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Eishockey-WM Boykott weitet sich auf Nordeuropa aus

Immer mehr nordeuropäische Teams weigern sich, 2027 bei der Eishockey-WM in Deutschland gegen Russland anzutreten.

Fakten im Überblick

Norwegen, Schweden, Dänemark und Lettland wollen 2027 nicht gegen Russland spielen.

Finnland und Tschechien hatten zuvor bereits einen Boykott angekündigt.

Der deutsche Verband schließt die Rückgabe der WM in Deutschland nicht aus.

Der Protest gegen die Rückkehr Russlands zur Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland nimmt weiter zu. Nachdem Finnland und Tschechien ihren Boykott bereits angekündigt hatten, erklärten nun auch Norwegen, Schweden, Dänemark und Lettland, nicht gegen Russland zu spielen. In einer Mitteilung des norwegischen Verbandes NIHF hieß es, man werde „nicht gegen Russland spielen“, und das „auf Basis der aktuellen Situation und der Informationen, die uns heute zugänglich sind“. Der NIHF unterstrich zudem, dass Russland von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen bleiben sollte, „solange der Krieg in der Ukraine andauert“. Darüber hinaus verwies der Verband auf „die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Spieler, Betreuer und deren Familien“ und betonte, Spiele gegen Russland „unter den aktuellen Umständen“ würden Spieler und Staff „signifikanten Sicherheitsrisiken aussetzen“.

Kurz darauf schlossen sich Schweden und Lettland mit ähnlichen Stellungnahmen an. Dänemarks Verbandspräsident Henrik Bach Nielsen sagte: „Wir haben beschlossen, nicht gegen Russland zu spielen. Es würde im Chaos enden, wenn wir es tun würden.“ Zuvor hatte bereits der finnische Verbandspräsident Heikki Hietanen einen Boykott angekündigt und für eine „gemeinsame Front“ geworben. Der tschechische Amtskollege Alois Hadamczik erklärte: „Wenn diese Nationen sich vereinen, kann das etwas verändern.“ Der Deutsche Eishockey-Bund schloss nach der Entscheidung des internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Zulassung Russlands eine Rückgabe der Heim-WM im Mai 2027 nicht aus. Das IIHF-Council unter Führung von Präsident Franz Reindl berät seit Montag über die möglichen Folgen des Urteils. Die internationale Eishockey-Gemeinschaft steht damit vor erheblichen Herausforderungen und offenen Fragen, wie es bei der kommenden WM in Deutschland weitergeht.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Einigkeit signalisiert politische Grenzen im Eishockey

Der eskalierende Boykott gegen Russland zeigt die wachsende Bereitschaft europäischer Eishockey-Nationen, politische Verantwortung im Sport zu übernehmen. Der Verweis auf Sicherheit und das Wohl aller Beteiligten setzt ein deutliches Zeichen: Das Wohl von Spielern und Betreuern steht auch im internationalen Wettbewerb über sportlichen Interessen. Während Deutschland sogar offen über die Rückgabe der WM nachdenkt, wächst der Druck auf die Verbände, eine einheitliche Haltung zu finden. Die wachsende Geschlossenheit nordeuropäischer Teams zeigt, dass sich Dinge bewegen können, wenn „diese Nationen sich vereinen“. Es ist zu erwarten, dass der Konflikt zwischen sportlicher Fairness und politischen Realitäten die Eishockey-WM 2027 und darüber hinaus prägen wird.

Historischer Hintergrund

Russlands Ausschluss vom internationalen Eishockey erfolgte als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine. Die aktuellen Boykotte sind eine Antwort auf das CAS-Urteil, das Russlands Teilnahme an der WM wieder erlaubt. Nordeuropäische Eishockey-Nationen wie Finnland, Schweden und Norwegen sind traditionell im Weltklassebereich vertreten und haben bereits Erfahrung im politischen Umgang mit internationalen Wettbewerben.

Zukunftsprognose

Sollte der Boykott umgesetzt werden, könnten viele Top-Teams die WM verweigern. Dies hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Ausrichter und verschärfte politische Spannungen im internationalen Eishockey. Möglicherweise gewinnen politische Debatten und Sicherheitsfragen weiter an Einfluss auf künftige Welttitelkämpfe. Beobachter halten zudem eine weitere Spaltung der Eishockey-Verbände im Fall eines anhaltenden Krieges in der Ukraine für möglich.

Erklärungen

Was ist die Eishockey-Weltmeisterschaft?

Die Eishockey-Weltmeisterschaft ist ein jährliches Turnier der besten Nationalteams weltweit und wird von der IIHF ausgerichtet.

Was ist der Internationale Sportgerichtshof?

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) ist das höchste Schiedsgericht im Weltsport und entscheidet bei Rechtsstreitigkeiten, etwa um Startberechtigungen.

OZD-Extras

Ein Aussetzen weiterer Teams könnte das Vermarktungspotenzial für Sponsoren und Medienrechte merklich verringern. Auch die Ticketeinnahmen in deutschen Arenen wären gefährdet. Die Unsicherheit wirkt bislang noch nicht stark auf die Aktien großer Sportrechtevermarkter, könnte dies bei verschärftem Boykott aber tun. Diese möglichen Auswirkungen hängen stark von den nächsten Entscheidungen der internationalen Verbände ab.

Gewinnspiel

Welche Nation folgte bei der Boykottankündigung nach Finnland und Tschechien?

A) Norwegen

B) Kanada

C) Schweiz

D) USA

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.