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Zittersieg zum WM-Comeback: Österreich ringt Jordanien nieder

28 Jahre hat Österreich auf diesen Moment gewartet. Doch statt einer Fußball-Gala gab es beim WM-Comeback gegen Debütant Jordanien einen nervenaufreibenden Arbeitssieg. Erst ein Eigentor brachte die Erlösung für das Team von Ralf Rangnick.

Die österreichische Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in ihre erste Weltmeisterschaft seit 1998 gestartet. Das Team von Trainer Ralf Rangnick setzte sich im kalifornischen Santa Clara mit 3:1 gegen WM-Neuling Jordanien durch, musste dafür aber deutlich mehr investieren als erwartet.

Von Beginn an zeigte sich, dass Jordanien nicht als Statist auf die große Bühne gekommen war. Bereits nach zwei Minuten hätte Ehsan Haddad den Außenseiter in Führung bringen können, traf jedoch nur das Außennetz. Österreich kontrollierte zwar über weite Strecken den Ball, fand aber zunächst kaum Mittel gegen die disziplinierte Defensive der Jordanier.

Die Erlösung kam nach 20 Minuten durch Romano Schmid. Der Mittelfeldspieler erzielte mit einem sehenswerten Distanzschuss das 1:0 und sorgte für ausgelassene Jubelszenen auf der österreichischen Bank. Doch die Führung brachte keine Sicherheit. Jordanien blieb mutig, setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche und kam kurz vor der Pause durch Ali Olwan und Mousa Al-Tamari zu guten Möglichkeiten.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie noch unangenehmer für die Österreicher. Jordanien erhöhte den Druck und wurde belohnt. Ali Olwan erzielte in der 50. Minute nicht nur den Ausgleich, sondern auch das erste WM-Tor in der Geschichte seines Landes. Die Begeisterung auf den Rängen kannte keine Grenzen.

Rangnick reagierte und brachte Marko Arnautovic ins Spiel. Zwar traf der Routinier zunächst, doch der Treffer wurde wegen eines Handspiels aberkannt. Als vieles auf eine Überraschung hindeutete, unterlief Yazan Al-Arab in der 77. Minute ein unglückliches Eigentor, das Österreich erneut in Führung brachte. In der langen Nachspielzeit sorgte Arnautovic schließlich per Handelfmeter für die endgültige Entscheidung.

Mit dem Erfolg macht Österreich einen wichtigen Schritt in Richtung K.-o.-Runde. Gleichzeitig offenbarte die Mannschaft gegen den Außenseiter aber auch Schwächen, die gegen den nächsten Gegner deutlich schwerer wiegen könnten. Dort wartet Weltmeister Argentinien um Superstar Lionel Messi.

OZD-Kommentar – Warnschuss zur richtigen Zeit

Österreich hat gewonnen, aber überzeugt hat die Mannschaft nicht. Gerade darin könnte die positive Erkenntnis liegen. Die Euphorie einer WM-Rückkehr hätte schnell in Selbstzufriedenheit umschlagen können. Stattdessen erhielt das Team von Ralf Rangnick einen deutlichen Hinweis darauf, dass bei einer Weltmeisterschaft jeder Gegner gefährlich werden kann. Gegen Argentinien wird eine solche Leistung kaum reichen. Doch wer trotz schwacher Vorstellung drei Punkte holt, bleibt im Turnier – und genau das zählt zunächst.

Mini-Infobox

Österreichs WM-Auftakt

Endstand: Österreich – Jordanien 3:1

Torschützen: Schmid, Eigentor Al-Arab, Arnautovic

Erstes WM-Spiel Österreichs seit 1998

Erstes WM-Tor Jordaniens durch Ali Olwan

Nächster Gegner: Argentinien

OZD-Analyse

1. Der Sieg bringt Ruhe
a) Österreich startet mit drei Punkten ins Turnier.
b) Das Ziel Achtelfinale bleibt voll erreichbar.
c) Druck vor dem Argentinien-Spiel wird reduziert.

2. Jordanien überrascht positiv
a) Mutiger Auftritt des WM-Debütanten.
b) Gute Umschaltmomente und gefährliche Chancen.
c) Das Team verkaufte sich deutlich besser als erwartet.

3. Rangnick hat Arbeit vor sich
a) Zu wenig Kreativität im Spielaufbau.
b) Defensiv mehrfach anfällig gegen Konter.
c) Gegen Argentinien muss eine Leistungssteigerung her.

Erklärungen

Wer ist Ralf Rangnick?
Ralf Rangnick gilt als einer der einflussreichsten Fußballtrainer Europas und prägt seit Jahren moderne Pressing- und Spielsysteme.

Wer ist David Alaba?
David Alaba gehört zu den erfolgreichsten österreichischen Fußballern aller Zeiten und gewann zahlreiche Titel auf Vereinsebene.

Wer ist Lionel Messi?
Lionel Messi zählt zu den größten Fußballern der Geschichte und wird Österreichs nächster großer Prüfstein sein.

OZD-Extra

Fun Fact: Österreich gewann sein erstes WM-Spiel nach einer 28-jährigen Turnierpause – die letzte WM-Teilnahme lag noch im Jahr 1998 in Frankreich.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.