Fakten im Überblick
André Rankel verliert mit dem DEB-Team 1:3 gegen Lettland beim Deutschland Cup.
Die Heim-WM 2025 steht weiter auf der Kippe, die Russland-Frage bleibt ungelöst.
Der DEB fordert von IIHF und Bundesregierung eine schnelle Lösung zur WM.
Der Start ins Bundestraineramt verlief für André Rankel alles andere als reibungslos. Beim zweiten Spiel des Deutschland Cups in Düsseldorf rannte das deutsche Eishockey-Nationalteam gegen Lettland lange an, nutzte aber beste Chancen nicht und unterlag am Ende 1:3. Gerade einmal zwei Tage nach dem Sieg über Österreich blieb Rankels Truppe ohne Lohn für ihren hohen Aufwand – und ließ mit dem verpassten Abschluss zahlreiche Zuschauer enttäuscht zurück. Rankel bilanzierte: "Trotz der Niederlage haben wir ein besseres Spiel als am Donnerstag gemacht" und ergänzte: "Die ersten 15 Minuten haben Spaß gemacht, wir haben uns aber nicht belohnt." Alexander Blank kritisierte: "haben wir auch viele dumme Fehler gemacht".
Vor 8107 Zuschauern brachte Nikolaus Heigl das einzige deutsche Tor, während Lettland durch Bruno Osmanis, Kristaps Skrastins und Rodrigo Abols, der kurz nach der Herausnahme des deutschen Torwarts traf, die Partie entschied. Für das deutsche Team stehen die Chancen auf die Titelverteidigung vor dem letzten Spiel gegen die Slowakei schlecht, wichtiger erscheint aber die Zukunft der Heim-Weltmeisterschaft in sechs Monaten. Diese steht weiter auf der Kippe, da bei der Frage um Russlands Rückkehr nach dem Beschluss des Internationalen Sportgerichtshofs CAS noch keine Klarheit herrscht. DEB-Vorstandschef Frank Lutz zeigte sich am Rande "sehr optimistisch", wies jedoch darauf hin, "die Bundesregierung entscheidet am Ende des Tages darüber, wer ins Land reinkommt". Kanada hat der russischen Mannschaft bereits die Einreise zur U20-WM verweigert, für Lutz ist das jedoch "die Ultima Ratio" – auch mit Blick auf die deutsche Olympiabewerbung für die nächsten Jahrzehnte.
Die Lage bleibt angespannt. "Der Sport ist im Moment gefordert", wie Lutz betonte. Der Weltverband IIHF erklärte am Samstag nach mehrtägigen Diskussionen, man halte "alle verfügbaren Optionen" offen, "einschließlich der Aufnahme von Gesprächen mit allen betroffenen Nationalverbänden, darunter auch der russische, um einen konstruktiven Weg nach vorn zu finden". Währenddessen ist "Wir sind mitten im Kartenverkauf" mehr Hoffnung als Gewissheit; der DEB wartet weiter auf eine Entscheidung, ob Russland teilnehmen darf und wie das Teilnehmerfeld aussehen wird. Weltmeister Finnland und mehrere andere europäische Länder haben angekündigt, nicht gegen Russland anzutreten, während Sponsoren mit dem Rückzug drohen. Der DEB schließt als letztes Mittel ("Ultima Ratio") sogar die Rückgabe der WM nicht aus.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Unklare WM-Beteiligung lähmt das Eishockeyfest
Der Deutschland Cup gerät für den DEB zur nervlichen Zerreißprobe. Sportlich fehlt unter Rankel noch die Durchschlagskraft, doch viel drängender ist das politische Vakuum um die Heim-WM. Fans, Spieler und Sponsoren brauchen Planungssicherheit, stattdessen droht wegen der ungeklärten Russland-Frage ein Turnier unter Vorbehalt. Die Gesprächsbereitschaft der IIHF und die Zurückhaltung der Bundesregierung spiegeln die enormen politischen und wirtschaftlichen Risiken wider. Bleibt die Entscheidung aus, büßt das Ereignis an Strahlkraft und Deutschland an sportlichem Ruf ein. Klarheit ist dringend nötig, sonst droht ein Imageschaden. Wahrscheinlicher denn je ist eine Lösung auf den letzten Drücker – ein echtes Eishockeyfest lässt sich so kaum feiern.
Historischer Hintergrund
Der Deutschland Cup findet seit vielen Jahren statt und dient dem DEB-Team als Bühne zur Standortbestimmung, besonders in Jahren wichtiger Turniere. Die anstehende Weltmeisterschaft 2025 in Deutschland wird jedoch durch die politische Debatte um Russlands Teilnahme überschattet. Ausschlaggebend dafür war die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, die eine Rückkehr Russlands in den internationalen Wettbewerb wieder möglich macht. Die Bundesregierung ist laut DEB letztlich für die Einreise russischer Teams verantwortlich, was an frühere politische Auseinandersetzungen im Weltsport erinnert.
Zukunftsprognose
Sollte sich die Entscheidung um Russlands Teilnahme weiter verzögern, könnten wirtschaftliche Probleme durch einen möglichen Sponsorenausstieg und vorsichtige Fans spürbar werden. Boykotte durch Nationen wie Finnland würden das sportliche Niveau beeinflussen und den WM-Plan ernsthaft gefährden. Politisch riskiert Deutschland Imageverluste, sollte das Gastgeberland die WM abgeben müssen. Auch international könnte das Eishockey vor einer Zerreißprobe und Vorbildwirkung für andere Sportarten stehen. Die Entwicklung bleibt ungewiss, ein rechtzeitiger Beschluss der IIHF ist für alle Beteiligten zentral.
Erklärungen
Was ist der Deutschland Cup?
Der Deutschland Cup ist ein regelmäßig ausgetragenes Einladungsturnier für Eishockey-Nationalmannschaften und dient dem deutschen Team zur Standortbestimmung vor Großereignissen.
Was ist die IIHF?
Die IIHF ist der Internationale Eishockeyverband, der für die Organisation und Ausrichtung weltweiter Eishockeyturniere wie der WM verantwortlich ist.
OZD-Extras
Obwohl sich der Ticketverkauf für die WM 2025 bereits mitten in der Durchführung befindet, bleibt die Unsicherheit bei Fans und Sponsoren groß. Sollte der DEB die WM zurückgeben, wäre das ein Novum im deutschen Eishockey. An den Börsen bleiben Auswirkungen bislang aus, weil Wirtschaftsentscheider abwarten, wie Politik und Sport reagieren.
Gewinnspiel
Welche deutsche Stadt ist ein Austragungsort der Eishockey-WM 2025?
A) Gelsenkirchen
B) Hamburg
C) München
D) Frankfurt
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.