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Oberdorf nach EM-Aus: „Mehr Mut – und mehr Ballbesitz!“

Nach dem Halbfinal-Aus gegen Spanien fordert Lena Oberdorf mehr Selbstvertrauen im deutschen Frauenfußball – und sieht vor allem taktisch und in der Nachwuchsausbildung Luft nach oben.

Mit Leidenschaft gekämpft – und doch wieder nur knapp gescheitert: Nach dem bitteren 0:1 in der Verlängerung gegen Weltmeister Spanien bei der Frauen-EM 2025 meldet sich Nationalspielerin Lena Oberdorf mit klaren Worten. Im ZDF-Sportstudio fordert die 23-Jährige mehr Mut und taktisches Selbstbewusstsein für die Zukunft: „Wir haben viele gute Zockerinnen. Aber wir müssen uns auch trauen, den Ball zu halten – und nicht nur gut zu verteidigen.“

Die Münchnerin, die nach über einem Jahr Verletzungspause beim FC Bayern kürzlich ihr Comeback feierte, spricht offen über die nötigen Entwicklungsschritte. Das Halbfinal-Aus sei kein Beinbruch – doch es zeige, wo angesetzt werden müsse: „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Und wir wissen auch, was passieren muss, damit wir wieder ganz oben angreifen können.“

Oberdorf lobt zwar den Teamgeist – „eine Mannschaft, die sich in jeden Zweikampf geworfen hat“ – kritisiert jedoch fehlenden Ballbesitz und spielerische Lösungen im Turnierverlauf. Besonders das Spanien-Spiel habe gezeigt, dass taktische Reife und Spielkontrolle entscheidende Faktoren sind.

Auch in der Nachwuchsförderung sieht sie Handlungsbedarf: „Wenn wir die Ausbildung in Deutschland verbessern, bringen wir mehr Talente hervor. Das erhöht den Konkurrenzkampf und die Qualität.“ Dennoch sei die Basis im Team gut – und mit Trainer Christian Wück, so Oberdorf, wachse langsam etwas Neues zusammen.

Analyse
Lena Oberdorfs Kritik ist konstruktiv – und gleichzeitig ein Weckruf. Deutschland gehört weiter zur Weltspitze im Frauenfußball, doch der Abstand zu Teams wie Spanien wird nicht kleiner, wenn taktischer Mut fehlt. Oberdorf benennt mit der Nachwuchsausbildung ein strukturelles Problem, das langfristige Aufmerksamkeit verdient. Positiv bleibt: Das Potenzial ist da – es muss nur konsequent gefördert werden.

OZD


Alle Angaben ohne Gewähr.

Bild: SID