachvollziehbar: steigende Ölpreise und wirtschaftliche Unsicherheit könnten ihm innenpolitisch schaden. Doch zwischen politischer Kommunikation und militärischer Realität klafft eine Lücke. Während Trump bereits vom baldigen Ende spricht, signalisiert das Pentagon das Gegenteil. Solche widersprüchlichen Botschaften zeigen, wie unsicher die Lage tatsächlich ist. Die Märkte reagieren sensibel – aber ein einziger neuer Angriff könnte die Ölpreise sofort wieder explodieren lassen.
Historischer Hintergrund:
Militärische Konflikte im Nahen Osten haben in der Vergangenheit immer
wieder massive Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die
Weltwirtschaft gehabt.
Zukunftsprognose:
Sollte es tatsächlich zu einer Waffenruhe kommen, könnten Ölpreise und
Börsen weltweit kurzfristig stabilisieren. Ein längerer Konflikt würde
dagegen neue Energie- und Wirtschaftskrisen auslösen.
Lesermeinungen:
"Wenn der Krieg wirklich bald endet, wäre das eine enorme Erleichterung für die Weltwirtschaft."
"Trump sagt oft Dinge, die politisch nützlich sind – ob sie stimmen, ist eine andere Frage."
"Die Märkte reagieren sofort, aber die Lage bleibt extrem unsicher."
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Mini-Infobox
Konflikt: Iran-Krieg USA/Israel
Kriegsdauer bisher: 10 Tage
Ölpreis-Reaktion: deutlicher Rückgang
Börsenreaktion: Wall Street im Plus
strategischer Faktor: Straße von Hormus
OZD-Analyse
Politische Botschaft Trumps
a) Darstellung eines schnellen Sieges
– Krieg „so gut wie beendet“
b) innenpolitischer Druck
– steigende Energiepreise
c) Wahlkampfaspekt
– Versprechen sinkender Spritpreise
Widerspruch innerhalb der US-Regierung
a) Pentagon vorsichtig
– Kampf habe „gerade erst begonnen“
b) mögliche Strategie-Differenzen
– USA vs. Israel
c) politische Kommunikation
– unterschiedliche Tonlagen
Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte
a) Ölpreis reagiert sofort
– deutlicher Rückgang
b) Börsen profitieren
– Anleger hoffen auf Stabilität
c) Risiko bleibt hoch
– neue Eskalation jederzeit möglich
Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten und ehemaliger
Unternehmer. Seine zweite Amtszeit ist geprägt von einer konfrontativen
Außenpolitik und wirtschaftspolitischen Versprechen, insbesondere
sinkenden Energiepreisen.
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen
dem Iran und der arabischen Halbinsel. Rund 20 Prozent des weltweiten
Öltransports passieren diese Route.
OZD-Extras
Schon kleine Störungen im Schiffsverkehr der Straße von Hormus können
weltweit sofortige Preissprünge auf den Energiemärkten auslösen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
