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Die UEFA erhöht den Druck auf Infantino

Nach dem Aus der FIFA-Investorenpläne verschärft die UEFA den Konflikt mit Gianni Infantino und bereitet mögliche rechtliche Schritte vor.

Die kleine Übersicht 

Wales und England unterstützen Gianni Infantino nicht mehr.

Hintergrund ist der gescheiterte FIFA-Investorendeal.

Weitere europäische Verbände könnten folgen.

FIFA-Kongress zur Präsidentenwahl ist für März 2027 in Rabat geplant.



Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nimmt weiter zu. Mit Wales und England haben erstmals zwei nationale Fußballverbände ihre Unterstützung für eine erneute Kandidatur des Schweizers als Präsident des Fußball-Weltverbandes zurückgezogen. Beide Verbände informierten die FIFA nach eigenen Angaben über ihre Entscheidung.

Der walisische Fußballverband (FAW) bestätigte am Montag gegenüber englischen Medien, dass er Infantinos Kandidatur für die Amtszeit von 2027 bis 2031 nicht länger unterstützen werde. Wenig später schloss sich auch der englische Fußballverband (FA) an. Nach Informationen der Times will die FA der FIFA ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen.

In seiner Begründung fand der FAW deutliche Worte. "Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können", erklärte der Verband. Weiter heißt es: "Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen."

Auslöser der aktuellen Entwicklung sind die inzwischen zurückgezogenen FIFA-Pläne, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand zahlreicher Kontinentalverbände, allen voran der UEFA, hatte Infantino das Projekt am Wochenende gestoppt.

Die UEFA hatte zuvor sogar mit einem Boykott von FIFA-Wettbewerben gedroht und verschärfte anschließend ihre Kritik an der Führung des Weltverbandes weiter.

Nach Informationen von Sky Sports wächst insbesondere in Europa der Widerstand gegen den seit 2016 amtierenden FIFA-Präsidenten. Weitere nationale Verbände könnten sich Wales und England anschließen und ihre Unterstützung ebenfalls zurückziehen.

Nach den FIFA-Statuten kann sich Gianni Infantino beim 77. FIFA-Kongress am 18. März 2027 in Rabat in Marokko ein letztes Mal für eine vierjährige Amtszeit zur Wahl stellen.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Das Fundament beginnt zu bröckeln

Mit England und Wales wenden sich erstmals zwei traditionsreiche Fußballverbände offen gegen Gianni Infantino. Das ist weit mehr als ein symbolischer Schritt. Sollte sich dieser Trend innerhalb Europas fortsetzen, könnte der FIFA-Präsident vor seiner bislang schwierigsten Wiederwahl stehen. Der Rückzug des Investorendeals hat den Konflikt offenbar nicht beendet – vielmehr scheint das Vertrauen in die Führung der FIFA nachhaltig beschädigt zu sein. Jetzt entscheidet sich, ob Infantino den Weltverband wieder einen kann oder ob der Machtkampf den internationalen Fußball noch jahrelang lähmt.


Historischer Hintergrund

Seit seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten im Jahr 2016 führte Gianni Infantino zahlreiche Reformen im Weltfußball ein und baute die kommerziellen Aktivitäten des Weltverbandes deutlich aus. Gleichzeitig wurde seine Amtsführung immer wieder kritisiert. Besonders die geplante FIFA Forward Enterprise (FFE), über die Investoren indirekt an den wirtschaftlichen Erlösen der Fußball-Weltmeisterschaft beteiligt werden sollten, löste weltweit Proteste aus. Die UEFA mit Sitz in Nyon in der Schweiz sowie zahlreiche europäische Verbände sahen dadurch die Unabhängigkeit des Weltfußballs gefährdet.


Die Zukunftsprognose

Bis zum FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat dürfte sich der politische Druck auf Gianni Infantino weiter erhöhen. Sollten weitere nationale Verbände aus Europa, Südamerika oder anderen Kontinenten ihre Unterstützung entziehen, könnte erstmals seit Jahren eine ernsthafte Gegenkandidatur entstehen. Gleichzeitig dürfte die FIFA bemüht sein, verlorenes Vertrauen durch mehr Transparenz und stärkere Einbindung ihrer Mitgliedsverbände zurückzugewinnen. Die kommenden Monate könnten deshalb richtungsweisend für die Machtverhältnisse im internationalen Fußball werden.


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OZD-Analyse

Hauptpunkt: Politischer Druck auf die FIFA

– Der Rückhalt für Gianni Infantino innerhalb Europas nimmt sichtbar ab.

Hauptpunkt: Mögliche Entwicklung

– a) Weitere europäische Verbände könnten ihre Unterstützung entziehen.

– b) Die FIFA könnte zu mehr Transparenz gezwungen werden.

– c) Beim FIFA-Kongress 2027 könnte es zu einer echten Kampfabstimmung kommen.

Hauptpunkt: Folgen

– Der Machtkampf zwischen FIFA und UEFA dürfte die internationale Fußballpolitik bis zur Präsidentenwahl 2027 prägen und Reformdebatten innerhalb des Weltverbandes weiter verstärken.


Erklärungen

Wer ist Gianni Infantino?

Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der Schweizer leitet die größte Fußballorganisation der Welt und verantwortet unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften sowie die strategische Ausrichtung und Vermarktung des Weltfußballs.

Was ist der FIFA-Kongress?

Der FIFA-Kongress ist die höchste beschlussfassende Versammlung des Fußball-Weltverbandes. Dort stimmen die Mitgliedsverbände über Satzungsänderungen, Reformen und die Wahl des FIFA-Präsidenten ab. Der nächste reguläre Kongress mit Präsidentenwahl soll im März 2027 in Rabat, Marokko, stattfinden.

OZD-Extras

Sollte Gianni Infantino 2027 erneut kandidieren und gewählt werden, wäre dies nach den aktuellen FIFA-Statuten seine letzte reguläre Amtszeit. Damit könnte seine Präsidentschaft insgesamt bis 2031 dauern.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.