Fakten im Überblick
Martin Engelhardt und Michael Mronz kandidieren um das DOSB-Präsidentenamt.
Die Wahl findet am 5. Dezember auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt statt.
Weitere Kandidaturen sind noch bis zum 30. Oktober möglich.
Im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bahnt sich ein spannender Zweikampf um das Präsidentenamt an. Nachdem der erfahrene Sportmanager und IOC-Mitglied Michael Mronz von der Findungskommission offiziell als Kandidat empfohlen worden war, verkündete am Mittwoch auch Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union, seine Bewerbung für die Wahl am 5. Dezember. Damit tritt Engelhardt, der bereits 2018 kandidiert hatte, erneut an und möchte dem deutschen Sport eine Alternative zur bislang favorisierten Besetzung bieten. Engelhardt betont seine breite Erfahrung und erklärte: "Ich kenne den Sport vom Verein bis zum Weltverband, aus der Leistungssportforschung und von zwei Olympischen Spielen an der Seite unserer Athletinnen und Athleten. Ab April 2027 kann ich dem DOSB meine ganze Kraft widmen – ohne berufliche Verpflichtungen und ohne geschäftliche Interessen im Sport". Seine Tätigkeit als Chefarzt am Klinikum Osnabrück endet zu diesem Zeitpunkt. Engelhardt sieht in seiner Kandidatur nicht nur die Chance, die eigene langjährige Expertise einzubringen, sondern auch ein Signal demokratischer Erneuerung. In einem Interview sagte er, die Findungskommission habe "zwar Michael Mronz empfohlen, aber auch ausdrücklich erklärt, dass wir beide sehr gute Kandidaten seien und dass jeder von uns den deutschen Sport erfolgreich in die Zukunft führen könnte".
Michael Mronz, selbst bereits Mitglied des DOSB-Präsidiums und des Internationalen Olympischen Komitees, wirbt insbesondere mit seinen internationalen Kontakten für eine erneuerte deutsche Olympiabewerbung. Auf die Möglichkeit einer Kampfabstimmung mit Engelhardt angesprochen, sagte er: "Wenn Martin Engelhardt für sich entscheidet, zu kandidieren, würde ich das Gespräch mit ihm suchen." Engelhardt zeigt sich derweil entschlossen, ein umfassendes Angebot für die Vielfalt des deutschen Sports zu machen und erläutert: "Ich möchte dem deutschen Sport ein Angebot machen, in dem sich seine Vielfalt wiederfindet: mit einem Sportplan für Deutschland, den wir gemeinsam mit der Politik umsetzen, und mit dem Ziel, die großen nationalen und internationalen Aufgaben geschlossen und erfolgreich anzugehen. Entscheiden werden die Mitglieder." Mit dem bevorstehenden Wechsel an der DOSB-Spitze endet zugleich die fünfjährige Amtszeit von Thomas Weikert, der unter anderem die Olympiabewerbung mit München für die kommenden Jahrzehnte angestoßen hatte. Noch bis zum 30. Oktober können weitere Kandidaten ihre Bewerbung einreichen, fest steht aber schon jetzt: Die Mitgliederversammlung in Frankfurt wird zur wegweisenden Abstimmung für die Zukunft des deutschen Sports werden.
Engelhardt unterstreicht, dass die Wahl offen und demokratisch verlaufen wird: "Jetzt bekommen wir eine Wahl, und die wird am Ende den DOSB stärken und ein gutes Beispiel dafür bieten, dass im deutschen Sport offen und demokratisch entschieden wird. Das bessere Konzept möge gewinnen."
