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München treibt Olympia-Bewerbung mit Nachdruck voran

München und Bayern beschleunigen die Olympia-Bewerbung. Die Kosten bis zur Vergabe 2029 könnten 20 Millionen Euro erreichen.

Fakten im Überblick

München und Bayern erhöhen bei der Olympia-Bewerbung das Tempo.

Bis zur Vergabe erwartet München Kosten von 18 bis 20 Millionen Euro.

Das IOC entscheidet im März über den Beginn des strategischen Dialogs.

Die bayerische Staatsregierung und die Stadt München treiben ihre Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele voran. Ministerpräsident Markus Söder erklärte auf einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Dominik Krause: „Wir haben keine Zeit zu vertrödeln“. Krause fügte hinzu: „Wir wollen uns jetzt fit machen für Olympia“. Die deutsche Bewerbung richtet sich auf 2036 und – sollte dies nicht gelingen – auch auf 2040 und 2044. Bis zur erwarteten Vergabe der Spiele 2036 im Jahr 2029 rechnet die Stadt mit weiteren Bewerbungskosten von „18 bis 20 Millionen“. Bereits für die nationale Bewerbung gab München rund sieben Millionen Euro aus. Die künftigen Kosten sollen zwischen Bund, Land, Stadt und Deutschem Olympischen Sportbund verteilt werden. Nach der Reduzierung des Bewerberfelds durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist die Gründung einer gemeinsamen GmbH für März vorgesehen.

Am Weg zur Vergabe muss München im November dem IOC das Bewerbungskonzept präsentieren. Im Januar folgt die „Konzeptschärfung“ in Abstimmung mit der Future Host Commission des IOC, erläuterte Krause. Im März entscheidet das IOC, mit welchen Städten es in den „strategischen Dialog“ tritt. Neben München haben auch Budapest, Doha, Istanbul, Indien, Südafrika und Südkorea Interesse an einer Ausrichtung der Spiele bekundet. Im Zentrum der Münchner Bewerbung steht das „One-Village“-Konzept.

Söder kündigte ein bayerisches Olympiagesetz an, das infrastrukturelle Maßnahmen beschleunigen soll, und forderte ähnliches vom Bund. „Deutschland darf sich nicht blamieren bei Olympia“, sagte er. Eine Bewerbung für 2036 „könnte einfacher sein“, gestand Söder angesichts eines engen zeitlichen Rahmens zu, unterstrich aber: „Wir nehmen, was wir kriegen und machen das Beste draus.“ Gegenwärtig sieht Söder Budapest als starken Mitbewerber und lobte das kompakte bayerische „One-Village“-Konzept. Zur Bedeutung des internationalen Umfelds berichtete Söder, dass der ehemalige IOC-Präsident und heutige Ehrenpräsident Thomas Bach ein „wichtiger Ratgeber“ sei. „Sehr hilfreich“ bei der Bewerbung sei zudem der neue Staatsminister für Sport und Ehrenamt, Ronald Rauhe.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Olympia-Bewerbung als Kraftakt – München bleibt ehrgeizig

Die Ausrichtung, mit der München und Bayern ihr Olympia-Ziel angehen, ist bemerkenswert. Mit klaren Worten und konkreten Plänen unterstreichen Söder und Krause, dass sie tatsächlich „keine Zeit zu vertrödeln“ gedenken. Die Herausforderungen des internationalen Bewerberfelds und der kostspieligen Verfahren werden offen benannt. Wichtig bleibt, dass Transparenz und Bürgerbeteiligung aufrechterhalten werden, damit die Bewerbung nicht erneut an gesellschaftlichem Widerstand scheitert. Prognose: München hat mit einer mutigen und konsequenten Linie beste Chancen, sollte aber von Beginn an die öffentliche Unterstützung suchen.

Historischer Hintergrund

München war 1972 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. In den letzten Jahren sind mehrere deutsche Olympia-Bewerbungen am Willen der Bevölkerung oder politischen Widerständen gescheitert. Das aktuelle Bewerbungsverfahren wird vom IOC in mehreren Schritten geführt: Nach einer Konzeptpräsentation wird eine engere Auswahl von Kandidaten getroffen. Zu den Mitbewerberstädten zählen aktuell Budapest, Doha, Istanbul, Indien, Südafrika und Südkorea.

Zukunftsprognose

Ein Zuschlag für die Spiele könnte München in eine zentrale Rolle für internationale Großereignisse rücken und erhebliche Investitionen in Infrastruktur, Wohnraum und Verkehr nach sich ziehen. Erfolge bei Olympia könnten das internationale Ansehen Deutschlands beeinflussen, während Kosten und Nachhaltigkeit wohl auch Kritik hervorrufen. Positive ökonomische Effekte sind insbesondere für Tourismus und Baugewerbe möglich, aber ein gewisser finanzieller Druck dürfte bestehen bleiben. Die Akzeptanz der Bevölkerung wird wesentlich für den Erfolg. Künftig könnten Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Beteiligung bei Olympiabewerbungen noch wichtiger werden.

Erklärungen

Was ist der strategische Dialog beim IOC?

Der strategische Dialog ist eine vertiefte Phase des Verfahrens, bei der das IOC mit ausgewählten Bewerberstädten Gespräche zur Austragung der Spiele führt.

Was bedeutet das One-Village-Konzept?

Das „One-Village“-Konzept steht für ein zentrales olympisches Dorf und kompakte Sportanlagen, um kurze Wege für Athletinnen und Athleten zu schaffen.

OZD-Extras

München bewarb sich bereits um die Winterspiele 2022, doch ein Bürgerentscheid stoppte das Projekt damals. Historisch zeigen sich an Börsen nur wenige kurzfristige Effekte durch Olympia-Bewerbungen, doch börsennotierte Bau- und Tourismusfirmen könnten profitieren – konkrete Auswirkungen richten sich stets nach Verlauf und Ergebnis der Bewerbung.

Gewinnspiel

Wie hoch werden die weiteren Bewerbungskosten für München bis 2029 geschätzt?

A) 5 bis 7 Millionen Euro

B) 10 bis 12 Millionen Euro

C) 18 bis 20 Millionen Euro

D) 25 bis 30 Millionen Euro

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.