Fakten im Überblick
Die Organisation FairSquare hat erneut Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eingereicht.
Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe wegen möglicher Verstöße gegen den FIFA-Ethikkodex.
Die UEFA bereitet offenbar einen Gegenkandidaten für die FIFA-Präsidentenwahl 2027 vor.
Der Machtkampf an der Spitze des Fußball-Weltverbandes FIFA erreicht eine neue Eskalationsstufe. Die Menschenrechtsorganisation FairSquare hat erneut eine Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Ethikkommission des Weltverbandes eingereicht. Nach Angaben der Sportschau fordert die Organisation ein schnelles, transparentes und konsequentes Vorgehen der Kommission.
Im Zentrum der Vorwürfe steht unter anderem Infantinos Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump. FairSquare sieht darin einen möglichen Verstoß gegen die Verpflichtung des FIFA-Präsidenten zur politischen Neutralität und wirft ihm einen Missbrauch seiner Amtsbefugnisse vor. Nach Angaben der Sportschau bezeichnet die Organisation dies als „einen schwerwiegenden Verstoß gegen seine Pflicht zur politischen Neutralität sowie einen eklatanten Missbrauch der präsidialen Befugnisse“.
Bereits Ende 2025 hatte FairSquare eine vergleichbare Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht. Auch ein ähnlicher Vorstoß beim Internationalen Olympischen Komitee blieb ohne Erfolg. Zuletzt forderte die Organisation sogar den Ausschluss Infantinos von der kommenden Präsidentenwahl beim FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat.
Der Druck auf den Schweizer wächst jedoch nicht nur durch FairSquare. Auch die Europäische Fußball-Union UEFA fordert inzwischen offen seinen Rückzug. Hintergrund sind Diskussionen um inzwischen verworfene Pläne, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu verkaufen, darunter auch Investoren aus dem Umfeld von Donald Trump.
Trotz der massiven Kritik denkt Infantino nach Angaben eines FIFA-Sprechers nicht an einen Rückzug. Vielmehr will der 56-Jährige wie geplant erneut für das höchste Amt im Weltfußball kandidieren.
Sollte es dazu kommen, dürfte ihm erstmals seit Jahren ein ernsthafter Gegenkandidat gegenüberstehen. Als aussichtsreicher Herausforderer gilt CONCACAF-Präsident Victor Montagliani aus Kanada. Die Frist für Kandidaturen endet am 18. November. Bis dahin dürfte sich der politische Machtkampf innerhalb der FIFA weiter zuspitzen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der Weltfußball braucht Transparenz
Die FIFA steht erneut im Mittelpunkt eines Machtkampfes, der das Vertrauen vieler Fans und Verbände weiter belastet. Unabhängig davon, ob sich die Vorwürfe gegen Gianni Infantino bestätigen oder nicht, zeigt der Fall erneut, wie wichtig transparente Entscheidungsprozesse und unabhängige Kontrollmechanismen im internationalen Sport sind. Die bevorstehende Präsidentenwahl könnte zu einer Richtungsentscheidung für den Weltfußball werden. Sollte sich der Konflikt weiter verschärfen, droht der FIFA ein erheblicher Imageschaden – gerade in einer Zeit, in der Integrität und Glaubwürdigkeit wichtiger denn je sind.
Historischer Hintergrund
Die FIFA mit Sitz in Zürich stand bereits mehrfach wegen Führungs- und Korruptionsaffären im internationalen Fokus. Nach dem Rücktritt von Sepp Blatter wurde Gianni Infantino 2016 zum Präsidenten gewählt und versprach umfassende Reformen sowie mehr Transparenz. Seither blieb seine Amtszeit jedoch immer wieder von Diskussionen über Machtstrukturen, Ethikfragen und politische Einflussnahmen begleitet.
Zukunftsprognose
Bis zur FIFA-Präsidentenwahl im März 2027 dürfte der Machtkampf weiter an Intensität gewinnen. Sollte die UEFA tatsächlich einen Gegenkandidaten unterstützen, könnte es erstmals seit Jahren zu einer offenen Kampfabstimmung kommen. Für Sponsoren und internationale Partner wäre ein anhaltender Konflikt ein Risiko für das Image des Weltverbandes. Größere unmittelbare Auswirkungen auf die Börsen sind zwar nicht zu erwarten, börsennotierte Sport- und Medienunternehmen könnten jedoch bei einer weiteren Eskalation kurzfristig auf Unsicherheiten reagieren.
Erklärungen
Wer ist Gianni Infantino?
Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der Schweizer Jurist war zuvor Generalsekretär der UEFA und verantwortet heute die weltweit größte Fußballorganisation mit 211 Mitgliedsverbänden.
Was ist FairSquare?
FairSquare ist eine internationale Organisation, die sich mit Menschenrechten, Transparenz und guter Regierungsführung im Sport beschäftigt. Sie untersucht unter anderem das Verhalten internationaler Sportverbände und reicht bei möglichen Verstößen Beschwerden bei zuständigen Institutionen ein.
OZD-Extras
Mitglieder der FIFA-Ethikkommission prüfen Verstöße gegen den Ethikkodex unabhängig vom FIFA-Rat. Ihre Entscheidungen können von Verwarnungen bis zu langjährigen Sperren reichen und haben in der Vergangenheit bereits hochrangige Funktionäre aus dem Weltfußball getroffen.
Gewinnspiel
Welche Organisation hat erneut Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eingereicht?
A) UEFA
B) FairSquare
C) IOC
D) CONCACAF
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.