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Klarer Wettbewerb stärkt Glaubwürdigkeit des DOSB
Es ist ein starkes Signal, dass sich mit Martin Engelhardt ein zweiter prominenter Kandidat zur Wahl des DOSB-Präsidenten stellt und den unmittelbaren Zweikampf mit Michael Mronz sucht. Die offene Abstimmung steht sinnbildlich für einen Aufbruch im deutschen Sport, der in den vergangenen Jahren nicht selten an geschlossen scheinende Sitzungsrunden und an mangelnde Transparenz erinnerte. Die Bereitschaft beider Kandidaten, in einen fairen Wettbewerb um die besten Konzepte einzutreten, ist ein Gewinn für die Glaubwürdigkeit des Verbandes – und für die Mitglieder, die nun tatsächlich zwischen unterschiedlichen Ansätzen wählen können. Die Herausforderungen für den DOSB bleiben gewaltig: Meistern beide Bewerber die Anforderungen an Dialogbereitschaft, Integrität und Innovationsgeist, kann die Debatte selbst für weiteren Aufwind im deutschen Sport sorgen. Die Entscheidung liegt nun bei den Mitgliedern – und sie wird wohl maßgeblich den Führungsstil und damit die Zukunftsrichtung des deutschen Sports prägen. Die Prognose: Ein demokratisches Votum kann zu einem wachsend engen Miteinander führen und den DOSB insgesamt stärken.
Historischer Hintergrund
Der Deutsche Olympische Sportbund entstand 2006 aus der Fusion zweier Dachorganisationen im deutschen Sport. Präsident Thomas Weikert, der das Amt nach Vorgänger Alfons Hörmann übernahm, leitete den Verband fünf Jahre lang. In seine Amtszeit fiel die Bewerbung Münchens als Austragungsort kommender Olympischer Spiele. Traditionell ist die Wahl des Präsidenten von großer Bedeutung für die Weichenstellungen im olympischen und nichtolympischen Sport in Deutschland. Die Mitgliederversammlung bestimmt regulär das Präsidium des DOSB.
Zukunftsprognose
Die künftige DOSB-Führung könnte die Richtung der deutschen Olympiabewerbungen maßgeblich prägen. Politisch steht zu erwarten, dass das Wahlergebnis die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und anderen Sport-Institutionen beeinflusst. Wirtschaftlich könnte sich die Strategie des neuen Präsidenten auch auf Fördermittel, Sponsoreninteresse und die Prioritätenverteilung innerhalb des organisierten Sports auswirken. Auf internationaler Ebene könnte ein stärkerer Fokus auf internationale Kontakte den Einfluss Deutschlands in den olympischen Gremien erhöhen. Diese Entwicklungen hängen davon ab, welches Konzept bei den Mitgliedern überzeugt und welchen Führungsstil der DOSB wählt.
Erklärungen
Was ist der DOSB?
Der Deutsche Olympische Sportbund ist der Dachverband des organisierten Sports in Deutschland. Er vertritt olympische und nichtolympische Sportarten und koordiniert unter anderem die Teilnahme an Olympischen Spielen.
Wer ist Martin Engelhardt?
Martin Engelhardt ist Mediziner und Präsident der Deutschen Triathlon Union. Er kandidierte bereits 2018 für das DOSB-Präsidium und bewirbt sich erneut um das Amt.
Wer ist Michael Mronz?
Michael Mronz ist Sportmanager, Mitglied des DOSB-Präsidiums und des Internationalen Olympischen Komitees. Ihm werden vor allem gute internationale Kontakte zugeschrieben.
OZD-Extras
Das Duell zwischen Engelhardt und Mronz signalisiert erstmals seit mehreren Jahren einen offenen Wettbewerb um das Spitzenamt im größten Sportverband Deutschlands. Das Interesse an einer möglichen Neuauflage der Olympiabewerbung in Deutschland beeinflusst auch die Einschätzung internationaler Sportorganisationen. Auswirkungen auf den Sportmarkt und Sportunternehmen sind in der Phase der Kandidatur offen und hängen vom Ausgang der Wahl ab.
Gewinnspiel
Wer leitet aktuell den DOSB und tritt nicht erneut zur Wahl an?
A) Thomas Weikert
B) Martin Engelhardt
C) Michael Mronz
D) Alfons Hörmann
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.