Fakten im Überblick
Donald Trump geht wegen einer Umfrage zu Preissteigerungen auf Fox News los.
Viele Befragte sehen Trump laut Fox News nicht als starken Anführer.
Die Kongresswahlen entscheiden über die Mehrheiten in US-Repräsentantenhaus und Senat.
Mitten in den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Unzufriedenheit mit Fox News offen ausgesprochen. Auf seinem Onlinedienst Truth Social kritisierte er besonders eine aktuelle Umfrage des Senders. Fox News habe eine „beleidigende“ Umfrage veröffentlicht, schrieb Trump. Darin machten 62 Prozent der Befragten Trumps Politik für die gestiegenen Preise in den USA verantwortlich; ebenso viele waren der Ansicht, dass der Rechtspopulist nicht für Leute wie sie kämpfe. Laut Fox News verneinten zudem 56 Prozent, dass Trump ein „starker Anführer“ sei. Mit deutlichen Worten schrieb Trump weiter: „Jede Frage ist eine Rufmordkampagne, und jede Antwort ist Bullshit“.
Trotz der Umfrage behauptete der Präsident in einer weiteren Nachricht: „Meine Zahlen sind besser denn je“. Trump verwies dabei auf eine Umfrage des Nachrichtensenders CNN, der ihm traditionell kritisch begegnet. Unzufrieden zeigte sich Trump darüber hinaus über die Berichterstattung bei Fox News: Der Sender verbringe „zu viel Zeit damit“, über die Demokraten zu berichten. In einer weiteren Botschaft äußerte er sich scharf über die Kommentatorin Jessica Tarlov, die er als „dumme“ bezeichnete. Währenddessen wurden bei den Zwischenwahlen am Dienstag in den USA alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Sitze im Senat neu gewählt. Zum Zeitpunkt der Abstimmung hielten Trumps Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern, doch Umfragen räumten den oppositionellen Demokraten gute Chancen ein, das Repräsentantenhaus zu erobern.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Trump gegen Fox News – der ungewöhnliche Bruch
Donald Trump wählte bei seiner Kritik an Fox News besonders drastische Worte – das markiert einen Wendepunkt im Verhältnis zwischen dem Präsidenten und seinem einstigen Lieblingssender. Fox News stand jahrelang wie kaum ein anderes Medium für die rechte Perspektive in den USA und war für Trumps Anhänger eine verlässliche Nachrichtenquelle. Dass Trump die jüngste Umfrage als „beleidigende“ Attacke wertet, zeigt, wie dünnhäutig viele Politiker auf negative Berichterstattung reagieren. Bemerkenswert ist auch, dass Trump ausgerechnet auf CNN verweist, einen Sender, den er sonst regelmäßig attackierte. Dies ist Ausdruck einer neuen Unsicherheit und des kämpferischen Tons, der die heiße Phase des Wahlkampfs bestimmt. Die Auseinandersetzung dürfte die mediale Landschaft nachhaltig beeinflussen und könnte weitere Polarisierung zwischen Medien, Politikern und Wählern auslösen. In den kommenden Monaten ist zu erwarten, dass Trump verstärkt auf eigene Plattformen setzt und konservative Medien unter Druck geraten, ihren Kurs zu rechtfertigen.
Historischer Hintergrund
Fox News war über viele Jahre eine enge mediale Heimat für Donald Trump und die Republikaner. Die Zeit seit Trumps Präsidentschaft ist von einer wachsenden Spaltung in der US-Medienlandschaft geprägt. Während der bisherigen Kongresswahlen gaben Medien wie Fox News immer wieder Stimmungen aus der Bevölkerung wieder, die nicht immer mit Trumps Darstellung übereinstimmten. Die Midterms, alle zwei Jahre, gelten als entscheidende Wegmarken für das politische Klima in den USA.
Zukunftsprognose
Sollte der Konflikt zwischen Trump und Fox News weiter eskalieren, könnte dies die Bindung konservativer Wähler an einzelne Medienangebote schwächen. Denkbar ist, dass der Präsident sich noch stärker digital und über eigene Kanäle äußern wird, was die ohnehin sehr fragmentierte Medienlandschaft in den USA weiter zersplittert. Im politischen Kontext ist zudem zu erwarten, dass künftig Umfragen und deren Deutung verstärkt als Instrument im Wahlkampf eingesetzt werden. Eine direkte Auswirkung auf internationale Medien und politische Beobachter bleibt möglich, sollte der Bruch zwischen Trump und Fox News bestehen bleiben.
Erklärungen
Was sind die US-Kongresswahlen?
Die US-Kongresswahlen finden alle zwei Jahre statt. Dabei werden alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und etwa ein Drittel der Sitze im Senat neu gewählt. Die Ergebnisse geben Hinweise auf die politische Stimmung im Land.
OZD-Extras
Die kritische Beziehung zwischen Trump und Fox News ist ein Gradmesser für das Verhältnis zwischen Politik und Medien in den USA. Bei wichtigen politischen Ereignissen wie den Zwischenwahlen können Kursschwankungen an den US-Börsen auftreten, doch laut aktuellen Einschätzungen reagieren die Märkte in der Regel gelassen auf mediale Auseinandersetzungen zwischen Präsident und Fernsehsendern. Eine Ausnahme könnte nur eintreten, wenn die politische Unsicherheit deutlich zunimmt.
Gewinnspiel
Wie viele Sitze im US-Repräsentantenhaus werden bei Kongresswahlen gewählt?
A) 435 Sitze
B) 100 Sitze
C) 50 Sitze
D) 350 Sitze
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.