Fakten im Überblick
Sechs nordische Fußballverbände sprechen Gianni Infantino das Vertrauen ab.Die Verbände unterstützen den Reformkurs der UEFA.Gefordert werden unabhängige Untersuchungen und tiefgreifende Reformen der FIFA.
Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Im internationalen Machtkampf um die Führung des Fußball-Weltverbandes haben die Fußballverbände aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den Färöer-Inseln geschlossen Stellung gegen den Schweizer bezogen.
Nach einem gemeinsamen Treffen in Helsinki veröffentlichten die sechs Verbände eine ungewöhnlich scharfe Erklärung. "Die sechs nordischen Fußballverbände haben das Vertrauen in den FIFA-Präsidenten verloren und sind zutiefst besorgt über die Führung und die Entscheidungen auf höchster Ebene innerhalb der Organisation", erklärten sie.
Damit stellen sich die nordischen Verbände offen an die Seite der UEFA, die Gianni Infantino bereits seit Monaten kritisch gegenübersteht. Auslöser der jüngsten Eskalation ist unter anderem der inzwischen verworfene Plan, private Investoren stärker an FIFA-Wettbewerben zu beteiligen.
Die Verbände machten deutlich, dass sie eine Wiederholung solcher Pläne verhindern wollen. "Die nordischen Fußballverbände stehen fest an der Seite der UEFA und den von ihren Nationalverbänden gemeinsam vorgeschlagenen Maßnahmen", heißt es in der Erklärung weiter. Zudem fordern sie: "Wir erwarten von der FIFA verbindliche Zusicherungen, dass sie ihre Governance-Strukturen und Wettbewerbe niemals wieder für Privateigentum öffnet."
Darüber hinaus verlangen die sechs Verbände eine umfassende Reform der FIFA-Strukturen. Sie sprechen sich für eine unabhängige Untersuchung aus, um zu prüfen, ob Transparenz, Kontrolle und Rechenschaftspflicht innerhalb des Weltverbandes tatsächlich gewährleistet sind.
Infantino, der im März kommenden Jahres für eine vierte Amtszeit kandidieren möchte, steht seit Monaten massiv unter Druck. Neben der UEFA haben inzwischen auch andere internationale Fußballorganisationen und Fanbündnisse deutliche Kritik geäußert. Dennoch erhält der FIFA-Präsident weiterhin Unterstützung aus einzelnen nationalen Verbänden, insbesondere aus Teilen Asiens. Ein offizieller Gegenkandidat für die Präsidentschaftswahl ist bislang nicht angetreten.
Eine zentrale Rolle innerhalb der Opposition spielt die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness, die sich seit Jahren für mehr Transparenz und Reformen im Weltfußball einsetzt.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der Druck auf die FIFA wird immer größer
Die Kritik kommt längst nicht mehr nur aus einzelnen Verbänden. Wenn sich gleich sechs nationale Fußballverbände gemeinsam gegen den FIFA-Präsidenten stellen und gleichzeitig die UEFA geschlossen Reformen fordert, entsteht eine neue Machtkonstellation. Ob Gianni Infantino dennoch eine vierte Amtszeit erreicht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob sich weitere Kontinentalverbände anschließen oder ob die bisherige Unterstützung aus anderen Weltregionen bestehen bleibt.
Historischer Hintergrund
Nach den großen FIFA-Korruptionsskandalen wurde 2016 ein umfassendes Reformprogramm beschlossen, das mehr Transparenz, Kontrolle und Unabhängigkeit schaffen sollte. Gianni Infantino wurde im selben Jahr zum FIFA-Präsidenten gewählt. In den vergangenen Jahren geriet seine Amtsführung jedoch mehrfach in die Kritik, insbesondere wegen zentralisierter Entscheidungsprozesse und zuletzt wegen des inzwischen aufgegebenen Investorenplans für FIFA-Wettbewerbe.
Zukunftsprognose
Bis zum FIFA-Kongress im März 2027 dürfte der politische Druck weiter zunehmen. Sollten sich weitere europäische, asiatische oder amerikanische Verbände der Kritik anschließen, könnte erstmals ernsthaft eine Gegenkandidatur entstehen. Andernfalls dürfte Infantino trotz der wachsenden Proteste versuchen, seine vierte Amtszeit durch die Unterstützung zahlreicher Mitgliedsverbände außerhalb Europas zu sichern.
Erklärungen
Wer ist Gianni Infantino?
Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der Schweizer übernahm das Amt nach den Korruptionsskandalen innerhalb der Organisation und strebt nun eine vierte Amtszeit an.
Was ist die FIFA?
Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association) ist der Weltverband des Fußballs mit über 200 Mitgliedsverbänden. Sie organisiert unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften und ist die höchste internationale Instanz des Sports.
Gewinnspiel
Welche Organisation unterstützt der Zusammenschluss der nordischen Verbände ausdrücklich?
A) UEFA
B) IOC
C) DFB
D) CONMEBOL
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.